VIPER SOLFA: Carving An Icon

VIPER SOLFA: Carving An Icon

Das ist sie also, die neue Band von Ronny Thorsen, der TRAIL OF TEARS gut 15 Jahre lang seine Stimme geliehen hatte. Mit VIPER SOLFA will der Sänger noch einmal durchstarten und scharte dabei Weggefährten um sich, die dem (norwegischen) Metal-Business nicht fremd sind. So konnte sich die gesamte Rhythmus-Fraktion von TRAIL OF TEARS für VIPER SOLFA erwärmen und mit Morfeus (Ex-LIMBONIC ART) gewann die Band auch noch einen prägenden Gitarristen, Keyboarder und Songwriter. Schließlich stieß auch noch Miriam Sphinx Renvåg (RAM-ZET) zur Band, um Ronny Thorsen im gesanglichen Duett Paroli zu bieten.

So viel zur Ausgangslage. Mit dem VIPER SOLFA-Debüt Carving An Icon liefern die Norweger nun ein etwas sperriges Album ab, das Dark Metal mit leichten Industrial-, Death- und Gothic-Elementen bereit hält. Der Einfluss der einzelnen Musiker ist dabei nicht zu überhören. So hört man die Industrial / Electronic Metal-Spielereien von DIMENSION F3H heraus, wo ja Morfeus und Endre Moe engagiert sind, und auch die leichte Unordnung und Unstrukturiertheit des letzten TRAIL OF TEARS-Albums scheint sich bei Carving An Icon wieder einzuschleichen.

Das beginnt gleich mit dem unangenehmen Opener Deranged, der in seiner Harmonie selbst nach mehreren Durchläufen nicht stimmig klingt. Bei anderen Tracks, die aufs Erste schräg wirken, legt sich sich dieses Gefühl nach wiederholtem Hören etwas. Freude bereiten die mitunter thrashigen Riffs, die dem Album eine gewisse Frische geben – ebenso wie etwa der in Shahanshah präsente Einsatz des Basses. Darüber hinaus sind die Growls von Ronny Thorsen über jeden Zweifel erhaben und auch Miriam Renvåg macht ihre Sache gut.

Gibt man dem Debütalbum von VIPER SOLFA etwas Zeit, so entwickeln sich die bunten Sound- und Tempo-Collagen wie etwa der Titeltrack, Vulture Kingdom oder Call For Silence zu interessanten und hörenswerten Tracks, die für sich ein Alleinstellungsmerkmal verbuchen können. Doch wie zuvor erwähnt, ganz einfach machen es einem die Norweger nicht. Mitunter benötigt es schon etwas good will, um im Endeffekt mit Carving An Icon warm zu werden. Aber ist man dann mit dem Album (endlich) auf Du und Du, dann schleicht sich schon wieder so eine alte TRAIL OF TEARS-Sympathie ein.

Veröffentlichungstermin: 20.02.2015

Spielzeit: 52:00 Min.

Line-Up:
Ronny Thorsen – Gesang
Miriam Sphinx Renvåg – Gesang
Krister Morfeus Dreyer – Gitarre, Keyboards & Orchestration
Endre Moe – Bass
Bjørn Dugstad Rønnow – Schlagzeug

Produziert von Terje Refsnes @ Sound Suite Studio, Marseille
Label: Massacre Records

Homepage: http://vipersolfa.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/vipersolfaofficial

Tracklist:
1. Deranged
2. Funeral Of Kings
3. Carving An Icon
4. The Toxic Thousands
5. Vulture Kingdom
6. Call For Silence
7. War Of Zion
8. The Viper Legion
9. Whispers And Storms
10. Shahanshah

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.