UNDEROATH: Lost in the Sound of Separation

Eingenständig, melodisch, kraftvoll, intensiv und poetisch – Metalcore Extravaganza!

Wer meint christliche Bands sind lächerlich, der sollte sich an der eigenen satansanbetenden Nase ziehen. Die Meinung des Atheisten Captain Chaos ist: Übertrieben und plakativ schenkt sich beides rein gar nichts. Aber es ist schon erstaunlich, welche Kraft und welche Intensität Lost in the Sound of Separation ausstrahlt. Die christliche Band UNDEROATH hat schon in der Vergangenheit bewiesen, dass Metalcore nicht unbedingt ein Schimpfwort sein muss, aber ihr sechstes Album zeigt, was in diesem Genre möglich ist und wie man Härte, Melodie und Anspruch einzigartig verbinden kann.

Dabei wird mehr als in der Vergangenheit auf brutale Attacken gesetzt, hier wird gebrüllt, mit mächtigen Riffs um sich geschossen und Gas gegeben bis zum Umfallen. Hier ist dermaßen viel Power drin, es ist wirklich ein einziger Adrenalinkick. Auch dann, wenn UNDEROATH einen Gang zurück schalten und sie Bands wie ISIS, AEREOGRAMME und THURSDAY huldigen, reißt die Intensität nicht ab. Heißt, es wird oftmals emotional, aber nie kitschig. Lassen wir die teilweise ganz schön pathetischen Texte mal außen vor, ist nichts an diesem Album peinlich oder aufgesetzt.

Lost in the Sound of Separation ist perfekt durchkomponiert, wartet mit ebenso vielen Facetten auf, wie es konsequent einem roten Faden folgt. Es überwiegen klar die heftigen Stellen, dennoch bleiben am meisten die melodischen Einschübe hängen, wie im wundervollen Too Bright to See, too Loud to Hear oder im hochdramatischen und epischen Emergency Broadcast :: The End is Near, aber prinzipiell könnte hier fast jedes Stück des Albums stehen. Entsprechende Ansprüche werden an den Gesang gestellt, und besonders hier wird brilliert – Sänger Spencer Chamberlain balanciert perfekt zwischen wildem Gebrüll und herrlichem melodischem Gesang. Aber nicht nur dort beweisen UNDEROATH große Qualitäten: Eine liebevolle Gitarrenfraktion, die hier und da mit Leadgitarren im Stil von SHAI HULUD für einen gewissen schrägen, oder auch im Stil von EARTH für einen atmosphärischen Twist sorgt. Nicht zu vergessen ist der großartige, dezente Einsatz von Synthesizern, der die Musik deutlich bereichert, aber nicht dominiert. Auch im Bereich der Arrangements sind die sechs US-Amerikaner ganz groß, sie wissen wie man heavy klingen kann, ohne stumpfe und billige Beatdowns einzusetzen.

Fakt ist, dass Lost in the Sound of Separation nicht sofort reinläuft, aber mit jedem Hören wächst und zu einem absoluten Genre-Highlight avanciert, das dem modernen Metalcore ein neues, gerechtes Antlitz bietet. Superb von Adam Dutkiewicz produziert und von David Bendeth gemixt und mit einem ungewöhnlichem, schönen Artwork ausgestattet, gibt es rein gar nichts zu meckern. Klar, die Botschaft ist nicht jedermanns Sache, aber bei dieser musikalischen Achterbahnfahrt überhört man das locker. Wer mal wieder richtig guten, kreativen, eigenständigen, intensiven, melodischen und poetischen Metalcore hören will, der sowohl Eier tritt als auch den Geist beflügelt, der darf sich dieses Album nicht entgehen lassen.

Veröffentlichungstermin: 12. September 2008

Spielzeit: 41:34 Min.

Line-Up:
Spencer Chamberlain – Vocals, Guitar
Tim McTague – Guitar, Backing Vocals
James Smith – Vocals
Grant Brandell – Bass
Aaron Gillespie – Drums, Vocals
Christopher Dudley – Keyboards, Synthesizers

Produziert von Adam Dutkiewicz, Matt Goldman und UNDEROATH
Label: Tooth & Nail Records / Solid State

Homepage: http://www.underoath777.com

MySpace: http://www.myspace.com/underoath

Tracklist:
1. Breathing in a New Mentality
2. Anyone Can Dig a Hole, But it Takes a Real Man to Call it Home
3. A Fault Line, A Fault of Mine
4. Emergency Broadcast :: The End is Near
5. The Only Saviour Was Miraculously Unharmed
6. We Are the Involuntary
7. The Created Void
8. Coming Down is Calming Down
9. Desperate Times, Desperate Measures
10. Too Bright to See, Too Loud to Hear
11. Desolate Earth :: The End is Here