STAROFASH: The Thread

"The Thread" ist die Femme Fatale unter den nonkommerziellen und nonkonformen Soloscheiben – und absolut empfehlenswert.

Alarm! Isahns Frau Ihriel aka Heidi Solberg Tveitan geht fremd! Das zweite STAROFASH-Album, mit dem bezeichnenden Titel The Thread versehen, entstand wieder als Kopfgeburt der Musikerin, mit großer Unterstützung des österreichischen Komponisten Markus Reutter. Zusammen sind die beiden wirklich ein großartiges Team, erschaffen Musik wie aus einem melancholischem Film Noir, der mit viel Tiefe und unterbewussten makaberen Einschüben den Konsumenten verstört und gleichzeitig verzaubert. So wie diese Zusammenarbeit klingt, möchte man eigentlich wetten, dass die beiden vor dieser Arbeit schon mehr miteinander am Laufen hatten, als nur Musik zu machen, und nun ihre Vergangenheit bewältigen.

Doch sei es drum, dieses Album wäre ein guter Soundtrack geworden, gäbe es dazu einen passenden, blutigen, tragischen Film. Das Ganze erinnert ein wenig an Memoirs von THE THIRD AND THE MORTAL, aber auch an die ULVER-Werke Perdition City, Lycantropen Themes und Svidd Neger. Zwar kann das vierzigminütige Werk von STAROFASH gerade mit ULVER nicht mithalten, dafür hat es andere Qualitäten. Erstens eine düstere Atmosphäre, die nur selten elektronisch verstärkt wurde, wie im düsteren The Snake Pit. Hier geht es ansonsten organisch und sehr weich zu. Him and Her, The World Spins for You und An Apology Gone Bad sind gleichermaßen melancholisch wie unterschwellig boshaft – das fesselt ungemein.

Ihriel legt ihre schöne, sanfte Stimme nicht über jedes Stück, weshalb sich The Thread auch deutlich von irgendwelchen Popalben abhebt. Sie konzentriert sich auf Klavier und Keyboards und zerquetscht die fragilen Stücke nicht mit songwriterisch unnötigem Ballast – diese Frau weiß absolut was sie tut. Die Sternstunden dieses spannenden Albums sind jedoch Blood Bones and a Skull und Crossing Over, denen Kristoffer G. Rygg seine einzigartige Stimme leiht und die Mischung aus elektronischem und analogen Ambient perfektioniert. Mehr Gänsehaut ist unmöglich drin. Die Melodien bohren sich ins Gehirn, während darüber ein Chaos aus verschiedensten Instrumenten liegt.

Bis auf Drag them Down weiß wirklich jedes Stück zu gefallen. Schade, dass durch diese zerfahrene, krude Nummer der Gesamteindruck des ansonsten wunderschönen Albums ein wenig leidet. Dennoch ist dieses detailverliebte, tiefe Zweitwerk von STAROFASH ein heißer Tipp für Freunde von anspruchsvoller Musik, die nicht Metal sein muss um den Kopf zu sprengen – hier geschieht das allein durch die atmosphärische Dichte des dezenten Materials. The Thread ist die Femme Fatale unter den nonkommerziellen und nonkonformen Soloscheiben – und absolut empfehlenswert.

Veröffentlichungstermin: 25. April 2008

Spielzeit: 41:51 Min.

Line-Up:
Heidi Solberg Tveitan

Markus Reutter
Kristoffer G. Rygg
Knut Benoik M. Breistein
Knut Aalefjaer
Halvor Strand
Knut Buen

Label: Candlelight Records / Mnemosyne

Homepage: http://www.starofash.com

Tracklist:
1. How to Invent a Heart
2. Him and Her
3. The World Spins for You
4. Drag them Down
5. The Snake Pit
6. An Apology Gone Bad
7. Blood Bones and a Skull
8. Crossing Over
9. Epilogue
10. Neo Drugismo [Bonus Track]