SISTER SIN: Now And Forever

Klarer Pflichtkauf für Fans von SISTER SIN und Leute, die auf knackigen Heavy-Rock, klassischen 80er-Metal, Kick As Rock`n´ Roll und einem dezenten Hauch Punkattitüde stehen.

Es gibt sooo viele Bands in Schweden: welche, die den Retro-Rock zu Tode spielen, scheppernd zum melodischen Totentanz auffordern, die mit Honig-Zimt-Wattebäuschchen werfend auf Kuschel/AOR-Rocker machen, uns mit Symphonic-Sound zubombardieren – und es gibt SISTER SIN! Vollkommen Trendfrei haben sie sich ratzfatz in die Herzen der Hard`n´Heavy-Fans gerockt, mit dem vielversprechenden Debüt und vor allem mit dem letzten Album True Sound Of The Underground. Viel weiter kann man kaum am Zeitgeist vorbeispielen, und genau das macht den knackigen Charme dieser Band aus. Und wenn das dritte Album wirklich so bedeutend ist, dann braucht man sich um die sympathische Band aus Göteborg keine Sorgen mehr machen. Power-Schätzchen Liv ist zurück, um uns mit ihren Jungs ordentlich in den Hintern zu treten.

Wirklich neue Klänge gibt es auf Now And Forever wenig überraschend nicht, aber wer will das schon! Voll auf die Nuss, solide, ohne große Finessen, dafür mit viel Herz und noch mehr Energie. Die gibt es dann gleich nach dem bedrohlichen, aber durchaus verzichtbaren Intro MMXII, End Of The Line kommt mit reichlich ganz frühen MÖTLEY CRÜE und einer Portion 80er JUDAS PRIEST direkt auf den Punkt, der Refrain sitzt sofort im Kopf, man kann wahlweise sofort Mitsingen oder Luftgitarre spielen. F**k you, F**k them and f**k the world, too – beim bissigen, energischen Fight Song schauen dann die Vorbilder aus der Teutonenstahlschmiede vorbei – ACCEPT und U.D.O. lassen grüßen – und er ist wie das ähnlich geartete Groove-betonte Hearts Of Gold mit einem Refrain gesegnet, bei dem man sofort dabei ist. Das ist fast poppig im positiven Sinne, wie laut und ausgelassen mag da live die Meute mitsingen. Die Jungs machen keine Kompromisse, die Riffs und Grooves gehen direkt in Nacken und Hüften, vor allem die erste Hälfte des Albums bringt einen Hit nach dem anderen. Aber egal wie cool die Herren drauf sind, eigentlich dreht sich doch alles um Sängerin Liv, die mit ihrer schmutzigen, ehrlichen Rock`n´Roll-Attitude mehr Power und Präsenz hat als die meisten ihrer ach so männlichen Sänger-Kollegen und mehr Sexappeal hat als all die Schönelfentanten und Möchtegern-Metalqueens. Wenn sie beim treibenden Quasi-Titelsong In It For Life pöbelnd ihr Kiss My Ass shoutet, dann wird sich sicher jeder Mann sofort opfern, trotz der zu erwartenden fatalen Folgen. Und ja, Liv ist eine echte Shouterin im Stil solch starker Metal-Heldinnen wie Leather Leone (CHASTAIN) oder Kate French (CHASTAIN, VAINGLORY), schönen Gesang findet man woanders, Liv ist laut, wild, sexy, singt genau so wie sie aussieht. Das es doch anders geht, das zeigt sie bei der abschließenden Power-Ballade Morning After, hier nimmt sie ihre Stimme komplett zurück, klingt sentimental, zerbrechlich, nicht ganz sauber, aber halt erfreulich anders als bei den sonst auf einem hohen, aber doch recht ähnlichen Level pulsierenden Power-Vocals. Mich persönlich stört, dass man zu oft zu deutlich hört, wo die Gesangsparts im Studio zusammengeführt wurden. Das kann produktionstechnisch einen Song größer und energischer machen, hier aber kommt es zu deutlich durch und nimmt den Vocals etwas die Natürlichkeit und Ehrlichkeit, die Liv sonst so passend und glaubhaft verkörpert. Aber hier geht es eher um Feintuning, wenn man unbedingt Schwächen auf Now Or Never finden will. Denn das ist echt schwer, das Album macht durchgehend Spaß.

Klarer Pflichtkauf für Fans von SISTER SIN und Leute, die auf knackigen Heavy-Rock, klassischen 80er-Metal, Kick As Rock`n´ Roll und einem Hauch Punkattitüde stehen.

Veröffentlichungstermin: 26.10.2012

Spielzeit: 40:52 Min.

Line-Up:
Liv – Vocals
Jimmy – Guitar
Chris – Bass
Dave – Drums

Label: Victory Records

Homepage: http://www.sistersin.com

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/sisterssin

Tracklist:
1. MMXII
2. End Of The Line
3. Fight Song
4. In It For Life
5. Hearts Of Cold
6. The Chosen Few
7. Hang ´Em High
8. I´m Not You
9. Running Low
10. Shades Of Black
11. Morning After