RED SPAROWES: At the Soundless Dawn

Where have all the sparowes gone? – In eine bessere Welt. Und wir, wir fliegen hinterher, Blick nach vorne mit ungebrochener Sehnsucht im Herzen.

Selbst die vielen Projekte, die aus dem Dunstkreis solch genialer Bands wie ISIS oder NEUROSIS stammen, weisen einen verflucht hohen Qualitätsstandard auf. So hoch sogar, dass man eigentlich nur noch diese Handvoll Musiker braucht um einen einsamen Tag bestens zu überstehen. Nun schickt sich ein neues Projekt an, die Nervenstränge der Hörer zu strapazieren, dieses Mal sind es unter anderem Bryant Clifford Meyer und Jeff Caxide von ISISund Videokünstler Josh Graham von NEUROSIS, die sich Gitarren umschnallen und auf beeindruckendste Art und Weise loslegen, den Hörer in ganz weit entfernte Welten zu entführen.

RED SPAROWES machen Rockmusik. Aber nicht im alltäglichem Sinne, das war angesichts der Mitwirkenden allerdings auch nicht zu erwarten. Viel mehr gibt es hier Breitwandsound zu hören, riesige Soundwände, die den Hörer umschließen, dreidimensional wirken. Die Töne wirken verdammt greifbar, scheinen so groß wie der Koloss von Rhodos und wunderschön wie ein herrlicher Frühlingsmorgen. Epik ohne Bombast, das ist das Zauberwort, wenn es darum geht, diese Klänge zu definieren, somit wirken die langen Songs mit den teilweise ewig langen Aufbauten groß aber dennoch bescheiden. Man kann nicht anders als diese Musik zu bewundern.

At the Soundless Dawn ist ein Instrumentalalbum und wirkt dadurch nicht wie ein Werk, das aus einem Zusammenschluss einzelner Individuen resultiert, sondern so homogen und so schlüssig, dass man sich gar nicht vorstellen kann, dass einzelne Musiker zusammen diesen mächtigen Sound erzeugen können. Nein, dieses Album ist nicht von dieser Welt, mit gängigen Kriterien oder Referenzen braucht man gar nicht erst kommen, außer das GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR-Fans ihre helle Freude an diesem Album haben werden.

Was mich an At the Soundless Dawn begeistert, ist mit welchen Mitteln die Musiker diese Atmosphäre erschaffen. Denn wir haben es hier eigentlich mit einem stinknormalen Gitarrenalbum zu tun, hier und da werden Keyboards und Synthies zur Unterstützung verwendet, doch einen großen Reiz bezieht dieses Mammutwerk aus den eingesetzten Slide-Gitarren, die ein leichtes Feeling von Freiheit und Wildnis ausstrahlen. Wenn ich die Augen schließe, kommt oftmals der Grand Canyon zum Vorschein und überhaupt stärkt das Album mein Fernweh. Ihr seht, diese Musik ruft kleine, aber wichtige Gedanken hervor und gibt dem Hörer ein Gefühl der Geborgenheit.

Dieses Album ist eine Erfahrung, die jeder aufgeschlossene Hörer machen sollte, der auch mal eine Stunde lang ohne verzerrte Riffs auskommen kann. Denn es zeigt die Wichtigkeit der kleinen Dinge im Leben, es bedeutet ein Gefühl des Sich-fallen-lassens, um von wunderschönen Klängen aufgefangen zu werden. Vielleicht finden andere nicht den selben Zugang zur Musik wie ich, doch es sollte jeder versuchen in diese farbenprächtige Welt einzutauchen. Abschließend meine persönliche Antwort auf die Frage, im Booklet: Where have all the sparowes gone? – In eine bessere Welt. Und wir, wir fliegen hinterher, Blick nach vorne mit ungebrochener Sehnsucht im Herzen.

Veröffentlichungstermin: 21. März 2005

Spielzeit: 62:44 Min.

Line-Up:
Bryant Clifford Meyer – Guitars, Keyboards

Josh Graham – Guitars, Keyboards

Jeff Caxide – Bass, Guitars

Greg Burns – Bass, Pedal Steel

Dana Berkowitz – Drums

Label: Neurot Recordings

Homepage: http://www.redsparowes.com

Email: contact@redsparowes.com

Tracklist:
1. Alone and unaware, the landscape was transformed in front of our eyes.

2. Buildings began to strech wide across the sky, and the air filled with a reddish glow.

3. The soundless dawn came alive as cities began to mark the horizon.

4. Mechanical sounds cascaded through the city walls and everyone revealed in their ignorance.

5. A brief moment of clarity broke through the deafening hum, but it was too late.

6. Our happiest days slowly began to turn into dust.

7. The sixth extinction crept up slowly, light sunlight through the shutters, as we looked back in regret…