NOEKK: The Water Sprite

Das insgesamt ziemlich ruhige und melancholische Album versprüht zwar den Geist alter 70er-Prog-Platten, ohne allerdings deren kompositorische Klasse und technischen Anspruch zu erreichen. Hörenswert sind die meisten Stücke auf diesem Album dennoch für musikalisch offene Fans von 70er-Prog. Für einen Pflichtkauf fehlt allerdings noch die nötige qualitative Konstanz über die volle Album-Länge.

Vieles, was in letzter Zeit unter der Beteiligung von Markus Stock entstand, waren halbgare Veröffentlichungen mit jeweils einer Handvoll guter Songs. Zu leiden hatten sie auch darunter, dass Stock, der sich nun F.F. Yugoth nennt und vielen als Schwadorf bekannt sein dürfte, nicht zu den talentiertesten Sängern gehört. Mit NOEKK gibt es nun also ein weiteres Projekt, diesmal wieder mit EMPYRIUM-Mitstreiter Thomas Helm, der hier unter dem Pseudonym Funghus Baldachin auftritt. Federführend bei NOEKK ist allerdings Helm, der auch für den Gesang verantwortlich ist. Die Vorzeichen stehen also gut.

Was aber erwartet den Hörer auf diesem Album? Auf The Watersprite vereint sich die Naturmystik von EMPYRIUM mit dem klassischen Prog-Rock der 70er Jahre, wie er von Bands wie KING CRIMSON praktiziert wurde: Stimmungsvolle Synthesizer-Flächen treffen auf erdige 70er-Gitarren, Orgeln, Sägezahn-Soli und einige recht vertrackte Passagen. Dazu gesellt sich der Gesang von Helm mit seinem überaus starken Hang zur Dramatik und zum Pathos. Manchmal übertreibt er es dabei zwar, doch versteht Helm es, seine Stimme abwechslungsreich einzusetzen und streut auch hin und wieder einige geflüsterten Grunts ein. Bei T.B.´s Notion geht es dann deutlich ruhiger zu. Gerade hier wird aber deutlich, über welch gut ausgebildete Stimme der Sänger verfügt. Diese kommt auch bei The Fiery Flower hervorragend zur Geltung, einem sehr dynamischen, waschechten Progrocker, bei dem Helm im Refrain so richtig aus sich herausgehen kann. Nachdem bereits Strange Mountain in der ersten Hälfte des Albums etwas vor sich hin plätscherte, regiert bei Moonface Is Dead noch einmal gepflegte Langeweile. Zu recht stimmungsvollen Akkordzerlegungen säuselt Helm vor sich hin und es fehlt an Spannungsbögen. Das über zehnminütige The Riddle Seeker mit seinen abgefahrenen Riffs, den ungewöhnlichen Tonfolgen und ausufernden Instrumentalpassagen kann dafür jedoch entschädigen. Positiv sticht zudem das DEAD CAN DANCE-Cover How Fortunate The Man With None heraus, welches in einer sehr eigenständigen Version dargeboten wird und sich hervorragend in die Eigenkompositionen einfügt.

Auf technische Eskapaden muss der Hörer auf The Water Sprite verzichten. Das insgesamt ziemlich ruhige und melancholische Album versprüht zwar den Geist alter 70er-Prog-Platten, ohne allerdings deren kompositorische Klasse und technischen Anspruch zu erreichen. Hörenswert sind die meisten Stücke auf diesem Album dennoch für musikalisch offene Fans von 70er-Prog. Für einen Pflichtkauf fehlt allerdings noch die nötige qualitative Konstanz über die volle Album-Länge.

Veröffentlichungstermin: 30.05.2005

Spielzeit: 46:20 Min.

Line-Up:
Funghus Baldachin – Voice, Keyboards, Guitar

F.F. Yugoth – Drums, Bass, Guitar

Produziert von Markus Stock
Label: Prophecy Productions

Hompage: http://www.prophecy.cd

Tracklist:
1. The Watersprite

2. T.B.´s Notion

3. Strange Mountain

4. How Fortunate The Man With None

5. The Fiery Flower

6. Moonface Is Dead

7. The Riddle Seeker