NOEKK: The Grimalkin

NOEKK ist zwar kein Geniestreich gelungen, an dem kein Prog-Fan vorbeikommt, ein gutes Album ist "The Grimalkin" aber allemal.

NOEKK ist eines der wenigen Projekte unter Beteiligung des hier als F.F. Yugoth auftretenden Markus Stock, die – mit nur ganz wenigen Abstrichen – überzeugen konnten. Mit ihrem zweiten Album, welches auf den Namen The Grimalkin hört, konnte sich das Duo, dessen treibende Kraft Thomas Helm (hier: Funghus Baldachin) ist, im Vergleich zum Debüt noch einmal steigern. An der grundsätzlichen musikalischen Ausrichtung hat sich dabei nichts geändert: Die Basis der Musik von NOEKK bildet immer noch altmodischer 70er-Prog-Rock mit Retro-Orgeln und -Synthies, der aber nahezu frickelfrei daherkommt. Dominiert wird die Musik nach wie vor vom stimmgewaltigen Thomas Helm, der auch diesmal wieder betont viel Pathos in seinen Gesang gelegt hat – für manch einen sicherlich zu viel des Guten.

Dass man auf The Grimalkin nur drei Songs verewigt hat, die dafür aber eine Spiellänge von zweimal ca. zehn Minuten und einmal um die zwanzig Minuten aufweisen, zeigt bereits, dass man heuer noch weniger auf gängige Songstrukturen setzt als auf dem Debüt. The Grimalkin ist mehr noch als The Water Sprite ein Album, das von seiner Stimmung lebt. Hier wird gar nicht erst der Versuch unternommen, den Hörer durch prägnante Hooklines für sich zu gewinnen – wer sich nicht auf das Album einlässt, wird es schwer haben, an der Musik Gefallen zu finden.

Stilistisch ist The Grimalkin etwas breiter gefächert als der Vorgänger: Neben Ausflügen in folkloristische Gefilde und ruhigen Parts, in denen allein akustische Gitarren zu hören sind, darf der Hörer sich auch über erstklassigen, wunderbar epischen Doom Metal freuen, der stark an CANDLEMASS oder MEMORY GARDEN erinnert – zu hören in Codex Deserta, dem Höhepunkt des Albums, der außerdem durch orientalische Melodien und exotisch anmutende Konzertgitarrenklänge besticht.

Wer mit dem Gesang von Thomas Helm schon auf den Debütalbum nichts anzufangen wusste, sollte auch The Grimalkin meiden. Allen anderen, die sich für die auf diesem Album dargebotene stilistische Mischung begeistern können, sei empfohlen, aufgrund des gewöhnungsbedürftigen Gesangs vor einem eventuellen Kauf hineinzuhören. NOEKK ist zwar kein Geniestreich gelungen, an dem kein Prog-Fan vorbeikommt, ein gutes Album ist The Grimalkin aber allemal.

Veröffentlichungstermin: 19.05.2006

Spielzeit: 41:32 Min.

Line-Up:
Funghus Baldachin – Voice, Keyboards, Guitar
F.F. Yugoth – Drums, Bass, Guitar

Produziert von Markus Stock
Label: Prophecy Productions

Homepage: http://www.prophecy.cd/noekk

Tracklist:
1. The Albatross
2. The Grimalkin
3. Codex Deserta