NASHGUL: El dia Despues Al Fin De La Humanidad

Wenn so der Tag nach dem Ende der Menschheit aussieht, hat sich das Überleben gelohnt.

Und so fällt auch dem kleinen Engelchen, wenn auch nur halbfreiwillig, seine erste Grindcore-CD in die Hände. Versuchen wir also ein möglichst kompetentes Urteil über diesen neuen Stil zu treffen. Aber ich bin da zuversichtlich, da NASHGUL es mir mit ihrem Debut Album nicht allzu schwer machen. Auffällig ist zunächst, neben dem spanischen Gesang, dass die Songs in sich nicht nur chaotisch, wie man es ja erwarten sollte, sondern auch abwechslungsreich sind. Meist wechseln sich wüste und brutale, Blastbeat dominierte Passagen mit etwas klarer strukturierten, weniger heftigen Nicht-Blastbeat-Parts ab. Wobei bei letztgenannten das Tempo auch mal tatsächlich, und nicht nur gefühlt, etwas gedrosselt oder dezent gegrooved wird. Gesanglich wechseln sich kehliges Keifen und tiefe Growls miteinander ab.
Musikalisch merkt man der hier zelebrierten Art von Grindcore ihren Ursprung im Punk sehr deutlich an. Death Metal-Vermischungen sind eher die Ausnahme, dafür fließen stellenweise deutliche Thrash Metal-Versatzstücke und eine gewisse Rock`n`Roll-Schlagseite, besonders zu hören im ultracoolen Instrumental Mad Max II, in den Sound ein. Jener ist kraftvoll und energiegeladen, die Riffs sind schmissig und gehen, besonders in den unblastigen Passagen, sehr gut ins Ohr und ins Genick. Wobei, manchmal bin ich mir bezüglich des Death Metal-Einflusses unsicher, erinnern die eingesetzten schweren Grooves auch an schwedischen Death Metal. Ein Eindruck, der durch die mächtig geile Sunlight-Gedächtnis-Produktion noch verstärkt wird. Abgesehen von der Musik geben sich die vier Spanier auch gedanklich als Punk-Abkömmlinge. Unter der Oberfläche ihrer Horror, Zombie und Film inspirierten Texte transportieren sie eine pessimistische Weltuntergangsstimmung. Der Tag nach dem Ende der Menschheit scheint ihrer Ansicht nach schon vor einiger Zeit gekommen zu sein. Nur dass es halt niemandem aufgefallen ist.
Alles in allem tue ich mir mit einem abschließenden Urteil jedoch schwer. Mir fehlen schlicht die Referenzen, um klar zu sagen, ob das hier ausgelutscht oder frisch klingt, ob es tatsächlich ehr Old School-Stuff, wie ich es einschätzen würde, oder moderner Kram ist. Fakt ist, dass mir der Sound auf Dauer vielleicht etwas zu anstrengend ist, ich jedoch gleichzeitig eine große Sympathie für diesen Brocken ungebremster, punkiger Brutalität hege. Ich empfehle einfach mal reinzuhören.

Veröffentlichungstermin: 02.10.2009

Spielzeit: 26:24 Min.

Line-Up:
Santi – Gesang
Hector – Gitarre
Luis – Bass
Ivan – Schlagzeug

Produziert von Jose Martinez
Label: Power It up
MySpace: http://www.myspace.com/nashgul

Tracklist:
01 The Day After The End Of Humanity
02 Hidrofobia
03 Predicadores De La Muerte
04 Cremated Remains
05 La Plaga
06 Olor A Napalm
07 Colonia De Leprosos
08 Crematorio
09 Mad Max II
10 Snake Plissken
11 El Dia De Los Muertos
12 Terrorist Warhead
13 Invierno Nuclear
14 Street Trash
15 Disintegration In A Flash Of Light
16 El Vengador Toxico
17 Planet Cancer
18 El Horror Oculto
19 El Fin