FVNERAL FVKK: Indecent Idols

Man kann es FVNERAL FVCK hoch anrechnen, dass sie nach der ganzen Schelte, die sie nach ihrem Meisterwerk „Carnal Confessions“ für ihren Bandnamen bekommen haben, diesen nicht geändert haben. Auch die Tradition der Alliteration im Albumtitel bleibt erhalten. Und was sonst noch?

Eigentlich alles. „Indecent Idols“ ist, sieben Jahre nach dem Debüt-Album, genau das Zweitwerk, was man von FVNERAL FVKK erwarten durfte: Nach dem besten Sakral-Doom-Intro, das man sich nur wünschen könnte, folgt mit „Crosses To The Gallows“ einer ihrer besten Songs: Allein die Art und Weise, wie der Refrain gearbeitet ist, ist ganz große Melodieführungskunst und definiert den Begriff „Epic“ in „Epic Doom“, aber Riffs, Sound, Gesang und überhaupt alles an diesem Song zeigt schon, warum FVNERAL FVKK zu Recht als Spitzenband gilt.

Aber Epic Doom allein ist es ja nicht, was FVNERAL FVKK machen: Die Band spielt so schön mit sakraler Atmosphäre und Melodie, dass es heuer fast schon ein Alleinstellungsmerkmal ist; lediglich die Griechen THE TEMPLE und das obskure (und offenbar tatsächlich christliche) Duo PRECENTOR machen da noch mit und liefern ähnlich besinnliche Hymnen.

Skurriles und Bestürzendes aus der Kirchengeschichte

Doch worauf wird sich hier besonnen? Klar, FVNERAL FVKK sind nach wie vor eine Gimmick-Band, und so bekommen wir nicht nur den kompletten Priester-Mummenschanz, sondern auch die dazu passenden Texte sowohl zu den mehr oder weniger bekannten Verbrechen der Kirche als auch zu skurrilen Episoden der Kirchengeschichte: In „Leichensynode“ behandelt die Band die Geschichte eines Papstes, dessen Leiche exhumiert, angezogen und vor Gericht gestellt worden ist, ehe man sie dann in den Tiber geworfen hat, nur um sie später wieder rauszuholen.

Das ist natürlich großartig, aber leider hat die Band genau da einen Schwachpunkt: Die Songtexte werden ihren Inhalten nicht immer gerecht. Wo „Leichensynode“ für die absurde Geschichte einfach zu wenig Humor im Text hat, ist „A Hidden Threnody“, in dem es um sexuellen Kindesmissbrauch geht, sprachlich leider recht holprig und inhaltlich noch dazu extrem plakativ. Dass die Band es besser kann, wird ja etwa an „Alone With The Cross“ von „Carnal Confessions“ deutlich, in dem das Thema „Einsamkeit bei Mönchen“ anhand eines, nun ja, recht anschaulichen Beispiels perfekt illustriert worden ist.

Viel Licht, ein wenig Schatten

Auch musikalisch gibt es – gemessen an dem hohen Niveau der Band – auf „Indecent Idols“ durchaus Licht und Schatten: „The Beasts Of Speyer“ bietet zwar die vielleicht schönste Melodie, die die Band bisher geliefert hat, und „Bishop Of The Iron Guard“ ist ein flotter klassischer Doomer und ein erstklassiger Ohrwurm mit Langzeitgarantie, aber „A Hidden Threnody“ und „Even In Death“ ziehen sich etwas und können mit dem Material auf „Carnal Confessions“ nicht mithalten bzw. sind einfach zuviel „Mehr von dem Gleichen“.

Das sind aber ja auch nur zwei von sechs Songs (plus Intro), und insgesamt ist „Indecent Idols“ in der Tat das erwartete Highlight. Wieso nimmt es mich trotzdem nicht so sehr mit wie der Vorgänger? Ist es das fehlende Überraschungsmoment, ist die Band ein bisschen zu sehr auf Nummer sicher gegangen, ist einfach unglaublich viel passiert in den letzten sieben Jahren? Egal: Doomer allerorten werden FVNERAL FVKK auch für dieses Album lieben und feiern, und das völlig zurecht. Hoffentlich dauert es bis zum nächsten Album nicht wieder so lange!

Spielzeit: 42:18 Min.

Veröffentlichungsdatum: 23.10.2026

Label: Dying Victims Productions

Line-Up:
Vicarius Vespillo – Bass
Frater Flagellum – Schlagzeug
Decanus Obscaenus – Gitarre
Cantor Cinaedicus – Gesang
Priorissa Pellex – Gitarre

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Indecent Idols | Fvneral Fvkk | Dying Victims Productions auf Bandcamp

FVNERAL FVKK „Indecent Idols“ Tracklist

1. Confiteor
2. Crosses to Gallows
3. A Hidden Threnody
4. The Beasts of Speyer (Video bei YouTube)
5. Bishop of the Iron Guard (Audio bei YouTube)
6. Leichensynode
7. Even in Death (We Posses You)