MACABRE: Dahmer

Das Trio, das mit ihrem sogenannten Murder Metal eine eigene Nische im Bereich des Extrem-Metal gefunden hat, widmet sich mit diesem Release (wie der Name schon sagt) ganz dem Massenmörder Jeffrey Dahmer.

Ich weiß, ich weiß.. der aktuellste Output dieser seit Mitte der 80er Jahre existierenden absoluten Kult-Band ist gar nicht mehr ganz so aktuell, eigentlich wurde er schon im letzten Jahr veröffentlicht. Aufgrund der Genialität dieser Scheibe sollte dieser Artikel eigentlich auch in unserer „Hell of Fame“ stehen, aber egal.

Der langerwartete zweite Longplayer der Chicagoer Murder-Metaller MACABRE steht also schon seit ein paar Monaten in den Läden und die drei Sickos um Sänger/Gitarrero Corporate Death haben seitdem schon die zweite Tour absolviert, jeder der sie verpasst hat kann dann im September noch die Gelegenheit am Schopfe packen, wenn MACABRE im fetten Tour-Package mit so manch anderer Death- und Black Metal-Band durch die Lande ziehen.

Das Trio, das mit ihrem sogenannten Murder Metal eine eigene Nische im Bereich des Extrem-Metal gefunden hat, widmet sich mit diesem Release (wie der Name schon sagt) ganz dem Massenmörder Jeffrey Dahmer. Somit kann man „Dahmer“ als Konzept-Album bezeichnen – eine Art Biographie, die das Leben des Serienkillers von Anfang bis Ende beschreibt. Hierbei sollte man vielleicht noch hinzufügen, daß MACABRE die Taten der Psychopathen weder verherrlichen, noch gutheißen, sondern lediglich erzählen, wie ein Buch oder ein Zeitungsbericht. Obwohl die bestialischen Morde eines Jeffrey Dahmers, Madonna Wayne Gacys und Konsorten sicherlich nicht zum Lachen sind, MACABRE waren stets eine Band, die man nicht so ganz ernst nehmen konnte und die einen immer zu erheitern wußte, sei es nun durch die Bandfotos oder die einzigartigen Psycho-Vocals, die wahnwitzigen Riffs (die oft genug aus lustigen Fußballstadion- oder Kindermelodien bestehen), vom unbeschreiblich-krank-genialen Drumming mal abgesehen (man schaue sich Drummer Dennis the Menace nur mal live an…).

Musikalisch sind MACABRE nicht ganz so einfach einzuordnen, ich würde sagen, Corporate Deaths Riffs sind noch am ehesten dem Death Metal zuzuordnen, mit Einflüssen aus allerlei Richtungen, sei es nun Thrash- oder Speed Metal – das ganze klingt immer tight und wird in keiner Sekunde langweilig, da die Musik wirklich vielfältig ist und zu unterhalten weiß. Von Mitgröl-Refrains über normales, eher Death Metal-typisches Gegrunze über die angesprochenen Sicko-Vocals, die klingen als hätte sie ein wahnsinniger Affe auf Drogen eingesungen, ist alles vorhanden. Das bereits erwähnte Drumming ist wirklich nicht von diesem Planeten, einfach nur extrem. Es wird zwar nicht unbedingt viel geblastet, aber Dennis the Menace gibt ordentlich Gas und das Getrommel befindet sich meistens dennoch im „High Speed“-Bereich. Die Produktion von „Dahmer“ übertrifft die der Vorgänger-Alben bei weitem und als Produzenten und Mixer konnte die Band diesmal Grammy-Award Preisträger Neil Kernon (u.a. Queen, David Bowie, Judas Priest) gewinnen, was garantiert kein Griff ins Klo war, denn der „Dahmer“-Sound ist der beste, den MACABRE je hatten.

Nun ein kleiner Auszug aus der Tracklist: „Jeffrey Dahmer and the Chocolate Factory“ klingt wie ein lustiges Kinderlied, mit „hoopa-loopa-doopa-di-do – hoopa-loopa-doopa-di-da“ Chören, die von Jeffreys Arbeit in der Schokoladenfabrik und seinen Gewohnheiten, Männer zu essen, die er in Gay-Bars aufgegabelt hatte, erzählen. Köstlich! Der „Jeffrey Dahmer Blues“ wiederum klingt wie eine harte Metal-Version eines typischen Blues-Songs mit der Zeile „I got the Jeffrey Dahmer Blues…“ im Refrain. Im „McDahmers“-Restaurant gibt’s Menschenfleisch-Burger mit Blut und Eiter statt Ketchup und Mayo – dazu Hoden-Nuggets mit Sperma-Soße… herrlich! Die Stories haben jedenfalls alle einen wahren Kern, Mr. Dahmer war also ein wahrer Gourmet.

Mit „Dog Guts“, „Exposure“, „Do the Dahmer“ oder „Grandmother’s House“ gibt es weitere Anspieltipps, die jeder Fan extremen Metals mal anchecken sollte, der auch ein wenig Humor übrig hat! Gäbe es eine Steigerung des Wortes „Pflichtkauf“, so würde ich diese jetzt anwenden, alles klar?!

Geork

P.S.: Mp3-Files findet ihr auf der offiziellen Homepage (Link siehe unten)

Spielzeit: 62:23 Min.

Line-Up:
Corporate Death – 7-string Guitar / Vocals

Nefarious – 6-string Bass / Background Vocals

Dennis the Menace – Drums / Background Vocals

Produziert von Neil Kernon

Homepage: http://www.murdermetal.com

Tracklist:
01) Dog Guts

02) Hitch Hiker

03) In the Army Now

04) Grandmothers House

05) Blood Bank

06) Exposure

07) Ambassador Hotel

08) Cup of Coffee

09) Bath House

10) Jeffrey Dahmer & The Chocolate Factory

11) Apartment 213

12) Drill Bit Lobotomy

13) Jeffery Dahmer Blues

14) McDahmers

15) Into the Toilet with You

16) Coming to Chicago

17) Scrub a Dub Dub

18) Konerak

19) Media Circus

20) Temple of Bones

21) Trial

22) Do the Dahmer

23) Baptized

24) Christopher Scarver

25) Dahmers Dead

26) The Brain