KING DIAMOND: House of God

"House of God" ist wieder eine enorme Steigerung zum etwas schwachen letzten KING DIAMOND Album "Voodoo". Abweschlungsreiches Songwriting, eine interessante Story, der unvergleichliche Gesang des Königs und nicht zuletzt die hervorragende Gitarrenarbeit von Andy La Rocque und Glen Drover reihen "House of God" zu den anderen Klassikern des Kings ein.

House of God, das neue Album von KING DIAMOND ist eindeutig das Beste, was er seit Abigail und Them abgeliefert hat und das den schwachen Vorgänger vergessen macht. Zwar war auch schon der Vorgänger das beste Album seit Abigail und hat damals schon den schwachen Vorgänger vergessen gemacht, aber so ist das halt beim KING und genauso auch bei MERCYFUL FATE.

Diese Phrasendrescherein will ich mal lieber anderen Magazinen überlassen, die dieses Spielchen schon seit Jahren treiben, jedoch mit einer kleinen Einschränkung. Das letzte KING DIAMOND Album war wirklich nicht gerade eine Meisterleistung, vor allem da der KING mit The Graveyard meiner Meinung nach eines seiner besten Alben abgeliefert und somit die Erwartungen für Voodoo ziemlich hochgeschraubt hat.

Und so legte ich doch etwas nervös die neue KING DIAMOND CD in meinen Player und betete (zu wem auch immer), dass sich der King von seinem Tief erholt hat. Und er hat! Schon allein das geniale Intro zu House of God lies meinen Adrenalinspiegel in die Höhe schnellen und als dann endlich der erste Schreier des King bei The Trees have Eyes eingefadet wurde, gab es bei mir nur noch einen Gedanken: JAAAA! Der King ist zurück! Zurück mit besseren Songs, besserem Gesang und einer besseren Story.

Die Story zu erzählen fällt bei House of God schwieriger denn je. Was zunächst als eine recht einfache Geschichte um einen Fluch beginnt, verwandelt sich mit den letzten beiden Songs in eine Story, die jegliche Glaubenswerte in Frage stellt. Dabei begnügt sich der King jedoch nicht nur, nach allen Klischees über den christlichen Glauben herzuziehen, nein, er stellt Fragen, die weit über dieses Gut und Böse – Schema hinausgehen.

Musikalisch lebt der King auf House of God alle Facetten aus, die seine Musik je ausgemacht haben. Mit The Trees have Eyes und Follow the Wolf beginnt der King das Album mit zwei klassischen KING DIAMOND Song, während House of God dann schon mit einem rockigen Groove eine neue Richtung einschlägt. Ähnlich rockig ist auch Black Devil ausgefallen, bei dem man einfach nicht anders kann, als mit dem Kopf mitzuwippen. Mit The Pact kehrt der King dann wieder komplett zu seinen Wurzeln zurück, und dieser Song könnte tatsächlich auch genauso auf seinen älteren Alben stehen. Goodbye ist ein kurzer, aber wunderschöner Song, der voll auf den ausdrucksstarken Gesang des Kings baut, gefolgt von Just a Shadow, der etwas flacher ausgefallen ist und eher zu der Sparte von KING DIAMOND-Songs zählt, bei denen man nicht wirklich unterscheiden kann, ob es sich hier nun um ein KING oder einen neueren FATE Song handelt. Help!!! erweist sich als außergewöhnlich riffbetont und kann durch seinen durchgängigen Beat als der Popsong von House of God gewertet werden…einfach geil! Passage gehört dann wieder mehr zu den Hörspiel-Stücken und mit Catacomb, This Place is Terrible und Peace of Mind wird das Album erneut mit zwei starken, King-typischen Midtempo-Songs und einem schönen romantischen Instrumental abgeschlossen.

House of God lebt erneut von dem abwechslungsreichen und interessanten Songwriting, das seine ganze Klasse aber – wie auch bei allen anderen KING DIAMOND – Alben – erst entfaltet, wenn man die Musik im Kontext mit den Lyrics betrachtet. Die Hinzunahme von EIDOLON-Gitarrist Glen Drover macht sich äußerst positiv bemerkbar, da gerade er mit seinen kurzen und prägnanten Soli eine hervorragende Ergänzung zu Altmeister Andy La Rocque darstellt.

Schon klar, in diesem Review sind eindeutig wieder zu viele Superlative vorhanden, aber wenn diese jemand verdient, dann der King! Ich bin halt Fan und bleibe Fan!

Fierce

Veröffentlichungstermin: 29.05.00

Spielzeit: 51:20 Min.

Line-Up:
King Diamond – vocals, keyboards

Andy La Rocque – Guitars, keyboards

Glen Drover – Guitars

John Herbert – Drums

David Harbour – Bass

Produziert von King Diamond, Andy La Rocque & Kol Marshall
Label: Massacre Records

Hompage: http://www.geocities.com/SunsetStrip/Amphitheatre/1236/index.html

Tracklist:
1. Upon the Cross

2. The Trees have Eyes

3. Follow the Wolf

4. House of God

5. Black Devil

6. The Pact

7. Goodbye

8. Just a Shadow

9. Help!!!

10. Passage to Hell

11. Catacomb

12. This Place is Terrible

13. Peace of Mind