Honeymoon Suite - Dreamland Cover

HONEYMOON SUITE: Dreamland

Die Kanadier von HONEYMOON SUITE sind zurück. Mit einem guten Album, dem allerdings etwas die Eier fehlen…

Von diesen Kanadiern hab’ ich ja schon lange nichts mehr gehört. Ich glaube sogar, dass ich außer den Alben „Honeymoon Suite“ (1984), „Racing after Midnight“ (1988) und „Monsters under the Bed“ (1991) keine weiteren Scheiben der Band kenne. Im Gegensatz zu ihrem Bekanntheitsgrad in Europa war die Band in ihrer kanadischen Heimat recht erfolgreich, denn nicht umsonst konnte sie für ihre Alben bisher zwei “Triple Platinum”, einen “double Platinum“ und zwei „gold“ Awards einsacken und u.a. mit Bryan Adams, ZZ TOP, STATUS QUO, TRIUMPH, JETHRO TULL oder Billy Idol auf Tour gehen.

Die beiden Gründungsmitglieder Derry Grehan (Leadgitarre) und Johnnie Dee (Gesang, Gitarre) melden sich nun – verstärkt durch Peter Nunn (Keyboards), Rob Laidlaw (Bass) und Drummer Bret Carrigan – nach einer wirklich langen Pause (bedingt durch etliche Besetzungswechsel??) mit dem Album „Dreamland“ (12 Songs, 47:51 Min.) zurück.

HONEYMOON SUITE agieren sehr massenkompatibel

Musikalisch kann man die Band durchaus und immer noch in den Melodic Rock-Bereich einordnen, wobei man aber selten härter als meinetwegen FOREIGNER, JOURNEY oder Bryan Adams agiert. Sehr keyboardlastig (wieso hat man der Gitarre nicht mehr Spielraum gegönnt??), sehr mainstreamig und somit sehr massenkompatibel und radiotauglich. Metal ist es sowieso nicht, Hard Rock nicht mal mit dem Zudrücken aller Augen. „Dreamland“ ist eine ROCKscheibe. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Doch das muss ja nicht zwangsläufig negativ sein. Ich hätte mit einer HMS-Scheibe im Nu Metal-Gewand wahrscheinlich viel größere Probleme.

So bietet „Dreamland“ erstklassige Hooklines, mehrstimmige und mitsingbare Refrains, einen sehr guten Sänger (der mit seiner kratzigen Stimme etwas an Bryan Adams erinnert) – aber leider auch keine Ecken, Kanten und dicke Eier. Wie geil hätte z.B. „Still Lovin’ You“ sein können, wenn man das Kräfteverhältnis von Gitarre/Keyboard umgedreht hätte. So ist dieser Track viel zu poppig geraten, was auch für das schnulzige „Too little, too late“ und das nur unwesentlich härtere „Lagavulin“ und das arg süße „Even Now“ (davon bekommt man ja Ohren-Karies) gilt. Besser sind da schon „The Way I do“, „Gone, Just Love Somebody, „Radiant“ oder der Titeltrack, die trotz ihres eingängigen Pop-Appeals recht gut rocken. So könnten JOURNEY oder DEF LEPPARD mit einem Sänger wie Bryan Adams klingen.

„Dreamland“ ist ein starkes, aber auch unspektakuläres Album

Komme ich also nun zum Fazit: ein wirklich starkes, wenn auch unspektakuläres Album, das die Zielgruppe begeistert aufnehmen dürfte. Die Bandmitglieder haben ihre Hausaufgaben in den Fächern „Songwriting“ und „Instrumentenbeherrschung“ gemacht und wissen auch, wie man die Songs in ein gut klingendes Soundgewand kleidet. Mir persönlich ist das Ganze jedoch nicht (hard-)rockig genug und oft (leider) viel zu poppig.

Spielzeit: 47:51 Min.

Line-Up:

Derry Grehan (Leadgitarre)
Johnnie Dee (Gesang, Gitarre)
Peter Nunn (Keyboards)
Rob Laidlaw (Bass)
Bret Carrigan (Drums)

Produziert von R. Laidlaw, E.Ravenstein, D.Grehan & J.Dee
Label: Frontiers Records

Homepage: http://www.honeymoonsuite.com

HONEYMOON SUITE „Dreamland“ Tracklist

  1. What I Know
  2. So Hard
  3. Still Lovin‘ You
  4. Just Love Somebody
  5. The Way I Do
  6. Dreamland
  7. Too Little Too Late
  8. Gone
  9. Undone
  10. Lagavulin
  11. Radiant
  12. Even Now