HEX: Behold The Unlighted [EP]

HEX machen kurzen Prozess: „Behold The Unlighted“ ist eine brachiale Doom Death-EP, die zeigt, dass die Band auf dem richtigen Weg ist.

Wenn Doom-Death mit einem Klavierintro startet, verführt es dazu, sich gleich auf die romantische Variante des Genres einzustellen – da habt ihr uns aber sauber ausgetrickst, HEX! Denn mit MY DYING BRIDESATURNUSOCTOBER TIDE-Moll-Gitarren ist hier nix. Stattdessen überrollt „Behold The Unlighted“ die Rezipienten so, als würden RUNEMAGICK im BOLT THROWER-Panzer hocken. Schwere Riffs, noch schwerere Grooves und im Prinzip war es das schon für die kommenden drei Songs. Kurz: HEX machen unmissverständlich klar, dass bei ihrer Variante des Doom-Death der Death Metal im Vordergrund steht.

Doom Death ohne Mollgitarren, aber mit reichlich Durchschlagskraft: Die Spanier HEX zeigen auf „Behold The Unlighted“ keinen Sinn für Romantik.

So richtig frisch klingt das alles nicht, aber immerhin ist „Behold The Unlighted“ gut gemacht. Die drei finsteren Songs sind mit mehr Sorgfalt arrangiert und komponiert wurden, als es zunächst den Anschein macht. Vielleicht liegt es daran, dass die fünf Spanier immer wieder über den Tellerrand blicken und passende, unerwartete Elemente einbauen. Dazu gehören das eingangs erwähnte Klavierintro, vereinzelte melodische Twin Guitar-Elemente und ein atmosphärisches Outro, das bei den leisen Momenten nach frühen BETHLEHEM klingt. Indem HEX solche Elemente recht spärlich einsetzen, wirkt es, als würden sie eher zu tief stapeln. Wer weiß, vielleicht traut sich das Quintett auf dem nächsten Album aus dem Vollen zu schöpfen.

HEX haben ein gutes Händchen für spannende Arrangements und ungewöhnliche Details – „Behold The Unlighted“ hätte davon ruhig mehr haben können.

Insgesamt ist diese EP aber doch solide. Wenn HEX wuchtig klingen wollen, sind sie absolut kompromisslos. Und neben den souveränen Instrumentalisten ist da noch die brutale Stimme, deren Volumen für absolute Anerkennung sorgt. Und doch sticht die Band nur schwer aus der Masse mit ihrer EP hervor. Im Vergleich zu ihrem letzten Album „God Has No Name“, das eher so so naja war und ein wenig mit unpassenden EYEHATEGOD-Zitaten nervte, ist eine qualitative Entwicklung zu sehen. Kompromisslos und brutal einerseits, gut geschrieben und mit immer wieder interessanten Elementen aufwartend andererseits, sind HEX mit „Behold The Unlighted“ auf dem richtigen Weg.

VÖ: 24. März 2022

Spielzeit: 20:47

Line-Up:
J – Vocals
Adolfo WB – Guitars
Jon Ander – Guitars
M. Akerburu – Bass
Rober – Drums

Label: Vertebrae / Negre PlanY / Hecatombe Records

HEX „Behold The Unlighted“ Tracklist:

1. As Darkness Descends Upon You
2. Impending Doom Towards Darkness
3. …And Thus Spoke Darkness

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