HATRIOT: Dawn Of The New Centurion

HATRIOT: Dawn Of The New Centurion

Gerade mal ein gutes Jahr haben sich HATRIOT Zeit gelassen, um den Nachfolger zu ihrem Debüt-Album Heroes Of Origin einzudübeln. Was dabei herausgekommen ist wirkt aber keinesfalls wie ein Schnellschuss. Der Opener Cold Dead Hands, welcher mit dem berühmten, namensgebenden Zitat von Charlton Heston eingeleitet wird, zeigt gleich die Marschrichtung an. Klassischer US Thrash ala EXODUS und TESTAMENT. Die Wohoho-Shouts im Pre-Chorus könnten dabei tatsächlich von Chuck Billy stammen. Die brutale Abrißbirne Your Worst Enemy hätte so auch auf einem neueren EXODUS-Album stehen können. The Fear Within ist die untypischste Komposition auf Dawn Of The New Centurion. Der über sieben Minuten lange Song startet langsam und düster. Später wechseln sich thrashige und schleppende Passagen miteinander ab. Dabei hat der gesamte Song eine düster-melancholische Grundstimmung. Honor the Rise and Fall ist dann wieder ein ähnlicher Schlag in die Fresse wie Your Worst Enemy. Schnell, schnörkellos, rein in die Fresse.

Superkillafragsadisticactsaresoatrocious ist ein grovender Mid Tempo-Thrasher, der erneut Erinnerungen an Zetros Ex-Arbeitgeber EXODUS wach werden lässt und dabei trotz dämlichem Songtitel ne sehr gute Figur macht. Das Ding wird live eine sichere Bank. Bemerkenswert sind die Free PUSSY RIOT-Growls am Ende. Ein gutes Statement, wenn auch etwas spät. Mit Silence in the House of the Lord und dem Titelsong gibt es noch zwei weitere Songs, welche die sieben Minuten Spielzeit knacken. Silence in the House of the Lord startet mit einem Gitarren-Intro, welches man wohl am ehesten als Tribut an den alten TESTAMENT-Smasher Burnt Offerings bezeichnen kann. Auch ansonsten hat der Song einen TESTAMENT-Touch, ist allerdings einen Tick zu lang für das musikalisch gebotene. Da hätte man ruhig etwas straffen können. Erstklassig ist allerdings die Lead-Gitarrenarbeit bei diesem Song. Der finstere, schleppende Anfang des Titelsong erinnert von der Stimmung her etwas an Seasons In The Abyss von SLAYER und walzt sich den Großteil der Spielzeit im schleppenden Tempo durch die Boxen. Lediglich im Mittelteil thrashen HATRIOT mal für eine Weile drauf los, nur um den Song dann wieder langsam und bedrohlich ausklingen zu lassen. Auch hier gilt, dass eine Minute weniger Spielzeit dem Song auch nicht geschadet hätte.

World Funeral ist dann doch etwas zu stumpf und zählt damit zu den wenigen Durchhängern des Albums. Das können HATRIOT besser. Der Rausschmeißer Consolation for the Insane ist wieder eine solide Up Tempo-Nummer bei der sich stellenweise ein gewisses Death Metal-Riffing einschleicht. Im Vergleich zum Debüt würde ich Dawn Of The New Centurion als das stärkere Album einschätzen. Zwar hat das Songmaterial vereinzelte Längen aufzuweisen, doch insgesamt ist das zweite HATRIOT-Album eine richtig gute Thrash-Platte, die vor allem Fans von Zetros Ex-Arbeitgebern EXODUS und TESTAMENT beziehungsweise LEGACY gefallen dürfte.

Veröffentlichungstermin: 21.02.2014

Spielzeit: 50:21 Min.

Line-Up:
Steve Zetro Souza – vocals
Kosta V – guitars
Justin Cole – guitars
Cody Souza – bass
Nick Souza – drums
Label: Massacre Records

Homepage: http://www.hatriotmetal.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/hatriot

Tracklist:
1. From My Cold Dead Hands
2. Your Worst Enemy
3. The Fear Within
4. Honor the Rise and Fall
5. Superkillafragsadisticactsaresoatrocious
6. Silence in the House of the Lord
7. World Funeral
8. Dawn of the New Centurion
9. Consolation for the Insane

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.