GOODBYE JUNE: See Where The Night Goes

GOODBYE JUNE melden sich zurück mit ihrem vierten Album „See Where The Night Goes“. Die Band um die drei Cousins Landon, Brandon und Tyler hatte zuletzt mit „Community Inn“ eine klasse Verbeugung vor LED ZEPPELIN abgeliefert. Da ging die Erwartung zum neuen Album klar auch in diese Richtung. Aber nein, so einfach machen es sich die Jungs aus Tennessee nicht. Aber was sie machen, das machen sie wieder richtig gut!

GOODBYE JUNE gehen auf „See Where The Night Goes“ neue alte Wege

Schon der Opener zeigt, dass GOODBYE JUNE einen großen Schritt weg gemacht haben von LED ZEPPELIN, auch wenn diese im Soloteil nochmal deutlich durchdrücken. Aber nein, die Herren haben hörbar ihre ganz alten AC/DC-Scheiben rausgekramt. Zappelige Young-Gitarren, die Vocals klar Richtung Bon Scott, wer gern mal die „High Voltage“ oder „Dirty Deeds“ auflegt, der wird dieses Lied lieben. Bei „See Where The Night Goes“ gibt es eine gelungene Symbiose, musikalisch geht es eher Richtung „The Razors Edge“, auf dem Bon Scott gesungen hätte. Die Australier werden immer wieder zitiert, auch mal über Umwege. Bei einem Partysong wie „Take A Ride“ denkt man eher an 80er Hair Rock mit Sängern der kratzigen Art. Erste CINDERELLA, BRITNY FOX, BEAU NASTY, hier und da denkt man auch an TESLA, gerade in den melodischen Momenten. Ein purer AC/DC-Abklatsch sind GOODBYE JUNE keinen Moment. Schon auf dem letzten Album hatten wir ja das gleiche Spiel mit LED ZEPPELIN, die immer präsent waren, aber die Band ihr eigenes Ding draus gemacht hat.

GOODBYE JUNE feiern jetzt AC/DC

Puh, Kitsch-Alarm, „What I Need“ kommt als klebrige Ballade im Stil der entsprechenden AEROSMITH-Hits. Ein Hinweis, welche Band auf dem nächsten Album verwurstet wird? Getoppt wird die Schmalznummer von grenzwertig zuckersüßen Vocals, die schon arg überzogen sind. Schön anzuhören, natürlich baut sich die Ballade irgendwann auf inklusive Gospel-Backings, wer diese Art Kuschelrock mag, der schmilzt sicher auch hier dahin. Wir aber freuen uns doch wieder über knackigen Känguru-Rock. Der bekommt dann mal Piano-Gedingel verpasst und klingt kurz nach BRUCE HORNSBY. „Everlasting Love“ zeigt sich als locker-flockiger 70er-Rocker. CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL mit einem Schuss SLADE und 80er Hair Rock-Happiness, ein echter Gute Laune-Bringer. Und immer wieder AC/DC trifft 80er Hair Rock. Hier und da schimmern auch Southern-Vibes durch, man kommt ja schließlich aus Nashville, Tennessee. Als Rausschmeißer gibt es das Hauseigene „We Will Rock You“, hier soll „Black“ die Fans zum Mitklatschen animieren. Dürfte live sicher Spaß machen, wie auch das ganze Album.

„See Where The Night Goes“ ist eigen und abwechslungsreich trotz klarer Verweise auf große Bands

GOODBYE JUNE schaffen wie schon auf „Community Inn“ mit LED ZEPPELIN hier auf „See Where The Night Goes“ alte Helden zu feiern, eben AC/DC, und das so aufzumischen, dass sie nie zur Coverband werden. Großartige Musiker präsentieren uns die Verweise auf die Australier so eigen und abwechslungsreich, dass es eine wahre Freude ist. Der fünffach Grammy-nominierte Paul Moaks hat einen kraftvollen Sound zusammengeschoben, welcher den Songs gut steht. Es gibt eine klasse Stimme, die nur einmal etwas überzogen wirkt. Dazu starke Gitarren und eine knackige Rhythm-Section. Hier und da Hilfe von erfahrenen Songwritern, und fertig ist ein stimmiges, Laune machendes Hard Rock-Album, dass man jedem Fan der genannten Bands empfehlen kann.

Veröffentlicht am18.02.2022

Spielzeit: 40:29 Min.

Lineup:
Landon Milbourn – Gesang, akustische Gitarre
Brandon Qualkenbush -Rhythmusgitarre, Backing Vocals
Tyler Baker – Leadgitarre, Backing Vocals
Jacob Thomas Jr. – Bass
Nathan Sexton (Studio), Kevin Smith (live) – Drums

Label: Earache Records

Homepage: https://www.goodbyejune.com

Mehr im Web: https://www.facebook.com/GoodbyeJune

Die Tracklist von “See Where The Night Goes”:

1. Step Aside (Video bei YouTube)
2. See Where The Night Goes
3. Breathe And Attack
4. Take A Ride
5. What I Need
6. Stand And Deliver
7. Baby, I’m Back
8. Everlasting Love
9. Nothing
10. Three Chords (Video bei YouTube)
11. Black