GOAT THE HEAD: Strictly Physical

Darf man Death Metal lustig finden? Oder kommt man dann in die Hölle? Ach nee, das wäre ja lustiger Black Metal. Egal: die Norweger GOAT THE HEAD haben im Februar ihr drittes Album “Strictly Physical” rausgehauen. Die Jungs aus Trondheim gibt es seit 2005, vorher war man mit THORNS, TROLL und KEEP OF KALESSIN unterwegs. Die 10 Jahre Pause seit dem letzten, nicht so prallen Album hat den Jungs offensichtlich gut getan. Heute nun zeigt man sich mit Neuzugang Kenneth Kapstad (ex-MOTORPSYCHO, SPIDERGAWD) an den Drums. Und einem Album, bei dem ich mir oft ein Schmunzeln nicht verkneifen kann. Was hier unter dem Banner “Contemporary Primal Caveman Death Metal” zusammengebraten wird, ist absolut unterhaltsam. Was das genau ist, das belegen die Norweger treffend im alten, sehenswerten Video zu “Darwinian Minions” vom 2007er Debüt “Darwinian Minions”.

GOAT THE HEAD zeigen sich mit “Strictly Physical” sehr unterhaltsam

Shouter Per Spjøtvold lässt einen schon grinsen. So mag ein schlecht gelaunter Bergtroll kurz vorm Zahnarztbesuch klingen. Der Opener schleicht sich erstmal gemächlich an wie die Zahnarztgehilfin mit dem Zahnsteinbesteck. Und auch der Troll versucht, da heldenhaft durchzukommen, es gibt epische Ausflüge, die durchaus an traditionellen Helden-Metal erinnern. Aber eben auch an melodische Death-Kollegen. Wenn GOAT THE HEAD in wilde Raserei verfallen wie bei “Fit For Swine” oder “Blästed”, dann ich Schuss mit lustig. Aber wirklich Angst machen sie einem nicht. Die ist eh wieder verflogen, wenn bei “Exhaler” 80er Hard Rock durchschimmert, beim erhabenen “The Cosmoclast” verträumt geschunkelt und mit dem Kriegsbeil gekuschelt wird. Lustig wird es, wenn man bei “A Three Krater Symposium” nach wütenden VENOM klingt, beim spinnigen “Cemetery Swarm” muss ich gar an die NWOBHM-Irren von RAVEN denken. Das abschließende lange “Miracle” hingegen lässt auch mal an Pagan/Viking-Metal denken.

GOAT THE HEAD haben im Death Metal-Pool mit ihrer schrägen Mischung etwas ganz Eigenes

Vielleicht bin ich einfach nicht Death genug, um den Ernst dieser Scheibe zu erkennen. Aber hej, ich bin sicher, dass auch GOAT THE HEAD selbst ihre Mucke mit einem fetten Grinsen präsentieren und mächtig Spaß dabei haben. “Strictly Physical” ist anders, unterhaltsam, abwechslungsreich. Die eingestreuten Hardrockigen Keyboardteppiche wirken gern mal albern, aber eher im positiven Sinn. Die Vocals sind durchaus fordernd, gerade wenn Per alles gibt, um mit seiner Gröhlstimme zu “singen”. Alles in allem ein Album, das echt Spaß macht. Sehr cool!

Wer mag kann sich auch eine Show zum Release des neuen Albums anschauen.

Veröffentlicht am 12.02.2021

Spielzeit: 39:09 Min.

Lineup:
Per Spjøtvold – Vocals, Keyboards
Ketil Sæther – Guitar
Trond Frønes – Bass
Kenneth Kapstad – Drums

Label: Crispin Glover Records

Homepage: http://www.goat.as

Mehr im Web: https://www.facebook.com/goatthehead

Die Tracklist von “Strictly Physical”:

1. The Call Of Ixodes (Lyric-Video bei youtube)
2. Fit For Swine
3. Exhaler
4. The Cosmoclast
5. A Three Krater Symposium
6. Cemetery Swarm
7. Blästed
8. Miracle