FALCONER: Among Beggars and Thieves

Super arrangiert, durchzogen von perfekt gesetzten Breaks, Tempovariationen und mittelalterlich anmutenden Einsprengseln, nicht zuletzt mit klasse Gitarrensoli und schönen Gesangslinien ausgestattet – FALCONER liefern ein grundsolides FALCONER-Album mit Songs auf einem hohen Level ab.

FALCONER hatten in ihrer Anfangszeit das Problem, als die Band mit dem MITHOTYN-Gitarrist und dem Musicalsänger gerne mal überbewertet zu werden. Keine Frage, das Debütalbum war klasse, aber nicht völlig von dieser Welt. Der Sängerwechsel zum dritten Album war für die Karriere nicht unbedingt förderlich, für die eigene Reputation aber schon. Denn seitdem Mathias Blad wieder in der Band zurück ist, ist der Name FALCONER in erster Linie ein Qualitätssiegel.

Es erstaunt in keiner Weise, dass Among Beggars and Thieves den hervorragenden Standard vergangener Werke hält. Ganz offensichtlich herrscht hier kein Zwang, mit allen Mitteln den Erfolg nach vorne zu pushen. Viel lieber liefert man ein Album ab, das von vorne bis hinten auf festem Grund steht. FALCONERbleiben sich selbst treu und liefern Folk-beeinflussten Heavy Metal, ohne sich an angesagten Bands wie AMON AMARTH, dem Kaschperletheater TURISAS oder KORPIKLAANI zu orientieren. Vielmehr erzeugt man ein Gefühl, dass man von älteren BLIND GUARDIAN-Alben her kennt, wirkt dabei aber weitaus bodenständiger und weniger Fantasy-haft. Der Begriff bodenständig kommt einem ohnehin ständig in den Sinn. Die Songs sind super arrangiert, durchzogen von perfekt gesetzten Breaks, Tempovariationen und mittelalterlich anmutenden Einsprengseln – das alles wirkt wohl durchdacht und dennoch natürlich und ungekünstelt. Die beiden Band-Aushängeschilder geben sich keinerlei Blöße und glänzen mit klasse Gesangslinien und Gitarrensoli. Zudem macht es hier mal wieder richtig Spaß, sich von der wohldosierten Doublebass durch die Songs treiben zu lassen. Selbst der weibliche Gesang und die THERION-artigen Chorteile in Dreams and Pyres sind so gut in die Musik integriert, dass sie nicht zum tragenden Element oder gar Gimmick verkommen.

Nochmal auf das Thema Bodenständigkeit zurück kommend: Die macht Among Beggars and Thieves ohne Frage zu einem echten Hörgenuss, dem man sich gerne hingibt. Aber das hat auch seinen Preis. Denn echte Überraschungen braucht man von dem nunmehr sechsten FALCONER-Album nicht erwarten. Es liegt ein Hauch von viel mehr wird da nicht mehr kommen in der Luft. Aber ein grundsolides, ehrliches Album mit guten Songs und vor allem einem guten Feeling sind mir allemal lieber als ein verkrampft dem zweiten Bandfrühling hinterherjagenden Release. Somit klingt Among Beggars and Thieves also nicht nur bodenständig, sondern auch erwachsen und gestanden. Auf dem Niveau können noch ein paar Alben kommen.

Veröffentlichungstermin: 22.08.08

Spielzeit: 49:06 Min.

Line-Up:

Mathias Blad – Gesang
Stefan Weinerhall – Gitarre, Keyboard
Jimmy Hedlund – Gitarre
Magnus Linhardt – Bass
Karsten Larsson – Schlagzeug

Produziert von Andy La Rocque
Label: Metal Blade Records

Homepage: http://www.falconermusic.com
MySpace-Seite: http://www.myspace.com/falconermusic

Tracklist:
1. Field Of Sorrow
2. Man Of The Hour
3. A Beggar Hero
4. Vargaskall
5. Carnival Of Disgust
6. Mountain Men
7. Viddernas Man
8. Pale Light Of Silver Moon
9. Boiling Led
10. Dark Ages
11. Skula, Skorpa, Skalk
12. Dreams And Pyres