EDGE OF FOREVER: Another Paradise

Aber auch wenn das anfangs hohe Level nicht für das ganze Album reicht, so bekommt man als AOR/Melodic-Rock-Fan eine starke Scheibe, die alles mitbringt, was man von einem guten Album erwartet.

Beim Melodic-Metal/AOR aus Bella Italia mischen EDGE OF FOREVER schon eine Weile ganz vorne mit. Die Band aus Parma legt nun mit Another Paradise das dritte Album vor.

Wie gewohnt bietet man hochklassigen Melodic-Rock, der fleißig zwischen amerikanischem AOR und europäischem, leichtgängigen Hard Rock mit starkem Schweden-Touch pendelt, niemandem weh tut, entsprechenden Fans aber gefallen wird. Zuerst fällt auf, dass hier nicht mehr Bob Harris (AXE, STEVE VAI, ZAPPA) am Mikro steht, der aber bei What I´ve Never Seen zu hören ist. Die Leadvocals hat nun Keyboarder Alessandro Del Vecchio übernommen, der eine sehr gute Figur macht und mit seiner hellen, soften Stimme gut zum Sound der Band passt. Der Auftakt des Albums kommt dann auch absolut überzeugend. Knackig, mit genügend Plüsch, aber ohne diesen typisch italienischen Kitschfaktor sind die Songs catchy und hoch melodisch, rocken aber stellenweise recht ordentlich. Gerade dann erinnern sie an einen süffigen Schwedencocktail aus EUROPE und TREAT, die ruhigeren Töne klingen hingegen recht amerikanisch, oft denkt man an RICHARD MARX, frühen MICHAEL BOLTON oder auch mal etwas an TYKETTO. Anbiederungen an moderne Klänge gibt es nicht, hier herrschen die haarigen 80er Zeiten vor. Man singt schnell mit, genießt eingängige Gesangslinien, die man von überall her schon zu kennen glaubt, verfolgt die coolen Leads, die reichlichen Keyboards stören nicht, die Rhythm-Section arbeitet solide, das Leben kann ja so schön sein. Auch die übliche Kuschelballade What I´ve Never Seen mit Vocals von Ex-Kollege Harris ist sehr gelungen, kommt mit viel, aber nicht zu viel Plüsch. Zum Ende hin schwächeln die Songs dann etwas, enttäuschen nicht, kommen aber an den gelungenen Einstieg nicht mehr heran. Auch das Cover des IRENE CARA-Hits What A Feeling kann man nur nett finden, die unbändige Lebensfreude und Energie des Originals aus dem Flashdance-Tanzfilm erreichen die Italiener nicht. Aber auch wenn der anfangs hohe Level nicht für das ganze Album reicht, so bekommt man als AOR/Melodic-Rock-Fan eine starke Scheibe, die alles mitbringt, was man von einem guten Album erwartet.

Veröffentlichungstermin: 15.01.2010

Spielzeit: 50:23 Min.

Line-Up:
Alessandro Del Vecchio – Vocals, Keyboards
Walter Caliaro – Guitars
Nik Mazzucconi – Bass
Francesco Jovino – Drums

Gäste:
Roberto Tirani – Co-Lead Vocals (2)
Carsten Schulz – Backing Vocals (4)
Jgor Gianola – Guitar Solo (4)
Bob Harris – Backing Vocals (7)

Produziert von Alessandro Del Vecchio
Label: 7Hard

Homepage: http://www.edgeofforever.it

MySpace: http://www.myspace.com/edgeofforeverofficial

Tracklist:
1. Distant Voices
2. Another Paradise
3. Lonely
4. Edge Of Life
5. I Won´t call you
6. My Revenge
7. What I´ve Never Seen
8. What A Feeling
9. Eye Of The Storm
10. Against The Wall