DARK TRANQUILLITY: Damage Done

Es steht 1:0 für DARK TRANQUILLITY im Göteborg-Duell.

Es steht 1:0 für DARK TRANQUILLITY im Göteborg-Duell. Gemeint sind die aktuellen Outputs „Damage Done“ und „Reroute To Remain“ der melodic Death Metal-Kings DARK TRANQUILLITY und IN FLAMES, welche fast zeitgleich auf dem Markt erscheinen. Auf dem letzten (auch empfehlenswertem) Album „Haven“ schlugen DARK TRANQUILLITY einen melodischeren, softeren und berechenbareren Weg ein. Fans der Anfangszeiten der Band wirkten sichtlich enttäuscht. Aber genau diesen Personen kann ich eine erfreuliche Nachricht übermitteln. Die Schweden besinnen sich auf Qualitäten, die sie groß gemacht haben. Im Klartext heißt dies: DARK TRANQUILLITY sind eine ganze Ecke heftiger und schneller im Gegensatz zu „Haven“ geworden. Melodie wird immer noch groß geschrieben und das Sextett liefert auf „Damage Done“ ein Ohrwurmtrack nach dem anderen ab.

Zum Probehören eignen sich hervorragend die ersten drei Songs der Veröffentlichung um einen groben, aber ausschlaggebenden Überblick von „Damage Done“ zu bekommen. Der Opener „Final Resistance“ ist eine dreiminütige Uptempo-Melodic-Todeskeule mit fetten Riffs und viel Groove. Es folgt „Hours Passed In Exile“ und DARK TRANQUILLITY kombinieren ihren skandinavischen Death Metal mit akustischen Melancholieparts, welchen mit „Monochromatic Stains“ ein weiteres Highlight von „Damage Done“ zum Abrocken animiert. Der Track ist variationsreich, intensiv und hätte ebenso gut auf „Projector“ stehen können. Auch hier wird das Tempo des öfteren angezogen.

Sehr angenehm ist, dass beim Songwriting der gesamten Scheibe Wert auf einen eingängigen, nachvollziehbaren Refrain gelegt wurde. Die Stücke bleiben schnell im Ohrwurmkanal hängen ohne dabei langweilig zu werden. Sänger Mikael Stanne setzt zudem wieder verstärkt auf seine aggressive Death Metal-Stimme und passt diese optimal den verschiedenen Stimmungen des Albums an. Auf cleane Vocals wartet der Hörer vergebens und das ist auch gut so. Macht inzwischen fast jede melodic Death Metal-Combo. Um auf meinen Einleitungssatz zurück zu kommen: wenn ich mir die beiden neuen Alben der führenden Bands dieses Genres anhöre, verweisen DARK TRANQUILLITY die Schweden IN FLAMES locker auf den Vizemeisterplatz. DARK TRANQUILLITY gehen wieder etwas mehr „back to the roots“ und rocken, wohingegen IN FLAMES zuviel experimentieren und zu melodisch agieren. Dafür gibt es doch SOILWORK, die das besser können.

„Damage Done“ ist eine Investition wert!

VÖ: 22.07.2002

Spielzeit: 43:34 Min.

Line-Up:
Mikael Stanne – vocals

Niklas Sundin –guitars

Martin Henriksson – guitars

Anders Jivarp – drums

Michael Nicklasson – bass

Martin Brändström – electronics

Produziert von Fredrik Nordström
Label: Century Media

Homepage: http://www.darktranquillity.com

Tracklist:
Final Resistance

Hours Passed In Exile

Monochromatic Stains

Single Part Of Two

The Treason Wall

Format C: For Cortex

Damage Done

Cathode Ray Sunshine

The Enemy

White Noise/Black Silence

Ex Nihilo