BLACKLODGE: SolarKult

BLACKLODGE: SolarKult

In letzter Zeit geisterte die Meldung durch die Metalwelt, dass Ex-VENOM Gitarrist Jeff MANTAS zusammen mit der partygeilen Technotruppe SCOOTER auf Tour geht. Obwohl man an einem SCOOTER-Konzert durchaus den einen oder anderen Metaller sichten kann, ist dies doch eine reichlich gruselige akustische Vorstellung für die meisten Mattenträger. Immerhin scheint es tröstlich, dass die beiden Bands nicht zusammen musizieren – und genau hier rückt SolarKult der 1998 gegründeten Truppe BLACKLODGE ins Bild. Statt sich – wie der Name es vermuten lässt – beschaulicher, düsterer Musik im Sinne von Twin Peaks zu widmen, verschmelzen die Franzosen technoide Beats mit schiefen, schwarzmetallischen Gitarren und schaffen sogenannten Industrial Black Metal.

Musikalisch rücken BLACKLODGE so in die metallische Nähe von ABORYM und gehen etwas blackmetallischer zu Werk als DIABOLO`S RISING. Die von den Franzosen heraufbeschworenen, düster-kalten Klanglandschaften und das vorherrschende Chaos gemahnen an Truppen wie THE AXIS OF PERDITION oder ANAAL NATHRAKH. Die Produktion von SolarKult geht eigentlich in Ordnung, die Gitarren sind eher roh ausgefallen. Da jedoch der Gesang verzerrt wurde und der technoide Drumcomputer oftmals nahe am Kollaps vorbeirattert, ergibt sich eine eher grelle, übersteuerte Soundwand. Diese streicht gleichzeitig die Schwächen der Franzosen heraus – grell allein macht noch keine krasse Musik, und wenn man Drumcomputergebolze mit einem echten Drummer kombiniert (etwa in Psychoactive Satan), sollte der Mann aus Fleisch und Blut oder der Drumcomputer tight spielen können respektive sein. Eine weitere Schwäche liegt im Songwriting-Bereich: Trotz Chemiefreak-kompatibler Titel wie Angels Refinery (C21H23NO5 Mix), wo das grosse Heroin-Molekül integriert wird, fehlt es SolarKult einfach an starken Songs, welche die Spannung aufrecht erhalten.

So bleibt am Ende sehr viel Techno-Gebolze (die 90er lassen grüssen) mit einigen verzerrten Lärmkollegen, wirkliche Innovation und gute Songs kann dieses Album nicht sein eigen nennen – hier wünschte man sich mehr Raffinesse bei Elektronika und Saitenfraktion. Und irgendwie ist man froh, dass die Leute von SCOOTER eben doch nicht gleichzeitig wie MANTAS auf der Bühne stehen werden…

Veröffentlichungstermin: 22.01.2006

Spielzeit: 66:04 Min.

Line-Up:
Saint Vincent: Vocals, Gitarren, Elektronik

Silence: Gitarren

Jessy: Bass

Necromorbus: zusätzliche Drums

Produziert von Tore Stjerna
Label: End of All Life Production

Homepage: http://www.loginsatan.org

Email: saintvincent@loginsatan.org

Tracklist:
1. ftp://SolarKult.NeXus

2. Misión

3. Iron Icon

4. PsychoActive SataN

5. 11rd Eye Chemistry

6. Drugz Mysticism [#A:Vision]

7. TeknoShaman 666

8. Luxifer Meme

9. Prequel to the Kilt

10. Angels Refinery [C21H23NO5 Mix]

11. Martyr Complex

12. Forge=PhoeniX

13. Templars

Arlette Huguenin Dumittan
Arlette ist seit 2000 bei vampster und unsere Schweizer Fachfrau für schwarze Musik und vegane Backrezepte. Lieblingsbands: DARKTHRONE, MAYHEM, HAIL OF BULLETS. Genres: Black Metal, Death Metal, Dark Metal/Rock.