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AMORIELLO: Amoriello [Vinyl-LP]

AMORIELLO: Amoriello [Vinyl-LP]

Mit seiner ersten Vinyl-Single “Flood/Nightmusic MCX” konnte Gitarrist Thomas AMORIELLO ein erstes Ausrufezeichen setzen. Nun also kommt das erste Album, pflegeleicht selbstbetitelt. Und auch hier hat Thomas wieder namhafte Kollegen versammelt, die mit ihm seine Songs eingespielt haben. Was sich platt wie eins von zahllosen Allstar-Freizeit-Dingern liest, soviel vorweggenommen, klingt erstaunlich wenig nach Knöpfchendrehen im Studio. Wäre dies eine gewachsene Band würde das nicht überraschen. Ist es aber nicht. Thomas schreibt neben Kinderbüchern auch Songs, und eben die präsentiert er uns nun auf Platte.

AMORIELLO: vom “Guitarland”-Kinderbuch zum Epic-Metal

Dass ein Teil seiner Kollegen mal bei Herrn MALMSTEEN aktiv waren oder noch sind, und auch AMORIELLO ein Fan ist, das belegt der Mann aus New York gleich mit dem Opener. “Holy Man, The Devil´s Land” bläst sich erstmal auf, hoppelt dann im typischen YNGWIE-Stil davon. Dazu die passenden Vocals von Mark Boals und die vertrauten Keyboard-Läufe- und Teppiche von MALMSTEEN´s Michael Troy – man verliert kurz den Überblick, das man gerade nicht beim Schweden ist. Eine schmissige Bridge, die kurz an QUEEN erinnert, ein starker Auftritt. Den hat nach kurzem Keyboardgewabber auch der “Battle Song”, wo ebenfalls schnell klar wird, vor wem sich Thomas verbeugt. DIO ist allgegenwertig in seiner eigenen frühen Solophase. Aber die Gitarren erinnern auch an BLACK SABBATH eben in der Zeit mit DIO, aber auch in der spät-80er Phase. Der Kopf groovt sofort mit, Nackenmuskeltraining ist angesagt. Beim flotten “Music Is The Monarch”, der aktuellen Single, ist wieder Schwedensound angesagt. Mit schönem zarten Mittelteil und zündendem Solo.

MALMSTEEN oder DIO/BLACK SABBATH? “Amoriello” verbeugt sich vor diese Helden

Das schöne Instrumental “Nightmusic MCX” lässt mich immer schmunzeln, hier taucht ein Gitarrenlauf auf, der identisch auf HELSTAR´s unterbewerteten “Nosferatu”-Album zu finden ist. Auch die Powerballade “Flood” findet sich auf dem Album wieder, also beide Songs der Vinyl-Single. Hier im Gesamtwerk fügen sie sich logisch ein und wirken weitaus größer als auf der Single. Gerade letzter Song nimmt einen nun bei der Hand, erzählt eine greifbare Geschichte, und wird gekrönt vom starken, einfühlsamen Gesang von Goran Edman. Was nicht nur hier deutlich wird: Thomas schreddert sich nicht in MALMSTEEN-Manier durch die Songs. Seine Soli sind songdienlich und fügen sich ins Gesamtbild stimmig ein. Tja, irgendwie stimmt hier alles, ich finde den Haken nicht.

Einem kurzen, psychedelisch Moog-wabbernden Instrumental folgt die zweite Version vom “Battle Song”, etwas ausufernder als die erste. Der an letzte BLACK SABBATH-Tunes erinnernde Part zum Abhotten lässt mich immer sofort zur Luftgitarre greifen. Unfassbar, dass man als Gitarrist sofort erkennt, das hier Mr. VINNY APPICE hinter den Drums sitzt! Nun ja, AMORIELLO hat sich genau die richtigen Leute ins Boot geholt. Es macht Spaß, sich unter den Kopfhörer zu verziehen und den einzelnen Musikern gezielt zuzuhören. Und genau dann fällt auf, warum hier nichts nach Projekt klingt. Der Star selber, Mainman Thomas hält sich vornehm zurück und drückt sich nur in den passenden Momenten kurz in den Vordergrund. Schade dass es wohl dieses Gesamtpaket eher nicht auf unseren Bühnen geben wird. Auch die saubere kraftvolle Produktion passt, die Leads wirken hier und da etwas kratzig eingeschoben. Das positive Gesamtbild stört das aber nicht.

Spät 80er/früh 90er Heavy Rock und Epic Metal zum immer wieder hören

Wer auf epischen spät 80er/früh 90er Heavy Rock und Metal steht, irgendwo im Dreieck von MALMSTEEN ohne Sologeschredder, dem großen DIO und spät-80er BLACK SABBATH Glückseeligkeit findet, der ist bei AMORIELLO genau richtig. Ein schönes Album, dem zwar ohne Zweifel die Eigenständigkeit fehlt, das aber rundum Spaß macht. Wo ich nach ähnlichen Alben gern mal nach den Originalen greife, geht hier der Finger immer wieder auf die Repeat-Taste. Fast, immerhin hat es Thomas geschafft, dass ich durch seine klassischen Gitarrenspielereien endlich mal wieder eine Platte von JULIAN BREAM gehört hab.

Vinyl-Freaks sollten sich die sehr limitiert LP direkt beim Label H24 Records sichern.

Veröffentlichung: 07.12.2018

Spielzeit: 35:03

Line up:
Thomas Amoriello – Guitars, Moog Taurus (6)
Michael Troy – Keyboards (1,2,3,4,5) (MALMSTEEN)
Mark Boals – Vocals (1) (MALMSTEEN)
Nick Z. Marino – Vocals (2,7), Keyboards (7) (MALMSTEEN)
Mike Vestera – Vocals (4)
Goran Edman – Vocals (5)
James Amelio Pulli – Bass (1,7) (IMPELLITERRI)
Phil Soussan – Bass (3)
Bjorn Englen – Bass (4)
Neil Murray – Bass (5)
Kenny Stravropoulos – Drums (1) (CACOPHONY)
Vinny Appice – Drums (2,7) (DIO, BLACK SABBATH)
Shane Gaalaas – Drums (3)
John Macaluso – Drums (4)
Atma Anur – Drums (5)

Produziert von Luke DeMuro

Label: H42 Records

Website: http://www.thomasamoriello.com

Mehr im Web: http://www.facebook.com/thomas.amoriello.54

Die Tracklist von “Amoriello”:

1. Holy Man, The Devil´s Land
2. Battle Song 1
3. Nightmusic MCX
4. Music Is The Monarch
5. Flood
6. Atmosphere
7. Battle Song 2

Frank Hellweg
Lebensmotto "stay slow", Doomer halt.... Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!