ADAMANTIS: Far Flung Realm

ADAMANTIS lassen mit “Far Flung Realm” den klassischen europäischen Power Metal der 80er und 90er wieder auferstehen. Gut und stimmig gemacht.

Es machte schon Sinn, dass sich Cruz Del Sur Music dafür entschieden hatten, ADAMANTIS mit einem Plattenvertrag auszustatten, um deren Debütalbum “Far Flung Realm” einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ursprünglich im Oktober 2020 im Eigenvertrieb erschienen, kommt das Power Metal-Album mit Hilfe des italienischen Labels nun auf denjenigen Kontinent, von welchem die US-Amerikaner aus Massachusetts ihre musikalischen Inspirationen bezogen haben dürften: Denn von ADAMANTIS kommt viel Spirit klassischer europäischer Power Metal-Kapellen aus den 80er und 90er-Jahren zum Vorschein – und das mit moderner Studiotechnik und fähigen Protagonisten.

ADAMANTIS gefallen bei leichtem Viking-Einschlag am besten

Dabei sind die puren Power Metal-Tracks nicht einmal zwingend die besten auf “Far Flung Realm”, wenngleich gedoppelte Leads wie in “Puppeteer’s Bane” oder der nahtlose kompositorische Übergang in eine sehr hohe Lead-Gitarren-Spur im eher blassen “Misbegotten Dream” schon aufhorchen lassen. Aber am besten wissen ADAMANTIS zu gefallen, wenn sie etwa einen leichten Viking-Einschlag wie in “Unbound Souls” und “Second Sight” feilbieten. Aber auch der Hauch von IRON MAIDEN fördert ein zaghaftes Lächeln zutage (“Journey’s End”).

Trotz Zwiespalt ist “Far Flung Realm” eine harmonische und runde Sache

Bei anderen Songs ist man dagegen ein wenig im Zwiespalt gefangen. So ärgert man sich in den ersten Minuten von “Fire and Brimstone” über die maue Melodieführung, ehe sich der Song durch mehrere Elemente (sogar Growls) entfaltet und hier für ADAMANTIS-Verhältnisse richtig viel los ist. Bei “Imagination” ist dies umgekehrt: der Song steigt mit atmosphärischen Leads ein und ist dafür im Anschluss daran sehr mau. Weiterhin ergibt die Zugabe von Gast-Sängerin Elisa C. Martín (HAMKA, Ex-DARK MOOR, Ex-DREAMAKER) in “The Oracle’s Prophecy” wenig Sinn, als dass sie quasi in der identischen Stimmlage von Sänger Jeff Stark singt. Und das bei ähnlicher Qualität. Der Gesang kann daher -generell – wieder als Pluspunkt für die US-Amerikaner geltend gemacht werden.

Insgesamt ist “Far Flung Realm” also eine sehr harmonische und runde Sache. Und angesichts der Qualität und des bedienten Genres ein gefundenes Fressen für Cruz Del Sur und den treuen Hörern des Labels.

Veröffentlichungstermin: 19.03.2021

Spielzeit: 56:13 Min.

Line-Up:
Jeff Stark – Gesang
Jeff Taft – Gitarre
Javier Estrada – Gitarre
Cody Pelchat – Bass
Evgeny Gromovoy – Schlagzeug

Gast-Musiker
Elisa C. Martín (HAMKA, Ex-DARK MOOR, Ex-DREAMAKER) – Gesang (“The Oracle’s Prophecy”)
Matt Krais (MARCO GARAU’S MAGIC OPERA, SHADOWSTRIKE) – Gitarre (“Puppeteer’s Bane”)

Produziert von Christian “Moschus” Moos

Label: Cruz del Sur Music

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/adamantisband/
Mehr im Netz: https://adamantismetal.bandcamp.com/

ADAMANTIS “Far Flung Realm” Tracklist

1. Into the Realm
2. Unbound Souls
3. Misbegotten Dream (Lyric-Video bei YouTube)
4. Puppeteer’s Bane
5. Fire and Brimstone
6. Imagination
7. Journey’s End
8. The Oracle’s Prophecy
9. Second Sight
10. The Siege of Arkona
11. Voron (The Ravensong) (Video bei YouTube)