CANNIBAL CORPSE: Red Before Black

cannibal corpse red before black Cover

Konstant, konstanter, CANNIBAL CORPSE. Auf die amerikanische Death Metal-Institution, die nächstes Jahr immerhin schon dreißigjähriges Jubiläum feiert, ist einfach Verlass. Schlechte Alben gibt es von den Kannibalen nicht, nur gute und bessere. “Red Before Black” ist nun das vierzehnte seiner Art und auch auf diesem enttäuschen CANNIBAL CORPSE zu keiner Sekunde. Nachdem der Vorgänger “A Skeletal Domain” von Mark Lewis produziert wurde, kehrten CANNIBAL CORPSE dieses Mal zu Erik Rutan zurück, der die vorherigen drei Alben „Torture“ (2012), „Evisceration Plague“ (2009) und „Kill“ (2006) produzierte. Seine Produktion gibt den Songs auf der einen Seite ordentlich Bumms, ist aber auch differenziert genug, um den spielerischen Fähigkeiten der Kannibalen gerecht zu werden. Der Mann weiß halt, was er tut. Genau so muss eine Death Metal-Platte klingen.

Das bei CANNIBAL CORPSE keine Dilettanten am Werk sind, ist ja nichts Neues. Aber auch auf “Red Before Black” ordnet die Band alles den Songs unter. Irgendwelche technischen Kapriolen, die den Songs ihre brutale Durchschlagskraft nehmen würden, gibt es nicht. Dafür spielt die Band einfach verdammt tight. Drummer Paul Mazurkiewicz hält “Red Before Black” für das bisher eingängigste CANNIBAL CORPSE-Album. Ohne jetzt mit jedem einzelnen Album der Band vertraut zu sein, kann ich diesen Standpunkt durchaus nachvollziehen. Alle Songs auf “Red Before Black” gehen verdammt gut ins Ohr. Dabei ist sicher hilfreich, dass es auf diesem Album keine Blast-Orgien zu hören gibt. Stattdessen regiert zu großen Teilen der klassische Thrash-Beat.

“Red Before Black” lädt zum Mitgrunzen ein – wenn man nicht mit Bangen beschäftigt wäre.

Songs wie das Eröffnungsdoppel “Only One Will Die” und “Red Before Black” kann man spätestens beim zweiten Mal problemlos mitgrunzen, wenn man nicht damit beschäftigt wäre, sich die Birne kaputt zu bangen. Eine schleppende Nummer wie das großartige “Scourge Of Iron” vom “Torture”-Album gibt es dieses Mal nicht. Allerdings enthalten einzelne Songs wie “Code Of The Slashers” oder das alles pulverisierende “Remaimed” ein paar langsame Passagen.

Liebe Kinder, so klingt Death Metal!

Neben weiteren Knallern wie “Shedding My Human Skin”, “Scavenger Consuming Death” oder “Heads Shoveled Off” haben sich auch ein oder zwei Songs eingeschlichen, die halt irgendwie mitlaufen, ohne dass sie mir jetzt die Eingeweide durch den Bauchnabel ziehen würden. Trotzdem ist die Hitdichte auf “Red Before Black” geradezu unverschämt hoch. Und nein, wer mit CANNIBAL CORPSE bislang nichts anfangen konnte, der wird wohl auch durch “Red Before Black” nicht zum Fan. Alle anderen bekommen genau das, was sie erwarten. Auch nach annähernd drei Jahrzehnten gibt es wenige Bands, die CANNIBAL CORPSE das Wasser reichen können. Das untermauert die Band mit einem durchgehend starken, größtenteils hervorragenden Album. Liebe Kinder, so klingt Death Metal!

Veröffentlichungsdatum:: 03.11.2017

Spielzeit: 46:29

Line Up:
George „Corpsegrinder“ Fisher – vocals
Rob Barrett – guitars
Pat O’Brien – guitars
Alex Webster – bass
Paul Mazurkiewicz – drums

Produziert von: Erik Rutan

Label: Metal Blade Records

Bandhomepage: cannibalcorpse.net
Facebook: facebook.com/cannibalcorpse
Bandcamp: cannibalcorpse.bandcamp.com

CANNIBAL CORPSE „Red Before Black“ Tracklist

01. Only One Will Die
02. Red Before Black (Audio bei YouTube)
03. Code Of The Slashers (Video bei YouTube)
04. Shedding My Human Skin
05. Remaimed
06. Firestorm Vengeance
07. Heads Shoveled Off
08. Corpus Delicti
09. Scavenger Consuming Death
10. In The Midst Of Ruin
11. Destroyed Without A Trace
12. Hideous Ichor

Teilen macht Freude: