ULVER: Die Wölfe verlassen ihre Höhle

Ab dem 1. Februar 2010 gehen ULVER auf ihre erste Europatour. Das ist eine kleine Sensation, denn die Eremiten um den charismatischen Sänger Kristoffer G. Rygg haben sich im vergangenen Mai zum ersten Mal aus ihrem Studio heraus getraut, um Bühnenluft zu schnuppern. Die Fans waren begeistert, die Band hat Blut geleckt. Je ein Konzert wird in Deutschland und Österreich stattfinden, beide werden von vampster präsentiert. Grund genug beim neuen Bandmitglied Daniel O´Sullivan anzuklopfen und in einer guten Dreiviertelstunde alles wichtige über seinen Einstieg, die kommende Tour und weitere Pläne für das Jahr 2010 zu erfahren.

Ab dem 1. Februar 2010 gehen ULVER auf ihre erste Europatour. Das ist eine kleine Sensation, denn die Eremiten um den charismatischen Sänger Kristoffer G. Rygg haben sich im vergangenen Mai zum ersten Mal aus ihrem Studio heraus getraut, um Bühnenluft zu schnuppern. Die Fans waren begeistert, die Band hat Blut geleckt. Je ein Konzert wird in Deutschland und Österreich stattfinden, beide werden von vampster präsentiert. Grund genug beim neuen Bandmitglied Daniel O´Sullivan anzuklopfen und in einer guten Dreiviertelstunde alles wichtige über seinen Einstieg, die kommende Tour und weitere Pläne für das Jahr 2010 zu erfahren.

 

Hallo Daniel, wir haben uns zuletzt im Herbst 2008 getroffen, als du mit GUAPO in München gespielt hast. Damals sagtest du, dass du mit ULVER als Gastmusiker arbeiten würdest. Bist du selbst überrascht, wie ernsthaft diese Zusammenarbeit geworden ist?

(lacht) Das bin ich in der Tat. Zu dieser Zeit war nur geplant, dass ich auf dem Album mit den Covers der Songs aus den Sechzigern mitarbeiten würde. Zu dieser Zeit stand es für ULVER außer Frage, live aufzutreten. Die Dinge wurden etwas konkreter, als Kris vorschlug, das zu in Erwägung zu ziehen. Seither wächst meine Rolle in ULVER permanent. Momentan sprechen wir darüber, ein ganzes Album aufzunehmen, den Nachfolger zu Shadows Of The Sun. Es ist wirklich überraschend, wie sich die Dinge entwickelt haben.

Woher kennst du die Musiker hinter ULVER? Ich weiß nur, dass du mit Kris für AETHENOR schon zusammen gearbeitet hast.

Ja, dadurch haben wir uns kennen gelernt. Auf Myspace gab es schon länger ein beidseitige Anerkennung für den jeweils anderen. Kris mochte MIASMA & THE CAROUSEL OF HEADLESS HORSES und GUAPO, und ich liebte Blood Inside. Ich glaube, dass ich einige Jahre zuvor frühere ULVER-Alben gehört habe, aber die haben mich nicht auf dieselbe Art und Weise berührt, wie Blood Inside. Von dem Moment an, als das Album herauskam, war ich Fan davon. Von diesem Punkt an war es klar, dass wir Seelenverwandte sind und seitdem wollten wir zusammen arbeiten.

Witzig, dass du Blood Inside erwähnst. Ich finde, du passt als Künstler gut zu ULVER, und was ich von deiner Arbeit mit GUAPO und MOTHLITE kenne, repräsentiert eben die Seite von ULVER, die immer recht unterschwellig war, aber auf Blood Inside präsenter ist: Die avantgardistische Seite.

Beziehst du dich auf den Größenwahn?

Den Größenwahn?

Das ist etwas, das auf Blood Inside sehr gegenwärtig ist. Das ist die Seelenverwandtschaft, die ich in dem Album fand. Es gibt darin barocke Aspekte, Dreistigkeit, und in einem eher musikalischen Sinn, eine progressive Attitüde. Blood Inside hat einen ziemlich entfernten und weitreichenden Charakter. Das macht es zu einer sehr aufwändigen und bombastischen Musik.

Als ihr an dem Coveralbum gearbeitet habt, stand es zur plötzlich Diskussion ULVER auf die Bühne zu bringen.

Ja, wir sprachen zunächst in unserem Studio in Oslo darüber. Der erste Auftritt auf dem Literaturfestival in Lillehammer wurde uns angeboten und die Thematik war zu gut, um es abzulehnen. Das war der ursprüngliche Auslöser. Ich war begeistert von der Idee und drängte Kris, sich dafür zu entscheiden. Um es zu einer guten Liveshow werden zu lassen, mussten wir aus dem Studio raus und herausfinden, wie wir diese Stücke live arrangieren würden. Es bedarf einiger Überzeugungsarbeit, aber schließlich hat das Geld das übrige geleistet. (lacht)

Es war ja gerade für Kris kein allzu großer Schritt mehr, da er auch schon mit AETHENOR zusammen auf der Bühne stand. Hat er dort Blut geleckt?

Ich glaube, es half schon, dass er mit AETHENOR arbeitete. Aber diese Band hat ein ganz anderes Konzept, wie ULVER, bei AETHENOR geht es viel mehr um freie Improvisation. Es ist ein ziemlich großes Unterfangen, sich da fallen zu lassen. Viele Erwartungen liegen auf ULVER, es gibt eine eingefleischte Fanbasis, und deren Meinung verbreitet sich schnell. Wären wir eine beschissene Liveband, hätten wir es schon mit dem ersten Konzert vermasselt. Es war also wichtig das korrekt durchzuziehen.

Über Kris sagt man, dass er eine sehr schüchterne Person ist. War es schwer für ihn, aufzutreten?

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Der Neue im Wolfsrudel: Daniel O´Sullivan

Sagt man das über ihn? Er ist nicht wirklich schüchtern, aber er ist sehr nervös, wenn er live auftreten muss. Das war er schon immer, und das wird er auch immer sein. Aber ich glaube, je mehr wir spielen, umso mehr findet er hinein. Wenn wir im Februar auf Tour gehen werden, vermute ich wird es ein paar Auftritte benötigen, uns zu entspannen und hinein zu finden. Kris ist nicht schüchtern, aber er ist ein Einzelgänger. Die Musik Abend für Abend abzuspielen, passt vielleicht nicht zu seiner Einstellung, aber es gibt Wege, die Musik an jedem Abend neu zu erfinden. Das habe ich vom ausgedehnten Touren mit meinen anderen Bands gelernt. Wenn man das selbe jeden Tag macht, kann man etwas herumspielen, und das beginnen wir auch mit ULVER. Unser Konzert in London im vergangenen Oktober war dieser Hinsicht schon viel offener. Wie improvisierten mehr und nahmen mehr Risiken in Kauf.

Es gab Gerüchte, dass ULVER nur deshalb anfingen live zu spielen, weil ihr schlicht und ergreifend das Studio nicht mehr finanzieren konntet.

Nein, das ist nicht wahr. Zumindest ist das nicht einzige Grund. Geld ist natürlich ein Faktor, dass wir nun live spielen, einfach weil es die Konzerte rentabel macht, aber das ist nicht nötig um das Studio am Leben zu erhalten. Wir müssen uns weiter verändern. Wir wissen genau, was bedeutet, Alben aufzunehmen. Und in dieser Hinsicht hat Musik ein beschissenes Geschäftsklima. Die geschäftliche Seite von Musik ist in wirklich schlechtem Zustand. Also muss man kreativ sein und das passt zur Evolution von ULVER. Außerdem öffnen die Livesets Wege für das kommende Album, und das ist eine gute Sache. Veränderung ist gut.

Das beweisen ULVER seit mehr als fünfzehn Jahren.

Genau so ist es.

Ich dachte immer, ihr würdet nur ausgesuchte Konzerte spielen, aber jetzt begebt ihr euch auf eine komplette Tour, einen Monat lang. Wie kam es dazu?

Das geschah aus Frustration. Weil wir ein Konzert spielen und dann einfach nach Hause fahren. Und weil wir alle das Bedürfnis haben, auf Reisen zu gehen und weil wir bei jedem Song denken, wir können es noch besser. Wir wollen etwas ausprobieren und an Fahrt gewinnen. Das ist schwierig, wenn man nur auf Festivals spielt. Außerdem wurden wir zu guten Freunden und wollen Zeit zusammen verbringen und einfach Musik machen. Und wir wollen eine Gang sein und zusammen Spaß haben, genau so wie es normale Bands auch machen. Aber wir sind natürlich weit davon entfernt eine normale Band zu sein.

ULVER bei einem Festival wie dem BRUTAL ASSAULT zu sehen, ist irgendwie surreal. Ich will ULVER in einer anderen Atmosphäre sehen, einem Theater oder dergleichen. Findet ihr auch, dass so etwas am besten zu euch passt?

Ja, und wo es uns möglich ist, spielen wir auch dort. Wie in Amphitheatern oder Hörsäälen. Der Metalkontext als ganzes ist für eine Band wie ULVER höchst unangemessen. Das haben wir nach dem BRUTAL ASSAULT begriffen, zwischen DARK FUNERAL und OPETH zu spielen war ziemlich sonderbar. Aber wir standen es durch und überlebten. Uns wurde eine Headliner-Position auf dem WACKEN OPEN AIR angeboten, aber wir lehnten aus diesem Grund ab. Vor einer unglaublichen Menge von Menschen zu spielen, die nur Nattens Madrigal hören will wäre deprimierend. Es ist besser unser eigenes Ding zu kultivieren. Das haben wir schon immer gemacht, und wir werden auch so fort fahren. 

Wie ist das Publikum bei euren Konzerten? Eine Mischung aus Black Metal-Fans, alten Jazz- und Kunstinteressierten, sowie Trip Hop-Hörern?

Ja, das stimmt so ziemlich. (lacht) Viele Metalfans und Leute, die auf experimentelle und elektronische Musik stehen kommen zu uns. Und natürlich viele Jungs, wie in allen Bands, bei denen ich spiele, außer MOTHLITE. Dort gibt es ein hohes weibliches Kontingent in der Menge, das ist immer positiv. Aber bei ULVER gibt es viele Bärte. (lacht)

Ich habe auch einen Bart.

Es gibt sogar bei ULVER ein paar Leute ohne Bart. Und ich glaube, dass Kris und Jørn die einzigen mit Bart sind.

Aber du hattest auch mal einen Bart.

Ja, einen kurzen Bart. Aber das habe ich wieder aufgegeben. Wenn mein Gesicht verblüht werde ich es bedecken. So lange ich jung und vital bin, lasse ich es so.

 ULVER
Aber es gibt immer Hoffnung. ULVER über das Leben nach Shadows Of The Sun.

Okay, zurück zum Thema. In eurem Blog im November stand, dass einige Konzerte von den Fans zu sehr gepriesen wurden. Das klingt sehr selbstkritisch. Ist das für eine Band mit dem Status von ULVER notwendig?

Ja, wenn der Status so vieldeutig ist, schon. Wir sind im Bezug auf diese Band, und wie sie live ausgeführt wird, sehr unsicher, und das drücken wir aus. Wir sind generell sehr nervös und versuchen das Beste zu tun, das wir können. Wir befinden uns in einem prägenden Abschnitt, der Ende Februar weniger formend sein wird. Aber wir reflektieren immer noch alles, was wir tun.

Wie sieht es mit der Setlist für die Tour aus? Ich denke, es wird keine großen Überraschungen geben, ich erwarte hauptsächlich die selben Songs, die ihr auf den Konzerten 2009 gespielt habt.

Es wird ein paar mehr Songs geben, lass dich einfach überraschen.

Auf A Quick Of Melancholy habt ihr Nattleite von Kveldssanger in Eitttlane verwandelt. Könnt ihr euch vorstellen für die Tour ein neues Remake anzustellen?

Wir haben darüber gesprochen, aber wir arbeiten noch immer an der Setlist. Wir werden sehen.

Ihr verwendet live auch Projektionen. Wer hat diese entworfen?

Das waren Jørn H. Svaeren und eine Norwegerin namens Kristin Bøyesen. Sie ist visuelle Künstlerin und Filmemacherin. Beide haben diese Videos gestaltet.

Ich habe einige Livebilder gesehen, und da fielen mir vor allem Jesus am Kreuz und die Ballerina auf von euren Visuals aud. Das sind sehr starke Symbole – visualisiert ihr eure Songs durch diese Symbole?

Die Visuals, die wir ausgesucht haben sind fundamental für jeden. Nicht wirklich esoterisch, weil wir vermeiden wollten, zu exklusives zu verwenden, etwas das nur eine Elite versteht. Die Symbole, für die wir uns entschieden haben, sind fast Klischees. Jeder kann sie verstehen, es sind fundamentale Aspekte des menschlichen Daseins. Jesus am Kreuz steht für Opferung, Tod und Tragödie und stellt außerdem viele Fragen. Das gehört einfach zur menschlichen Natur. Und dafür interessieren sich ULVER mehr und mehr: Das Universelle zu betrachten.

Kris hat zu Shadows Of The Sun ein Interview gegeben, in dem er sagte, dass sich die Texte um die simplen, herzzerreißenden Dinge drehen.

Ja, weil sie unendlich sind. Auch Trauer ist unendlich. Diese Dinge betreffen uns alle.

Die Livebesetzung von ULVER ist nicht allzu groß. Man könnte glauben, da spielt eine ganze Bigband, aber hauptsächlich seid es nur ihr vier und Schlagzeuger Lars Pedersen.

Ja, aber Lars wird auf dieser Tour nicht dabei sein. Wir werden mit einem anderen Schlagzeuger namens Thomas Petersen arbeiten, außerdem hilft uns an den elektronischen Instrumenten ein Typ namens Ole Aleksander. Er spielt normalerweise in einer Hip Hop-Band namens THE PAPERBOYS. Sie sind recht erfolgreich und hatten einen Nummer-Eins-Hit letzten Sommer in Norwegen. Außerdem ist Pamelia Kurstin hin und wieder bei ein paar Konzerten dabei.

Ihr habt ja ein großes Netzwerk an Freunden. Mein Gedankte war daher, dass ihr für alle Konzerte verschiedene Gäste einladen könntet, die jeden Abend individuell gestalten würden.

Und unsere Freunde SUNN o))) kopieren? (lacht) Naja, darüber haben wir auch gesprochen. Attila Csihar wird uns in Budapest helfen und mein Freund Hilder wird in Berlin dabei sein. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Justin Broadrick in London dabei ist. Es gibt einige Optionen, die Ideen an sich sind cool. Aber es ist schwierig genug für uns auf Tour zu gehen, und mit anderen Künstlern zusammen zu arbeiten ist ziemlich viel zu organisieren.

Wie sieht es mit den Vorbands für die Tour aus?

 ULVER
Wären wir eine beschissene Liveband, hätten wir es schon mit dem ersten Konzert vermasselt. ULVER legen Wert auf eine durchdachte Live-Show.

Darauf habe ich Bezug genommen. Vielleicht werden MOTHLITE drei oder vier Konzerte spielen. Ich hoffe, wir können das organisieren, aber setze mich dafür ein.

Ich glaube die Zukunft sieht für ULVER sehr gut aus. Wenn ihr es mit dem Touren nicht übertreibt, so dass die geheimnisvolle Aura zerstört wird, wird euer Kultstatus weiter wachsen.

Naja, das ist Wunschdenken. Wir sind besorgt, immer die richtigen Entscheidungen zu treffen, und versuchen Musik zu machen, die für uns wichtig und relevant ist. Das nächste Album wird definitiv interessant werden. Die bisherigen Ideen klingen sehr vielversprechend.

Darf ich annehmen, dass es wieder ein wenig in Richtung Blood Inside geht?

Das weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Aber ich glaube, es wird nicht wie nichts klingen, das wir schon einmal gemacht haben. Ich denke, man darf wieder ein sehr tragisches Album erwarten. Aber die Werkzeuge, die wir verwenden werden um diese Tragik zu erreichen sind bisher nicht festgelegt.

Shadows Of The Sun klang so tragisch und endgültig, das man meinen konnte, es sei das Ende der Reise.

Aber es gibt immer Hoffnung.

Absolut. Ist es möglich, dass du diese Hoffnung für ULVER darstellst, da du der Neue in der Band bist und frische Ideen einbringst?

Jung, lebendig und voller Manneskraft. (lacht) Ich weiß es nicht. Ich hoffe es aber. Ich hoffe, dass ich die Hoffnung bin. Ich liebe ULVER, und es ist eine große Ehre in dieser Band zu sein. Ich werde alles dafür tun, dass das kommende Album auch das Wichtigste wird.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass du jede Woche nach Oslo fliegst und mit den anderen Jungs jammst. Ihr korrespondiert bestimmt viel per E-Mail, richtig?

Wir haben noch nicht viel Musik online gemacht. Es ist wichtig für uns, zusammen zu sein. Ich reise oft nach Oslo. Nicht jede Woche, aber wir haben durchaus intensive Perioden, wo wir viel an neuem Material arbeiten. Zuhause arbeite ich dann an diversen Dingen und Kris und Tore arbeiten bei sich weiter. Aber es gibt eine Art O´Sullivan-Residenz in Oslo, soviel ist sicher.

Aber bevor dieses Album vollständig in Angriff genommen wird, wird es zwei andere Veröffentlichungen geben. Zunächst steht eine Kollaboration mit SUNN o))) an. Meiner Meinung nach ein logischer und nicht allzu überraschender Schritt.

Wir kennen uns gut. Stephen und ich haben bei verschiedenen Projekten in der Vergangenheit zusammen gearbeitet und ich bin ein paar Mal mit SUNN o))) aufgetreten. Also ja, das ist ein logischer Schritt, auch wenn die Musik sehr unterschiedlich ist. Das war jedenfalls ein interessantes Experiment. Wir mischen die Aufnahmen momentan, ich glaube es wird irgendwann im Sommer fertig sein. Es dauert immer recht lange, bis sich alle zusammen in einem Raum einfinden.

Wie wird es klingen? Gibt es Drone mit schwerem Klavier darüber, Kris´ Stimme und ein paar Clockwork Orange-Synthesizer dazu? (lacht)

(lacht) Ich mag es, wie du die einzelnen Elemente demontierst. Aber ja, das trifft es ziemlich. Eigentlich begann es ziemlich ambient, und so ist es auch geblieben, aber der Feinschliff, an dem wir momentan sitzen, bringt es in eine andere Richtung. Ich spiele beim Großteil des Materials Klavier. Dabei dachte ich an Sakamoto und andere Komponisten dieser Art. Diese Musik würde man nicht von SUNN o))) erwarten, aber vielleicht von ULVER. Jedenfalls ist es für beide Bands ein Schritt zur Seite.

So wie Altar?

Ja, ich glaube wir bringen es auf diese Ebene. Es wird vorsichtig zusammen gefügt und sorgfältig betrachtet werden. Diese Zusammenarbeit wird ein wichtiges Album ergeben. Es ist eine verpflichtende Kollaboration.

 ULVER
Diese simplen, herzzerreißenden Dinge betreffen uns alle. ULVER spielen mt bekannten Symbolen und erzeugen damit große Wirkung.

Verglichen damit klingt Konzept des kommenden Coveralbums wie eine pure Spaßsache.

Es geht wirklich nur um den Spaß. Kris und ich hegen eine besonders nachhaltige Leidenschaft für die sechziger Jahre. Wir verfolgen dieses Interesse, indem wir ULVER als Medium verwenden. Aus dieser Ära haben wir Schlüsselsongs gewählt und neu interpretiert.

Was ich auf eurer Myspace-Seite gehört habe, hatte exakt denselben Vibe der Sixties.

Kennst du das Original?

Leider nicht, ich stehe nicht so sehr auf diese Ära. Vielleicht nach eurem Album.

Es gibt versteckte Jams darauf, wirklich gute Sachen. Wir covern die anerkanntesten Bands dieser Ära, wie JEFFERSON AIRPLANE und THE BYRDS, aber auch eher obskure Formationen wie THE COMMON PEOPLE, GANDALF und THE BONNIWELL MUSIC MACHINE. Das ist wirklich tolles Zeug.

Wann wird dieses Album herauskommen?

Wenn es fertig ist. Aber das ist es noch nicht. Wir arbeiten daran, aber alles, was wir momentan tun, ist an dieser Tour zu arbeiten, weil sie so unmittelbar bevorsteht. Danach werden wir die Dinge im Studio fertig stellen.

Ich gehe davon aus, dass ULVER eine zeitaufwändige Angelegenheit für dich ist.

(seufzt) Ja, das ist es in der Tat. Es kostet viel Zeit. Aber das macht mir nichts aus.

Kannst du von der Musik leben?

Das habe ich die letzten zwölf Monate lang. Teils, weil ich keine Zeit für etwas Anderes habe. Ich verdiene keine eindrucksvolle Menge an Geld, aber ich bin eben Musiker, ich wähle immer die Musik. Ich bin nicht gut in anderen Dingen.

Eine letzte Sache noch. Ich habe gehört, es gibt ein paar ULVER-Bootlegs im Internet. Glaubst du, diese könnten euch schaden?

Darüber haben wir keine Kontrolle und mir wäre es lieber, sie würden nicht existieren. Ich, und alle anderen in der Band sind Kontrollfreaks. Das verträgt sich nicht mit dem, was wir veröffentlichen wollen.

Ist es ein Problem, wenn vier Typen zusammen arbeiten, die allesamt Kontrollfreaks sind? Schürt das nicht viele Konflikte?

(lacht) Nein, jeder von uns hat gerne die Kontrolle, aber jeder hat seine eigenen Parameter. Meine sind nicht selben, wie die von Tore, denn ihm geht es sehr um die Technik. Im Bereich der Komposition bin ich sehr pingelig. Und Kris und Jørn werden pingelig, wenn es um die Texte, das Konzept und die Ästhetik geht. Wir belegen verschiedene Bereiche, das funktioniert. Außerdem gibt es ein gesundes Maß an Kompromissbereitschaft.

Daniel, vielen Dank für das Interview.


Livebilder (c) Caroline Traitler, Bandfoto (c) Sebastian Ludvigsen, Layout: Captain Chaos