TROUBLE: Unplugged

Für TROUBLE-Fans natürlich ein Pflichtkauf.

Was für ein Drama mit TROUBLEs Unplugged-Scheibe. Seit gefühlten 174 Jahren angekündigt, wurden die Fans auf eine lange Geduldsprobe gestellt. Da können die Herren Doompioniere aus Chicago froh sein, so eine treue Fangemeinde hinter sich zu haben. Nun aber steht das Teil bereit, natürlich auch, um nach dem Ausstieg von Frontmann Eric Wagner doch noch die bisherige Bandgeschichte abzurunden.

Der bisher als EP geplanten Akustikscheibe wurden neben den im Kuschelsound gebotenen Klassikern und den beiden neuen Songs noch vier aus dem Bandarchiv ausgegrabene Songs verpasst und Unplugged somit zum Longplayer gepimpt. Dass dieses Akustikgewand dem Hippiesound von TROUBLE gut steht war zu erwarten. So entfalten die Flower-Power-Songs Rain, Flowers, Misery und das melancholische Requiem mit dezenten Streichern im Hintergrund durchaus ein Eigenleben, bieten die gleiche Gänseblümchen-Atmosphäre des Originals, nur halt eher im Kuschelsound. Bleiben also die neuen Songs: 7:00 zeigt sich als schwebender Auftakt, erinnert an eine Mischung aus den ruhigen Tönen bei LID und POTHEAD, hätte aber auch passend auf einer 70ies Hippie-Platte stehen können. Smile hingegen, der Titel lässt es erahnen, entpuppt sich als fröhlicher Gute Laune-Song. Eric Wagner mit Joint zwischen den Lippen an einem strahlend schönen Morgen am Strand, so muss dieser Song entstanden sein. Diese Songs der EP kommen im guten Sound, passend zur Stimmung transparent und unaufdringlich.

Den Bonusliedern hört man deutlich an, dass es Überbleibsel aus Recordingsessions sind. Es darf auch mal härter gerockt sein, für die Unplugged-Scheibe waren sie ja nicht gedacht. Man erkennt schnell, dass sie aus der Zeit von meinem Lebensretteralbum Manic frustration übrig geblieben sind. Manche Lyrics kommen einem bekannt vor, sie tauchten später in anderen Songs auf. Recht ruhig gehalten passen die älteren Lieder mit ihrer psychedelischen Note gut ins Gesamtbild dieser Scheibe, nur das YARDBIRDS-Cover Heartful of soul rockt munter drauf los und beendet Unplugged eher lautstark, statt Gänseblümchen fliegen hier typische fröhliche TROUBLE-Riffs.

Dass diese Scheibe endlich erscheint wurde höchste Zeit, man hat kaum noch dran geglaubt. Zudem ist sie ein geeigneter Schlusspunkt vom Hippie-Rock, da TROUBLE nun mit Sänger Kory Clarke (WARRIOR SOUL) wieder deutlich zurück gehen wollen Richtung der ersten Meisterwerke Psalm 9 und The Skull. Das neue Album wird passend The dark riff heißen. Hoffen wir mal, dass das nicht wieder dunkle Jahre des ewigen Wartens bedeutet und es beim Sommer 2009 bleibt.

Für TROUBLE-Fans natürlich ein Pflichtkauf. Wer sich noch nicht zu diesem elitären Kreis zählt, der sollte sich eher erstmal mit den Doom-Scheiben der Frühphase und den eher hippiesken letzten Alben beschäftigen.

Veröffentlichungstermin: 20.03.2009

Spielzeit: 47:14 Min.

Line-Up:
Eric Wagner: Vocals
Bruce Franklin: Guitars
Rick Wartel: Guitars
Chuck Robinson: Bass
Jeff Olson: Drums, Piano

Produziert von Trouble
Label: SAOL/H´Art

Homepage: http://www.newtrouble.com

MySpace: http://www.myspace.com/troublechicago

Tracklist:
1. 7:00
2. Rain
3. Flowers
4. Requiem
5. Smile
6. Misery
7. Mythic hero (Bonus)
8. Waiting for the sun (Bonus)
9. Fly (Bonus)
10. Heartful of soul (Bonus)