TACERE: I Devour [Single]

TACERE: I Devour [Single]

Mit ihrem letzten Demo-Release, Eras Reveries, ließen die jungen Finnen von TACERE ordentlich aufhorchen, was ihnen nicht zuletzt einen Plattendeal beim ebenfalls noch jungen finnischen Label Suomen Musiikki einbrachte. Als Einstandsgeschenk gibt es nun mit I Devour den ersten Vorboten zu einer Reihe von weiteren Veröffentlichungen, die TACERE binnen der nächsten Monate planen (Die EP A Voice In The Dark soll im Herbst und das Album Beautiful Darkness Anfang 2007 folgen). An Arbeitseifer scheint es TACERE demnach nicht zu mangeln, wobei allen voran Songwriter und Mastermind Karri Knuuttila von einer inneren Unruhe beseelt zu sein scheint, die ihn zu immer weitreichenderer Einflussnahme innerhalb der Band treibt. Mag sein, dass er auch so etwas wie ein hoffnungsloser Perfektionist ist, der gewisse Sachen lieber selber in die Hand nimmt als sie jemandem anderen anzuvertrauen, damit das Werk letztendlich so klingt, wie es sich der blonde Junge vorstellt. Dass Karri Knuuttila von musikalischem (Allround-)Talent nur so strotzt, schimmerte ja schon bei Eras Reveries kräftig durch, mit I Devour komplettiert Tausendsassa Knuuttila nun sein Talent-Portfolio mit noch stärkerer Producer-Performance und einem gewissen wirtschaftlichen Kalkül.

Die Single steigt mit dem titelgebenden Song I Devour ein, der auch schon als Opener für die letzte Veröffentlichung TACEREs seinen Dienst versah. Doch im Gegensatz zur 2005er-Version klingt I Devour eine Spur weniger progressiv und experimentierfreudig. Zwar sind nach wie vor diese markanten Übergänge zwischen einzelnen Songpassagen vorhanden, doch erscheint der Song als Ganzes eingängiger zu sein, was insbesondere im Hitparaden-tauglichen Refrain durchleuchtet. Doch wie auch schon bei der Eigenproduktions-EP ist I Devour ein sehr prägnanter Titel für das breitgefächerte Schaffensspektrum der Finnen, die tatsächlich einmal zu den Großen des Genres gehören könnten. Mit The Black Roses Have Died haben TACERE dann noch einen Gothic-lastigeren, weniger abwechslungsreichen Begleiter hinzugezogen, der die Band von einer ruhigeren Seite zeigt.

Auch wenn ich mich persönlich über den Sinn einer solchen Veröffentlichungsdichte wundere, in gewisser Weise machen TACERE auch diesbezüglich vieles richtig. Sie bleiben im Gespräch, allzu schlechte Kritiken wird es ohnehin nicht geben, denn Karri Knuuttila hat in jedem Bereich, in dem er involviert ist, den sogenannten Dreh raus, und mit Helena Haaparanta haben sie die nicht unübliche, adrette Sängerin (auch wenn sie immer auf die gleiche Art und Weise die Lippen spitzt), die ebenso wie Knuuttila gesanglich überzeugen kann. Für Besitzer von Eras Reveries ist die Single allerdings keineswegs ein Muss, zum ersten Antesten TACEREs auch nicht, da beide Songs aus einer früheren Phase der Band stammen, die unter Umständen den kommenden und bereits geschriebenen Werken der Finnen nicht mehr nahe kommen. Demgegenüber steht allerdings der äußerst günstige Listenpreis von nicht einmal 2 Euro, um den die Single erhältlich ist.

Veröffentlichungstermin: 31.05.2006

Spielzeit: 8:39 Min.

Line-Up:
Karri Knuuttila – Vocals, Guitars, Bass & Keyboards
Helena Haaparanta – Vocals

Produziert von Karri Knuuttila & Anssi Kippo
Label: Suomen Musiikki

Homepage: http://www.tacere.net

Email-Adresse der Band: tacere@tacere.net

Tracklist:
1. I Devour
2. The Black Roses Have Died

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Doom / Death / Black / Thrash und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Death Metal, Doom-Death Metal, Doom Metal, Symphonic Metal, Gothic Metal, Sludge.