TACERE: Beautiful Darkness

TACERE: Beautiful Darkness

Der Albumtitel lässt es schon vermuten, TACERE stoßen mit ihrem ersten Longplayer die Türe zu einem Genre auf, in das schon eine Reihe von Bands eingetreten sind. Doch die Finnen, die mit ihren ersten, kürzeren Veröffentlichungen schon für Aufsehen sorgten, tragen die dunkel angehauchte Romantik oft treffender auf als der Großteil der Kollegen. Maßgeblichen Anteil daran trägt Karri Knuuttila, der es mit seinen Kompositionen zuwege bringt, progressive und vielfältige Stilelemente zu einem eingängigen Ganzen zu formen, das trotz eines gewissen Härtegrades auch kommerziell zu verkaufen wäre. Darüber hinaus ist ihm auch eine Stimme gegeben, die kraftvoll und rau den Gegenpart zur süßlichen Stimme Helena Haaparantas bildet.

War man bereits seit der ersten EP von Karri Knuuttilas Fähigkeiten begeistert, kletterte die Wertschätzung für Helena Haaparanta von Veröffentlichung zu Veröffentlichung immer höher. Auf Beautiful Darkness singt die dunkelhaarige Finnin mit bedeutend mehr Initiative, gibt sich nicht bloß mit Genre-Routinen wie weichem Gesang zufrieden, sondern schlägt auch einmal Kirkevaagsche Töne an, um sich ihrer ganzen Pathos-Verzweiflung zu entledigen. Wirklich verblüffend, wie sehr sich die Sängerin gesteigert hat und vom vermeintlichen optischen Aufputz zum wichtigen musikalischen Bestandteil TACEREs gewandelt hat.

Doch auch die Songs sind im Vergleich zu Eras Reveries und der Single I Devour in ihren Arrangements vielfältiger und trotzdem massenkompatibler. Karri Knuuttila baute neben der melodischen Power Metal-Komponente einige orchestrale Elemente ein, drosselt in einigen Abschnitten das Tempo, um diese Passagen mit viel Gefühl zu bestreichen, und gibt in den flotteren Passagen den passenden Abtanz-Rhythmus vor. Die Tracks haben in der Tat Hand und Fuß und zeugen von einer akribischen Beschäftigung mit ihnen.

Obwohl Lieder wie der Opener Deep Tears Of Tragedy oder das in seinem Refrain etwas fröhlich angehauchte Excursion mit ihren Texten, ihrem Songaufbau und ihrer Geschliffenheit beinahe nach Kommerz schreien, so gehen die Kompositionen doch dermaßen ins Ohr, dass man kaum umhin kommt, vor TACERE den Hut zu ziehen. Darüber hinaus offeriert jeder einzelne der Songs seine Besonderheiten: ob das psychedelische Keyboard-Geklimper in Born Of The Ground, die jazzige Instrumental-Interlude in Phantasm oder schlussendlich der durch Mark und Bein gehende Schrei von Helena Haaparanta am Ende von Into Your Dreams.

Ja, TACERE sind erneut ein Kandidat für meine Jahrespoll-Liste. Die Finnen verstehen es, packende und emotionale Songs zu schreiben, die von einem bestens harmonierenden Gesangsduo vorgetragen werden und fett und mit vollem Klang produziert sind.

Veröffentlichungstermin: 14.02.2007

Spielzeit: 50:36 Min.

Line-Up:
Karri Knuuttila – Gesang, Gitarre , Bass & Keyboards
Helena Haaparanta – Gesang
Jarno Vanhanen – Schlagzeug
Janne Salminen – Keyboards

Produziert von Karri Knuuttila & Anssi Kippo
Label: SM-Records

Homepage: http://www.tacere.net

Email-Adresse der Band: tacere@tacere.net

Tracklist:
1. Deep Tears Of Tragedy
2. I Devour
3. Excursion
4. Black Roses
5. A Voice In The Dark
6. Foes Of The Sun
7. Phantasm
8. Born Of The Ground
9. Bitter, Regressive
10. Beyond Silence
11. Beautiful Darkness
12. Into Your Dreams

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Doom / Death / Black / Thrash und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Death Metal, Doom-Death Metal, Doom Metal, Symphonic Metal, Gothic Metal, Sludge.