RE-MACHINED – A Tribute To DEEP PURPLE´s Machine Head [V.A.]

RE-MACHINED – A Tribute To DEEP PURPLE´s Machine Head [V.A.]

Am 1. März 1972 erschien mit DEEP PURPLE´s sechster Scheibe Machine Head ein Album, das man sicher mit als Grundstein des Heavy Metal bezeichnen kann. Es gibt wohl kaum einen echten Heavy-Fan, bei dem es nicht immer mal wieder im Player landet, Re-Releases gab es ja genug. Nun zum 40. Geburtstag  wird dieses Meisterwerk von einigen großen Künstlern und Bands gefeiert. Oft sind solche Tribute-Alben ja eine belanglose Angelegenheit, um die Labelkasse etwas aufzubessern, Re-Machined hingegen macht richtig Spaß, ist eine tolle Würdigung von Machine Head und eine respektvolle Verbeugung vor DEEP PURPLE.

Vielleicht erwartet man auf so einem Rockalbum nicht sofort SANTANA, aber die Version des Gassenhauers Smoke On The Water klingt herrlich erfrischend mit Latino-Percussion und seinem cremigen Gitarrenspiel, das nicht nur aus seinen eigenen, typischen Standardmelodien besteht. Gemeinsam mit PAPA ROACH-Stimme Jacoby Shaddix präsentiert der Latino-Hero einen geschmackvollen Auftakt. CHICKENFOOT präsentieren eine knackige Live-Version von Highway Star, alte Hasen die wissen, wie man so einen Song präsentiert, allen voran natürlich JOE SATRIANI mit klasse Gitarren. Ex-DEEP PURPLE-Held GLENN HUGHES liefert gemeinsam mit Chad Smith (CHICKENFOOT, RED HOT CHILI PEPPERS) wenig überraschend eine starke funky groovende Version von Maybe I´m A Leo, BLACK LABEL SOCIETY verpassen Pictures Of Home einen sehr coolen Flow. ZAKK WYLDE ist ja bekannt als Cover-Fetischist und hat schon zahllose Klassiker verwyldet. Die Allstar-Band KINGS OF CHAOS kommt mit Never Before eher unauffällig, was man von THE FLAMING LIPS wohl kaum sagen kann. Zweimal Smoke On The Water, warum nicht, parallel zum Album gab es ja auch die verkürzte Single. Die verrückten Alternative/Psychedelic-Spinner aus Oklahoma vergewaltigen den Klassiker dermaßen, dass man entweder schockiert Blasphemie schreien wird oder die Version mit fettem Grinsen im Gesicht als frechen Witz genießen kann, ich bin für letzteres. Verträglicher ist wieder Lazy, das von JIMMY BARNES (Ex-COLD CHISEL) und JOE BONOMASSA (BLACK COUNTRY COMMUNION) sehr stark und betont lässig präsentiert wird. Da hört man deutlich, wie viel Spaß die Musiker beim Einspielen hatten. Recht unspannend kommen IRON MAIDEN mit Space Truckin´ daher, Metal-Ikonen der zweiten Generation würdigen die Helden der ersten Generation. Sie verpassen dem Klassiker immerhin erfolgreich ihren typischen MAIDEN-Touch. Panik kam auf bei METALLICA, die mit Turn The Page bereits eine meiner absoluten Lieblings-Rockballaden missbraucht haben. Hier nun ein weiteres persönliches Highlight, die Never Before-Single B-Seite When A Blind Man Cries, für mich die schönste aller DEEP PURPLE-Balladen. Überraschend gut transportieren die Herren um Classic-Rock-Fanatiker Lars Ulrich die Zerbrechlichkeit des Originals, die Intensität des Gesangs eines IAN GILLAN erreicht man natürlich nicht. Ich wäre durchaus begeistert, würden METALLICA nicht zum Ende hin ausbrechen und den Song zerlärmen. Aber als letzte Töne zerstört das den super Eindruck, den dieses Tribute-Album hinterlässt, nur peripher, der Finger geht eh sofort auf die Repeat-Taste.

Ein Who is Who der Rockszene feiert eines der bedeutendsten Alben der ganzen Musikgeschichte. Respektvoll und mit erkennbarer Verehrung für DEEP PURPLE bekommen die Songs mal mehr, mal weniger deutlich den Stempel der Band bzw. Musiker aufgedrückt, ohne dass die Klassiker ihre wahre Größe verlieren. Das spricht für die beteiligten Künstler und natürlich für die fantastischen Songs, die so gut und zeitlos sind, dass es einem fast nicht bewusst ist, dass sie schon 40 Jahre lang Hymnen sind, die den Metal zu dem gemacht haben, was wir alle so lieben. Als DEEP PURPLE-Fan kann man definitiv zugreifen und diese Versionen der Klassiker genießen. Als Fan der beteiligten Bands und Musiker natürlich ebenso, die zeigen sich von ihrer besten Seite, und viele der Songs gibt es nur hier auf diesem Tribute-Album.

Veröffentlichungstermin: 21.09.2012

Spielzeit: 46:30 Min.

Label: Eagle Records

Tracklist:
1. Smoke On The Water – CARLOS SANTANA / JACOBY SHADDIX
2. Highway Star – CHICKENFOOT
3. Maybe I´m A Leo – GLENN HUGHES / CHAD SMITH
4. Pictures Of Home – BLACK LABEL SOCIETY
5. Never Before – KINGS OF CHAOS
6. Smoke On The Water – THE FLAMING LIPS
7. Lazy – JIMMY BARNES with JOE BONOMASSA
8. Space Truckin´ – IRON MAIDEN
9. When A Blind Man Cries – METALLICA
10. Highway Star – GLENN HUGHES, STEVE VAI, CHAD SMITH, LAUCHLAN DOLEY

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.