PLEBEIAN GRANDSTAND: How Hate Is Hard To Define [12"]

Gewaltiger Chaoscore-Sludge-Mix für alle, die einen Exorzismus brauchen.

Wenn Leib und Geist nach Exorzismus schreien, dann gibt es geographisch betrachtet ein Land in dem die Künstler beheimatet sind, die am besten den Teufel austreiben, oder auch eintreiben können: Frankreich. Egal ob bizarrer Black Metal oder kompromissloser Post Hardcore und Sludge, nirgends brodelt es in Künstlern so, wie in diesem Land. PLEBEIAN GRANDSTAND zählen auch dazu und geben sich reichlich Mühe mittels dissonanten Riffs, markerschütterndem Geschrei und das Fleisch malträtierenden Schlagzeughieben, durch Schmerz zu reinigen. Chaoscore trifft hier auf Sludge und erschafft eine fünfunddreißigminütige Tortur, die dich unter Garantie nicht kalt lässt. Der Titel How Hate Is Hard To Define trifft den Nagel auf den Kopf und begibt sich in undefiniertes Territorial, irgendwo zwischen CELESTE, OVERMARS und COMITY, um mal bei PLEBEIAN GRANDSTANDs Landsleuten zu bleiben.

Natürlich ist How Hate Is Hard To Define kein originelles Debütalbum, Dissonanz wurde bereits von anderen Bands zu genüge ausgelotet, trotzdem bieten PLEBEIAN GRANDSTAND ein intensives Hörerlebnis, voller Leid, Schmerz und Reinigung. Egal ob es nun schnell nach vorne peitscht, oder ob die vier Franzosen langsam und tonnenschwer vorgehen, How Hate Is Hard To Define ist schwer verdaulich, hat aber Material parat, das sich hinter den Kollegen nicht verstecken braucht. Kein Wunder, dass Songs wie Ordo Ab Chao, Mein Kopf ist meine Heimat, Easy To Hate / Hard To Define, Don´t Expect Much From The World´s End und das abschließende Doppel Are You Angry? und […] Or Boring nicht wirklich viel hängen bleiben, auch nach mehrmaligem Hören. Das Album ist verflucht intensiv und eine Art eigenes Universum, mit eigenen Regeln, von dem du nichts mit in deine normale Welt nehmen kannst.

Aber das ist der Reiz an diesem chaotisch-lärmend produzierten Album. Und ist die Hemmschwelle erstmal überwunden, How Hate Is Hard To Define auf den Plattenteller zu legen, gewinnt Faszination gegenüber Ekel. Die Plattenfirma schreibt, dass PLEBEIAN GRANDSTAND auf der offiziellen Party zum Weltuntergang spielt. Das kann gut sein, aber die Stars auf dieser Party sind immer noch CELESTE. Wenn du übrigens denkst eine Ausrede zu haben, dir diesen Spießrutenlauf entgehen lassen zu können, weil du keinen Plattenspieler hast, dann kann ich dir alle Hoffnung nehmen – How Hate Is Hard To Define ist auch als CD erschienen, zur LP Version rate ich aufgrund der Optik allerdings trotzdem. Wenn du also gerne damit angibst, die wirklich harten Bands zu kennen, solltest du dich auch nach diesen Zeilen trauen und PLEBEIAN GRANDSTAND das Steuer abgeben. Und beten, dass du kein Schleudertrauma davon trägst.

Veröffentlichungstermin: 18. Januar 2010

Spielzeit: 35:46 Min.

Line-Up:

Adrien Broué – Vocals, Keyboards
Simon Chaubard – Guitar
Jérémie Chevalier – Bass, Backing Vocals
Raphael Herbiére – Drums

Label: Heckspoiler Music / Lacrymal Records / Throatruiner Records

Homepage: http://plebeiangrandstand.blogspot.com
MySpace: http://www.myspace.com/plebeiangrandstand

Tracklist:

Seite A:
1. Kata Ton Δ Aimona Eaytoy
2. Ordo Ab Chao
3. Nice Days Are Weak
4. Mein Kopf ist meine Heimat
5. Easy To Hate / Hard To Define

Seite B:
6. Pie in the Sky
7. Don´t Except Much From The World´s End
8. Are You Angry?
9. […] Or Boring?