Die ländlichen BEHEMOTH-Veteranen von MOON haben ein neues Album veröffentlicht, es ist der insgesamt vierte Longplayer der aus CHRIST AGONY hervorgegangenen Polen. Und sie gehen weiterhin ihren eher aktuelleren Weg, denn statt schwarzen, satanistischen Black Metal haben sie genauso wie BEHEMOTH Death Metal mit einfließen lassen, und das ist auch auf Lucifer´s Horns kaum zu überhören, alles andere als selten erinnern sie an die schon genannten glorreichen BEHEMOTH. Ob das wohl positiv ist???
Auf jeden Fall ist es interessant, wenn man den Stil von BEHEMOTH mag, wie sich MOON schlagen, vor allem wenn man erfährt, dass deren Malta auch mitbeteiligt war. Die vier Polen rund um den unerschütterlichen, kranken, schwarzen Frontmann Cezar liefern sich im wahrsten Sinne des Wortes eine einzige Schlacht auf Lucifer´s Horns. Und das konstant über zehn Songs plus Intro, denn sie ballern über so ziemlich jeden Song komplett durch. Auch wenn es manchmal im Chaos endet, sie machen non-stop und unbeirrt weiter und geben erst nach 42 Minuten endgültig Ruhe. Gleich mit dem Titeltrack brüllt Cezar sich die Kehle heraus und seine Instrumentalfraktion bollert los, lässt nicht mehr locker, und das ziehen sie über das ganze Album durch. MOON hauen drauf was das Zeug hält und nicht selten kommt einem die Frage, warum sie so wütend sind. Weiter geht es mit dem riffbetonten Stück Confined In Heaven, über das schnelle und kranke, auf Muttersprache gesungene Zwiastowanie Ognia bis hin zum Bonustrack Deamons Heart, welcher eine Neueinspielung vom gleichnamigen ersten Album von 1997 ist. Rundum ist das Paket nicht wirklich schlecht.
Wenn man aber betrachtet, dass man diese viel zu Basslastige Scheibe länger hören müsste, graust es einem schon. Denn so schön das Pochen der Bassdrum und des Basses normalerweise ist, so kann man es auch maßlos übertreiben. Es werden manchmal die Gitarren einfach verschluckt oder man hört ein undefinierbares Rauschen und Matschen im Hintergrund. Beim Solo kommt dann plötzlich der Aha-Effekt: ah, da ist ja noch eine Gitarre… Was, sogar zwei, ich glaub es ja gar nicht!
Und nun zur Auflösung der oben gestellten Frage: es ist in diesem Fall eher negativ, denn leider erinnern MOON zu oft an BEHEMOTH. Einfluss ist ja gut, vor allem von Landsleuten mit Weltruhm. Obwohl auch eigene Elemente wie die stark verstörenden Vocals vorhanden sind, so dümpelt die Instrumentenfraktion leider zu oft im Demigod-Bereich. Aber Entwarnung, nicht jeder Track ist davon betroffen. Es gibt auch Ausreißer, wo dies alles nicht zutrifft wie bei The Book Of Fire, was meiner Meinung nach sogar das beste Stück auf Lucifer´s Horns ist. Denn es ist wunderbar dunkel, vor allem sind originelle eigene Ideen vorhanden und das Ganze hat eine echte wiedererkennbare Apokalypse-Stimmung, die einen echt an den Untergang glauben lässt. Das Cover ist auch wirklich interessant und passend zu dem Motto des gehörnten Luzifers, mit einem blutigen Kopf, bestückt mit Hörnern und einer Schlange oben drauf.
Fazit: Lucifer´s Horns ist nicht wirklich ein Album, wo rundum jeder Song begeistert. Auch wenn es eher wenige Interpreten im Stil Black/Death Metal gibt, nicht jede CD muss im Schrank stehen. Doch eine Hörprobe schadet nicht, vor allem wenn einem BEHEMOTH schon gehörig auf den Sack gehen. Doch denkt bitte auf jeden Fall an regelmäßige Pausen, sonst versinkt ihr noch in einem Anfall von Dauermigräne.
GAST-REVIEW VON DANIEL AMANN
Veröffentlichungstermin: 15.09.2010
Spielzeit: 42:32 Min.
Line-Up:
Cezar – Vocals, Guitar
Gonthy – Guitar
Mscislaw – Bass, Vocals
Vizun – Drums
Label: Witching Hour/Revolution
Homepage: http://moonsatanic.pl
MySpace-Seite: http://www.myspace.com/moonsatanic
Tracklist:
1. Summoning Of Natan
2. Lucifer´s Horns
3. Torches Begin To Burn
4. Confined In Heaven
5. Zwiastowanie Ognia
6. The Book Of Fire
7. Night Of The Serpent
8. The Semen Of Ye Old One
9. Czarny Horyzont
10. Summoning Of Demons
11. Deamons Heart