MIRROR OF DECEPTION: Mirrorsoil

WOW! Ich bin überrascht und völlig von den Socken! Da verstecken sich die schwäbischen Doomer MIRROR OF DECEPTION 10 Jahre lang im tiefsten Underground und ohne jede Vorwarnung erscheinen sie nun mit einem absolutem Hammeralbum im Tageslicht der Metalwelt. MIRROR OF DECEPTION bieten eigenständigen Doom Metal, der von seinen Melodien, den tiefen Emotionen und seinen großartigen Arrangements lebt.

WOW! Ich bin überrascht und völlig von den Socken! Da verstecken sich die schwäbischen Doomer MIRROR OF DECEPTION 10 Jahre lang im tiefsten Underground und ohne jede Vorwarnung erscheinen sie nun mit einem absolutem Hammeralbum im Tageslicht der Metalwelt. Wieso das erste Full-Length-Album dieser Band erst nach 10 Jahren zustande kommt, soll an anderer Stelle erörtert werden, Fakt ist jedoch, dass sich die Zeit des Wartens auf jeden Fall gelohnt hat. Denn Mirrorsoil ist nicht irgend ein Newcomer-Doomalbum. Mirrorsoil liefert genau das, nach dem eigentlich jeder Fan doomiger Klänge lechzen sollte: schweres, zumeist langsames Riffing, tiefe Emotionen und vor allem einen ureigenen Stil. Ähnlich wie bei den von mir kürzlich abgefeierten OVERSOUL orientieren sich MIRROR OF DECEPTION nicht an gängigen Standards, sondern verbinden perfekt traditionelle Elemente mit nicht wirklich kategorisierbaren Stilmitteln, so dass das Endergebnis eigenständig und unverbraucht klingt. Und auch bei MIRROR OF DECEPTION fällt mir keine Band ein, deren Sound man direkt mit dem ihrigen vergleichen könnte.

Die Qualitäten von Mirrorsoil sind vielfältig. Zum einen lebt das Album von seinen ergreifenden Melodien, in die man so wunderschön versinken kann. Augen zu, sich von der Schwere einfangen lassen und die Welt um sich herum vergessen! YES! Zudem bauen MIRROR OF DECEPTION sehr stark auf doppelstimmige Gitarren- und Gesangsparts, die ihren Höhepunkt im leicht an LIFE OF AGONY erinnernden Dreams of Misery findet – übrigens der flotteste Song des Albums. Aber hey, verabschiedet euch gleich mal wieder von diesem Vergleich, denn mit alternativ angehauchten modernen Metal Sounds haben MIRROR OF DECEPTION nichts zu tun. MIRROR OF DECEPTION sind MIRROR OF DECEPTION und damit fertig.

Was die einzelnen Songs betrifft, so gibt es auf Mirrorsoil keinen Abflacher. Alle Tracks befinden sich auf einem ähnlich hohen Level und sind mit eigenem Leben erfüllt. Natürlich wird jeder für sich seinen Favoriten finden, meiner ist jedenfalls eindeutig Weiss. Ein absoluter Killer, der mir auch nach dem zigten Durchlauf eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken laufen lässt. Ich glaube, ich habe bis heute noch keine solch ergreifenden deutschen Lyrics gehört – übrigens die einzigen auf dem Album, wäre ja auch zu Schade, wenn dies – wie bei vielen anderen Bands leider der Fall – zu einer bloßen Masche verkommen würde. Doch ich will mich nicht zu sehr auf diesen einen Song konzentrieren, denn wirklich jeder einzelne dieses Albums ist es eigentlich wert, seine Erwähnung zu finden. Angefangen vom Opener Asylum – mit seinem Didgridoo-artigen Gesang von Gitarrist Michael Siffermann – bis hin zum leicht psychedelisch angehauchten Rausschmeisser Float.

Ja, Mirrorsoil ist wirklich ein Meisterwerk geworden und es gibt lediglich einen Kritikpunkt, den ich an dem Album habe, und das ist die etwas zu höhenlastige Produktion. Das soll´s dann aber auch schon gewesen sein.

Metaller, die sich auf der Suche nach netten, glattgebügelten Melodien befinden, sollten ihre kostbare Zeit nicht mit Mirrorsoil vergeuden, wer aber auf tiefe Emotionen, interessante Arrangements, schwere Gitarren und einen eigenständigen Sound abfährt, der darf dieses Album auf keinen Fall ignorieren. Und solltet ihr beim ersten Hördurchlauf meine Begeisterung nicht nachvollziehen können, so wartet einfach ab. Mirrorsoil wächst mit jedem Hördurchlauf!

Für den ein oder anderen mag es vielleicht übertrieben klingen, aber ich kann für mich persönlich jetzt schon sagen, dass ich bereits wenige Tage nach Neujahr einen ganz heißen Anwärter auf eine meine Top-Ten-Scheiben des Jahres 2001 gefunden habe!

Fierce

Veröffentlichungstermin: 22.01.2001

Spielzeit: 44:30 Min.

Line-Up:
Markus Baumhauer – Vocals

Michael Siffermann – Vocals, Guitar

Jochen Fopp – Guitar

Klaus Schmidt – Bass

Gunnar Drescher – Drums

Produziert von Ecki Erlenbusch & Mirror of Deception
Label: Miskatonic Foundation/Iron Glory

Hompage: http://www.mirrorofdeception.com

Tracklist:
1. Asylum

2. Veil of Lead

3. Weiss

4. Sole

5. Be Kept in Suspense

6. Dreams of Misery

7. Cease

8. Float