LEFAY: The Seventh Seal

LEFAY: The Seventh Seal

Man hört und sieht es sofort: MORGANA LEFAY sind zurück. Wie man ja überall lesen konnte, hat sich die Band in zwei Lager gespalten und so versuchen nun die Hauptsongwriter MORGANA’s Charles Rytkönen und Tony Eriksson da anzuknüpfen, wo MORGANA LEFAY mit ‚Maleficium‘ aufgehört hat.
Inzwischen hat man ja auch schon viel Lobreiches über ‚The Seventh Seal‘ gelesen, dem ich mich jedoch nicht so uneingeschränkt anschließen kann. ‚The Seventh Seal‘ ist ein gutes MORGANA LEFAY-Album geworden, mehr aber eigentlich auch nicht. Das ‚Debut‘ von LEFAY erreicht nur selten die Tiefe des ‚Vorgängers‘ und so würde ich es auf einer Ebene mit dem Drittwerk ‚Sanctified‘ MORGANA LEFAY’s stellen, das ja beweitem nicht schlecht war.
Nach einem kurzen Intro fängt die Band dann auch recht stark mit einem von einem CANDLEMASS-Riff getragenen Power-Groover an, dem sich dann auch schon das Herzstück des Albums, dem epischen Titeltrack ‚The Seventh Seal‘ anschließt. Genau das ist der Sound, den MORGANA LEFAY ausmachte und auf den sich LEFAY meiner Meinung nach auch konzentrieren sollten.
Der Band selbst scheint es dagegen wichtiger zu sein, möglichst abweschlungsreich zu klingen und das ist auch der Pluspunkt des Albums, daß man sich über nötige Abwechslung echt nicht beklagen kann. Und so bietet ‚The seventh Seal‘ alle Trademarks, die MORGANA LEFAY ausmachten, was uns aber auch gleich wieder zu einem Schwachpunkt führt: Irgendwie hat man halt doch das Gefühl, daß man alles von der Band irgendwann schonmal gehört hat (von ‚as far as I can go‘ mal abgesehen).
Mit ‚The Boon he gives‘ bietet die Band erneut ein klasse Power-Metal-Epos, mit ‚Child of Time‘ oder ‚Shadow Empire‘ werden auch der schnellere Bereich des LEFAY-Sounds abgedeckt und wie unterschiedlich Balladen ausfallen können zeigt die Band mit ‚Moonlit Night‘ und ‚As far as I can go‘.
Ersgenannter Song überzeugt durch den Tiefgang, wie man ihn eben von alten MORGANA-Werken gewohnt ist und bei der vor allem Sänger Charles herausragt. Genau so liebe ich die Stimme dieses Mannes, herzergreifend und seine Gefühle herausschreiend. Und den instrumentalen Schlußteil des Songs hätten METALLICA auch nicht viel besser hinbekommen.
War man es bei alten Werken ja schon gewohnt, daß Erinnerungen an alte METALLICA vom Gitarrenharmonischen immer wieder hervorgerufen werden, so scheint die Band nun auch auf neuere Sachen der Vorbilder aufmerksam machen zu wollen. ‚As far as I can go‘ ist nämlich eine Ballade im besten ‚Mamma said‘-Gewand geworden, die zum restlichen LEFAY-Material aber einfach nicht so richtig passen will.
Sollte beim Lesen dieser Rezi nun ein allzu negativer Eindruck entstanden sein, so sei nochmal betont, daß die Kritikpunkte in erster Linie im Anbetracht des MORGANA LEFAY-Materials entstanden sind. Die Schweden liefern für mich immer noch absolute Power-Metal-Qualitätsware ab, die durch ihre Spielfreude und Power überzeugt.
Fans sollten sich das Album auf jeden Fall zulegen, für alle anderen gilt: Reinhören lohnt sich auf jeden Fall!

Fierce

Einen Konzertbericht von LEFAY während der Tour mit NEVERMORE & SACRED STEEL gibt’s hier!

Spielzeit: 53:46 Minuten

erschienen bei Noise Records
produziert von LEFAY & Ulf Peterson

Charles Rytkönen – Vocals
Tony Eriksson – Guitar
Peter Grehn – Guitar
Micke Asentorp – Bass
Robin Engström – Drums

Tracks:
1. End of Living
2. The Seventh Seal
3. I am
4. The Boon he gives
5. Moonlit Night
6. Child of Time
7. Harga
8. So strange
9. As far as I can go
10. Shadow Empire

Fierce
.