KROKUS: Round 13

Das ´99er Album, das eine Nichtbeachtung nicht verdient hat.

KROKUS gehörten schon immer zu meinen Lieblingsbands, doch zumeist galten sie als haben AC/DC-Plagiat, was aber so nicht stimmt, denn erstens haben AC/DC
diese Musik nicht erfunden und zweitens waren die Mannen um Mastermind Fernando von Arb bereits 1975 albumtechnisch am Start, die erste weltweite AC/DC
-Veröffentlichung „High Voltage fand ein Jahr später statt. Die Eidgenossen gehörten 1982/83 sogar zu den größten Bands in Amerika und bekamen dort Edelmetall, verspielten aber in den folgenden Jahren viel Kredit durch polierte Mainstreamscheiben („Change of Address, 1986) und viele Line-Up-Veränderungen. Nichtsdestotrotz veröffentlichten KROKUS in den letzten zehn Jahren zwar keine Alben vom „Headhunter- oder „One Vice at a Time-Kaliber, wußten aber fast immer zu überzeugen – mit einer Ausnahme: „Stampede, ein gutes, für KROKUS-Verhältnisse aber zu hartes Metal-Album. Mit „Round 13 wurde die nächste Runde eingeläutet. Und die Runde ging an die Band, denn die meisten der zehn Stücke wissen zu überzeugen. Klar, wer auf Bands wie DREAM THEATER
oder SPOCK’S BEARD steht, dürfte etwas unterfordert sein, wer aber auf Riff-Rock’n Roll steht, dürfte an Stücken wie „Break free, „Guitar rules, „Wild Times, dem bluesigen „Backstabber oder die an AC/DC
erinnernden Tracks „Witchhunt und „Suck my Guitar genauso seine helle Freude haben wie LED ZEPPELIN/KINGDOM COME-Fans, die ihre Idole bei „Gipsy Love raushören dürften. Das ein, zwei Durchhänger zu hören sind – who cares? Ob die „Heya-Coverversion sein mußte, sei dahingestellt. Aber mußte man ihr wirklich die wichtige Stelle des Openers zugestehen? Egal und eher nebensächlich. Ein dickes Lob verdient der neue Sänger Carl Sentance, der seinen (bekanntesten) Vorgänger Marc Storace zwar nicht vergessen, aber auch nicht unbedingt herbeisehnen lässt. Ein gelungenes Album, das eine Nichtbeachtung nicht verdient hat.

Veröffentlichungstermin: 02.11.1999

Spielzeit: 40:43 Min.

Line-Up:
Carl Sentance – Vocals

Fernando von Arb – Guitars

Many Maurer – Bass

Peter Haas – Drums

Produziert von Fernando van Arb & Many Maurer
Label: Phonag Records

Homepage: http://www.krokusonline.com

Tracklist:
1.Heya

2.Money Back

3.Break Free

4.Guitar Rules

5.Blood Comes Easy

6.Suck My Guitar

7.Gipsy Love

8.Whitchhunt

9.Backstabber

10.Wild Times