KOSM: Eyes On The Inside [EP] [Eigenproduktion]

KOSM: Eyes On The Inside [EP] [Eigenproduktion]

Mit der aktuellen EP „Eyes On The Inside“ verlangen KOSM dem Hörer nicht gerade wenig ab. Denn der Progressive Metal der Kanadier begibt sich auf einen facettenreichen Spießrutenlauf zwischen MASTODON, TOOL, GOJIRA und THE AGONIST. Bei der Vermengung dieser Einflüsse hat sich das erst vor drei Jahren gegründete Ensemble, das 2018 mit dem Album „Cosmonaut“ debütierte, jedoch wenig um die unterschiedlich langen Garzeiten gekümmert. Somit wirkt die neue EP mitunter wie wahllos zusammen geworfen und mutet dem Hörer daher zu viel an Verträglichkeit zu.

„Eyes On The Inside“ spart nicht mit unterschiedlichen Songelementen

Schon der Opener „Yharnam“ zeigt in dieser Hinsicht deutlich auf, auf was sich die Band beim Songwriting eingelassen hat. Hier werden sehr viele Songelemente aneinander gereiht, so dass der Fluss des Tracks dann und wann ins Stocken gerät beziehungsweise der Song nur schwer in die Gänge kommt. Diese Zerfahrenheit wird in „Old Blood“ mit seinen Jazz-Einsprengseln noch deutlicher. Allerdings spricht das auch für den Mut der Band. Das allzu disharmonische „A Call Beyond“ fällt dagegen ab.

KOSM können auch grooven

Die beste Balance zwischen Progressivität und Eingängigkeit hat das abschließende „Eyes On The Inside“. Hier packen KOSM ein sehr groovendes Riffing aus und lassen den Song auch einmal einfach wirken, ohne sich selbst etwas in Sachen übertriebener Kreativität beweisen zu müssen.

KOSM lassen Potenzial und Ambition erkennen

Ähnlich abwechslungsreich wie die Kompositionen ist auch der Gesang von Jessie Grace. Diese wechselt zwischen Klar-Gesang, Growls, Kreischen und bluesig-jazzigem Gesäusel. Ihr ist somit ebenso Respekt zu zollen wie der gesamten Band, die spielerisches Potenzial erkennen lässt. Wenn es KOSM schaffen, einen roten Faden in ihre Kompositionen einzuarbeiten, dann wäre ein wichtiger Schritt getan, um den Hörer durchgehend bei der Stange zu halten. So ist „Eyes On The Inside“ aber bloß ein ambitioniertes Werk, das letzen Endes aber zu sehr anstrengt.

Veröffentlichungstermin: 28.06.2019

Spielzeit: 26:47 Min.

Line-Up:
Erik Leonhard – Gitarre
Jessie Grace – Gesang
Mike Slater – Gitarre
Sterling Paterson – Schlagzeug
Michael Mastracci – Bass

Label: Eigenproduktion

Homepage: https://kosmband.com

Mehr im Netz: https://kosmofficial.bandcamp.com/
Mehr im Netz: https://www.facebook.com/kosmofficialband/

KOSM „Eyes On The Inside“ Tracklist

1. Yharnam (5:25) (Lyric-Video bei YouTube)
2. Clocktower (5:12)
3. A Call Beyond (4:16)
4. Old Blood (6:58)
5. Eyes On The Inside (4:56)

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.