IMPARITY: Watch The World Go By [EP]

IMPARITY: Watch The World Go By [EP]

IMPARITY sind seit 2016 zusammen, nun also präsentiert sich die Band aus Bochum mit ihrer ersten EP „Watch The World Go By“. Sie ordnen sich selbst dem Gothic Doom zu, und das trifft es sehr gut. Zähe Riffs, zurückhaltendes Drumming und dunkle Melodien ziehen an einem vorbei. Dazu helle, melancholische Vocals von Sängerin Eva (Ex-ANUBIZ, Ex-TRAUMTÄNZER), die reichlich GOTHIC mit rein bringt. Soweit, so gut. Aber was bieten sie uns auf dieser EP?

Nun, dass die Jungs zuhause gern mal ein Doom-Scheibchen einlegen, das hört man bei „Trapped In Wealth“ deutlich. Zieht etwas an einem vorbei, die knurrige Bridge bringt die Aufmerksamkeit aber wieder zurück. Frühe MIRROR OF DECEPTION kommen dezent in den Sinn. Aber auch an früh-90er Female Fronted Bands wie MOURN, LEFT HAND SOLUTION oder THE THIRD AND THE MORTAL mag man denken. Bei letzteren auch wegen der sehr hohen, hellen Vocals. Auch „Wounded Society“ erinnert vom Gesamtbild an die Norweger um KARI RUESLATTEN. Das zappelige Ende nimmt dem Song etwas den melancholischen Charme.

IMPARITY bieten auf „Watch The World Go By“ angenehmen Gothic Doom

Etwas kraftvoller rockt „Victory Or Death“ – Zeit, mal wieder die Münchner EXTORIAN zu hören. Bööööse grunzt uns Eva dann an, Angst hab ich keine! Ist eher niedlich, ein netter Farbtupfer im düsteren Bandsound. Witzig, wenn die Vocals hier etwas nach der jungen JOAN JETT klingen. Aber IMPARITY betonen ja, dass sie auch vom bluesigen Hard Rock beeinflusst sind. Der lange Titeltrack vereint wieder die Verweise auf oben genannte Bands. Wobei IMPARITY hier sicher nicht gezielt bei KollegInnen klauen. Aber das Maß an Eigenständigkeit, um sich von ähnlichen Bands abzusetzen, gibt es noch nicht. Die Riffs sind etwas zu schwammig und treten zu selten Popo oder fräsen sich im Kopf fest. Die Gesangsmelodien hat man nicht mehr im Ohr, wenn man am nächsten Tag wach wird. Die Stimme zieht zu oft zu lange zu hoch, nimmt dem doomigen Grundkonzept die Tiefe.

IMPARITY brauchen noch etwas Feintuning

Aber letztendlich haben wir hier ein erstes düsteres Hallo von IMPARITY, und das ist ordentlich genug, dass man die Band im Auge behalten sollte. Die hier durchaus etwas fordernden Vocals etwas nach unten ziehen, und die Songs kriegen weitaus mehr Raum. Rotzig-rockig wie bei „Victory Or Death“ steht Eva durchaus besser. Ihre Jungs machen einen guten Job, ohne wirklich hervorzuragen. Muss man auch nicht, wenn die Songs passen. Und ich geb´s zu, bei jedem Durchlauf freue ich mich schon wieder auf den knarzigen Opener „Trapped In Wealth“.

Veröffentlicht: 22.02.2019

Spielzeit: 22:14

Lineup:
Eva – Gesang
Markus – Gitarre
Stephen – Gitarre
Marc – Bass
Stefan – Drums

Label: Eigenproduktion

Homepage: http://imparity.de

Mehr im Web: https://www.facebook.com/imparitydoom

Die Tracklist von „Watch The World Go By“:

1. Trapped In Wealth
2. Wounded Society
3. Victory Or Death
4. Watch The World Go By

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.