FILTH IS ETERNAL: Impossible World

FILTH IS ETERNALs Hardcore-Punk tendiert auf dem vierten Album „Impossible World“ mehr in Richtung Punk als Hardcore. Warum das eine gute Entwicklung ist, stellt die Band 30 Minuten lang vehement unter Beweis.

Ewiger Schmutz? Kommt darauf an, wo man sucht. FILTH IS ETERNAL selbst, ehemals FUCKED AND BOUND genannt, hatten mit ihrem dritten Album „Find Out“ schon eine Transformation in Richtung Sauberkeit eingeleitet: Weg vom schnellen, garstigen Hardcore-Punk, hin zu einer grungigen Variante dessen. „Impossible World“ ist nun noch eingänger geworden. Das klingt naturgemäß weniger schmutzig, öffnet aber auch Kontraste. Während Brian McClelland noch immer mit richtig dreckigen Gitarrensounds und fiesen Riffs unterwegs ist, ist Lis DiAngelos Stimme deutlich melodiöser ausgerichtet. Ein bisschen so, als würden BAD COP BAD COP in ihren härteren Momenten auf die groovige CONVERGE und TRAP THEM treffen. Der Gitarrensound ist brachial, die Drums drücken, Lis DiAngelos Stimme klingt darauf fast schon zahm, obwohl sie doch ziemlich viel Power in der Stimme hat. Die Instrumente sind allerdings derart wuchtig, dass sie wenig Raum für Anderes lassen.

Catchy und kraftvoll: FILTH IS ETERNAL gehen auf „Impossible World“ so gut wie nie zuvor ins Ohr.

Und doch: Insgesamt geht die Band aus Seattle auf diese Art mehr ins Ohr, als je zuvor – nicht nur der catchy Riffs wegen, sondern auch wegen DiAngelos Vocals. Denn „Impossible World“ verzichtet auf kleinere Grunge-Momente, bietet dafür aber einige Hits. Das mögen das nett groovende „Stay Melted“ und das erstaunlich verhaltene „Hellfire“ noch nicht so richtig hinkriegen, aber „Long Way“ geht bereits in die Richtung. Spätestens der Refrain von „Weather & Rose“ zeigt, dass FILTH IS ETERNAL einige Highlights zu bieten haben. Der klassische Punksong „Outbreak“, das mitreißende „So Below“ und „Skorpio“ mit seiner melancholischen Note wenden das auch sehr gut an. Und gerade wenn zwischendurch auch mal richtig gebrüllt wird, wenn die Band im Laufe des Albums mal in Richtung der wilden Vergangenheit schielt („Total War“, „Bad Faith“), wird „Impossible World“ richtig stark.

Trotzige Hoffnung: „Impossible World“ zeigt, dass Aufgeben keine Option ist, egal wie bitter die Lage in FILTH IS ETERNALs Heimatland auch sein mag.

In seinen 30 Minuten wagt es „Impossible World“ hin und wieder leicht von seiner Linie abzuweichen, insgesamt bleiben FILTH IS ETERNAL aber in allen 12 Songs recht direkt. Das Bemerkenswerte an diesem Album ist, im Angesicht der Weltlage und der Lage, in der sich ihr Heimatland befindet, dass keinerlei Schwermut aufkommt. „Impossible World“ setzt trotzig einen Gegenpol zur Weltlage, Aufgeben ist keine Option, das sagt schon der Titel. Somit ist FILTH IS ETERNAL ein sehr kraftvolles Album gelungen, mit vielen richtig guten Songs, von der Band souverän und energiegeladen dargeboten. Und wenn schon der Schmutz musikalisch mehr und mehr weicht, die Attitüde bleibt die gleiche: Diese Leute machen sich gerne die Hände dreckig. Auch wenn aus diesem Album kein künftiger Klassiker wird, ist „Impossible World“ ein cooles Album.

Wertung: 8 von 12 Putzlappen

VÖ: 17. März 2025

Spielzeit: 29:54

Line-Up:
Lis DiAngelo – Vocals
Brian McClelland – Guitar
Logan Miller – Bass
Josh Pehrson – Drums

Label: MNRK Heavy

FILTH IS ETERNAL „Impossible World“ Tracklist:

1. Stay Melted (Video bei YouTube) 
2. Long Way (Video bei YouTube) 
3. Hellfire (Video bei YouTube) 
4. Acetylene
5. Weather & Rose
6. Desire
7. Total War
8. Bad Faith
9. Outbreak
10. So Below
11. Slipstream
12. Skorpio

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