EYEHATEGOD: Preaching the End-Time Message

EYEHATEGOD: Preaching the End-Time Message

Welch Freude durchdringt mein mit Krankheit zerfressenes Herz: Neben SOILENT GREEN lassen sich auch EYEHATEGOD mal wieder blicken. Zwar nicht mit einem neuen Album, aber was die widerlichen, nach Gras, Schweiß, Blut und Pisse stinkenden Feedbacksadisten auf Preaching the End-Time Message bieten kommt dem Ganzen wenigstens etwas nahe. Denn welch Freude, die zehn Songs dürften den meisten Hörern unbekannt sein.

Rares Material, zwei Livetracks und sogar drei neue Nummern bieten EYEHATEGOD, und welcher Jünger könnte diese mit Kotze besudelte Hostie etwa ablehnen? Eben. Ältere Stücke wie Memphetamine und Serving Time in the Middle of Nowhere, die ursprünglich auf Samplern beziehungsweise dem legendärem Gummo-Soundtrack vertreten sind, stellen aber nicht die Highlights auf dieser Scheibe dar. Besser wird es mit dem genialen Sabbath Jam vom 1997er BLACK SABBATH-Tribute, hier werden viele bekannte und beliebte Riffs durch den Dreck gezogen, im EYEHATEGOD-Stil. Schön ist auch, dass die Beiträge der hierzulande schwer erhältlichen Split-Singles mit SOILENT GREEN und den CRIPPLR BASTARDS ihren Weg auf diese Compilation gefunden haben. Beide, sowohl Age of Bootcamp als auch I Am the Gestapo, sind typische, zähe EYEHATEGOD-Nummern, wobei I Am the Gestapo mit seinen dissonanten Melodien die Hirnschale auslöffelt.

Die beiden Livetracks Jackass in the Will of God und Revolution/Revelation gefallen vor allem durch die rohe Liveatmosphäre, selbst wenn dies die verzichtbarsten Stücke dieser Veröffentlichung sind. Wirklich hörenswert ist auch die Ansage vor Revolution/Revelation. Doch die Krönung von Preaching the End-Time Message sind selbstverständlich die Demoversionen der neuen Songs, das worauf die Fans wohl am meisten warten. EYEHATEGOD haben sich zum Glück nicht wirklich verändert, die Helden des Sludge sind ekelhaft, zäh bis punkig und verzerrt wie eh und je. Die stumpfen und bluesigen Riffs graben sich teilweise bis zur Unkenntlichkeit verzerrt durch den Magen, der Bass ist dafür verantwortlich, dass sich der Mageninhalt umstülpt, und auch das höllische Geschrei von Michael Williams zeigt, dass sie es nicht verlernt haben. Willkommen daheim. Ich freue mich schon International Narcotic und Turn Troubled Tables auf dem nächsten Album zu hören, denn ehrlich gesagt klingt das Demo schon sehr nach Rektalauswurf. Wobei das auch seinen Reiz hat.

Eine bessere Verkürzung der Wartezeit auf das nächste Album könnte es gar nicht geben, denn auf Preaching the End-Time Message gibt es derart viel zu entdecken, dass Fans laut mit der Zunge schnalzen dürften. Dennoch wird es Zeit dass der New Orleans-Fünfer mal wieder in die Pötte kommt und ein neues Studioalbum abliefert, denn da warte mit Sicherheit nicht nur ich sehnsüchtig darauf.

Veröffentlichungstermin: 22. August 2005

Spielzeit: 39:41 Min.

Line-Up:
Brian Patton – Noise

Jimmy Bower – Low Noise

Michael D. Williams – Paranoia

Joseph LaCaze – Sound Tech

Gary Mader – Low End; peroid
Label: Emetic Records

Homepage: http://www.eyehategod.com

Tracklist:
1. Memphetamine

2. Serving Time in the Middle of Nowhere

3. Sabbath Jam

4. Age of Bootcamp

5. I Am the Gestapo

6. Jackass in the Will of God (live)

7. Revolution/Revelation (live)

8. International Narcotic

9. 36 Beers and a Ball of String

10. Turn Troubled Tables

Captain Chaos
Ehemann, Vater, Musikenthusiast, Plattensammler, Trauerbegleiter, Logistiker, Autor, Wandergeselle