EIDOLON: Apostles of Defiance

EIDOLON: Apostles of Defiance

Eine der aktivsten und zuverlässigsten Bands, die es derzeit im Metalbusiness gibt, sind eindeutig die Kanadier EIDOLON. So erscheint dieser Tage nun gerade mal 15 Monate nach dem letzten Release Coma Nation das neue Werk Apostles of Devviance mit dem die Band um die beiden Drover-Brüder Shawn und Glen wieder einmal echte Qualitätsware abliefern.

Eine Steigerung zum Vorgängerwerk auszumachen ist dabei zugegebenermaßen schwer und vor allem bei den ersten Hördurchläufen hat man stellenweise den Eindruck dass sich besonders im Gesangslinienbereich langsam die Gefahr einschleicht dass man sich vielleicht selbst wiederholt. Eine Betrachtungsweise die sich nach eingehender Beschäftigung mit Apostles of Defiance wieder nur schwer nachvollziehen lässt, so verinnerlicht hat man nach kurzer Zeit bereits die Songs, von denen jeder wieder einmal für sich stehen kann.

Mit Scream from within und Volcanic Earth geht es auch gleich mächtig heftig los und so liefern EIDOLON zu Beginn des neuen Werks beinah die härtesten Stücke ihrer bisherigen Karriere ab, denen die verstärkt eingesetzten Growls (begesteuert von Voldamares Gollum der befreundeten Band ECLIPSE ETERNAL) ganz besonders gut tun – ja man könnt schon fast von Death/Thrash reden und somit kann man nicht nur durch das Jeff-Loomis-artige Gitarrensolo bei Screams from within auf den Gedanken kommen, dass die Kanadier einen ähnlichen Pfad einschlagen wie NEVERMORE – mehr Härte, etwas weniger Melodie. Gleichzeitig muss man aber festhalten dass Melodien nach wie vor eine ganz tragende Rolle bei EIDOLON spielen, was man dann auch gleich mit dem folgenden Twisted Morality unter Beweis stellt. Die melancholischen Gesangslinien sind auch nach wie vor ein wichtiger Teil des Sounds dieser Band, womit The Will to Remain mit seinem grandiosen Refrain zu einem der Höhepunkte des Albums geworden ist.

Wo die Gesangslinien aber etwas zu sehr im Gesamtkontext zur Discografie stagnieren, haben EIDOLON Instrumental wieder sehr am Feintuning gearbeitet und viele kleine Überraschungen eingebaut, die die Songs erst so richtig interessant machen. Vor allem Glen hat da wieder sehr viele schöne Ideen parat und seine doppelläufigen Soloteile mit Gastmusiker Andy LaRocque sind einfach eine sehr feine Sache.

Genauso ist auf dem nunmehr sechsten Album (Sacred Shrine nicht mitgerechnet) deutlicher denn je dieser gewisse JUDAS PRIEST-Einfluss zu spüren, vor allem bei den Melodien des bereits auf dem Wacken dargebotenen Stücke Demoralized – aber nicht falsch verstehen, Einfluss bedeutet noch lange nicht klingt wie!

Große Überraschungen darf man von Apostles of Defiance nicht erwarten. EIDOLON sind nach wie vor auf der suche nach ihrem perfekten Album und bleiben sich dabei treu wie kaum eine andere Band. Für jemand der bislang mit dieser Powermetal-Truppe noch nicht in Berührung gekommen ist, für den ist Apostles of Defiance auf jeden Fall der perfekte Einstieg denn das Album zeigt die Band ganz klar auf dem aktuellen Stand, egal ob es instrumentale Fertigkeiten, gesangliche Leistung oder die Produktion angeht. Altfans sollten sich einfach darauf einstellen, dass sie ein grundsolides EIDOLON-Werk geliefert bekommen, das man nach kurzer Zeit nicht missen möchte.

Veröffentlichungstermin: 06.10.03

Spielzeit: 52:17 Min.

Line-Up:
Glen Drover: All Guitars, Vocals, and Keyboards

Shawn Drover: Drums, Vocals

Pat Mulock: Lead Vocals

Adrian Robichaud: Bass

Produziert von Glen Drover
Label: Metal Blade

Hompage: http://www.eidolon-nightmareworld.com

Tracklist:
1. Scream from within

2. Volcanic Earth

3. Twisted Morality

4. Demoralized

5. The Test

6. The Will to Remain

7. Apostles of Defiance

8. Pull the Trigger

9. Apathy for a dying world

Fierce
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