DARKANE: The Sinister Supremacy

Ein gutes Thrash-Death-Comeback mit dem Ursänger, das lediglich mehr Abwechslung vertragen hätte.

Mit der Rückkehr des Ursängers Lawrence Mackrory schließt sich für DARKANE ein Kreis. Ursprünglich nach dem Debüt “Rusted Angel” ausgestiegen, ist der Frontmann mit der Reibeisenstimme rechtzeitig für das sechste Studioalbum zurück und beendet damit zugleich die fünfjährige Durststrecke seit dem Vorgänger “Demonic Art”. Für mich selbst hat “The Sinister Supremacy” indes vielmehr Fortführungscharakter, hatte ich die Gruppe nach “Rusted Angel” doch aus den Augen verloren. Dass nach einer Zeitspanne von nahezu anderthalb Dekaden dennoch nicht alles beim Alten blieb, liegt in der Natur der Sache.

Doch die gute Nachricht vorweg: DARKANE haben im Prinzip wenig an ihrem bewährten Muster verändert. Der Thrash-Death-Bastard zieht noch immer mächtig an, das Schlagzeug gönnt sich keine Pause, die Gitarren treffen die Balance zwischen Eingängigkeit und furiosem Geschredder. Mackrory hat darüber hinaus in Sachen Klargesang zugelegt, lässt aber auch schreitechnisch nichts anbrennen.

Qualitativ geraten DARKANE kaum ins Wanken

Mit dem Titelsong steht in der Folge eine Hymne geschickt am Anfang, die all diese Vorzüge in sich vereint. Das anschließende “Mechanically Divine” zeigt nicht nur den Thrash Metal am äußersten Extrem, sondern packt ein cooles Solo oben drauf. Und so geht es munter weiter, immer wieder blitzt ein Hit wie das peitschende “Insurrection Is Imminent” auf, der aus sonst ordentlichem, aber nicht immer atemberaubendem Material (“Collapse Of Illusions”, “Ostracized”) heraussticht. Das macht Laune und wird durch klassische Instrumente mittels Intros, Interludes und dergleichen abgerundet. Die Kompositionen selbst bleiben beim klassischen Metal-Outfit, weshalb Streicher und Piano im Allgemeinen unaufdringlich eingebunden sind.

Qualitativ geraten DARKANE kaum ins Wanken. Mit dem verbissenen “By Darkness Designed” sowie dem Up-Tempo-Thrasher “Humanity Defined” ist auch die zweite Albumhälfte gut bestückt. Was “The Sinister Supremacy” dagegen etwas herunterzieht, ist die Gleichförmigkeit der meisten Stücke. Bei rund 50 Minuten Laufzeit zieht sich die Platte daher gegen Ende ein bisschen in die Länge. Ergo, das Material ist gut, nur abwechslungsreicher hätte es sein dürfen.

Mit “The Sinister Supremacy” schließen DARKANE keinen Kreis, sondern treten aus ihm heraus

Produktionstechnisch gibt es wenig auszusetzen. In diesem Punkt wurde solide Arbeit geleistet, obgleich DARKANE auf Album Nummer sechs nicht mehr zur rohen und ungeschliffenen Fräsmaschinerie zurückfinden, die “Rusted Angel” noch war. Andererseits zogen die Jahre nicht spurlos an den Skandinaviern vorüber: Das Songwriting ist komplexer geworden und hat an Tiefe gewonnen. Daran lässt sich letztlich auch festmachen, dass die einleitende Aussage den Punkt nicht hundertprozentig trifft. DARKANE schließen mit “The Sinister Supremacy” keinen Kreis, sondern sie treten vielmehr aus ihm heraus und machen einen Schritt nach vorne – in die richtige Richtung.

Die Erstauflage von The Sinister Supremacy enthält mit “Malicious Strain” sowie “I, Author Of Despair” zwei gelungene Bonustracks, wobei vor allem Ersterer durch kreative Gitarrenarbeit besticht, während “I, Author Of Despair” mit Groove im Mid-Tempo regiert.

Veröffentlichungstermin: 28.06.2013

Spielzeit: 48:57 / 57:29* Min.

Line-Up:
Lawrence Mackrory – Vocals
Christofer Malmström – Guitars
Klas Ideberg – Guitars
Jörgen Löfberg – Bass
Peter Wildoer – Drums

Produziert von Daniel Bergstrand
Label: Massacre Records

Homepage: http://www.darkane.com/
Mehr im Netz: http://www.facebook.com/darkane

DARKANE “The Sinister Supremacy” Tracklist

01. Sounds Of Pre-Existence
02. The Sinister Supremacy (Lyric-Video bei YouTube)
03. Mechanically Divine (Video bei YouTube)
04. Ostracized
05. The Decline
06. Insurrection Is Imminent
07. In The Absence Of Pain
08. Humanity Defined
09. Hate Repentance State
10. Collapse Of Illusions
11. By Darkness Designed
12. Existence Is Just A State Of Mind
13. Malicious Strain (Digipak Bonustrack)*
14. I, Author Of Despair (Digipak Bonustrack)*