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DARK MILLENNIUM: Acid River

“Acid River” von DARK MILLENNIUM ist ein schwierig lieb zu gewinnender Release, als dass der kommunizierte Atmospheric Death / Doom nicht das ist, was man sich davon verspricht.

Death-Doom Metal bei Massacre Records ist ja nichts Alltägliches, weshalb ich im Vorfeld mit einer Mischung aus Neugierde und Sorge an einen solchen Release herangetreten bin. Für letztere sollte es allerdings wenig Anlass geben, als dass es sich bei DARK MILLENNIUM um eine routinierte Band handelt, wenngleich die Deutschen nach den ersten Alben, welche Anfang der 90er-Jahre erschienen sind, eine (sehr) lange Pause einlegten, ehe sie 2016 wieder als Band zusammen gekommen sind. Musikalisch merkt man den Musikern die Reife insofern an, als dass sie versucht sind, etwas mehr aus dem bekundeten Genre herausholen zu wollen – und ihm gar den eigenen Stempel aufzudrücken versuchen.

Der progressive Touch auf “Acid River” steht in Konkurrenz mit der Atmosphäre

Das geht auf “Acid River” leider nicht nach Wunsch auf. Denn der progressive Touch, den DARK MILLENNIUM einarbeiten, steht oftmals in Konkurrenz mit der Atmosphäre und dem Spielfluss (“Lunacy”). Dass die Keys dann auch noch irgendwie müde zwischen den Seilen zwischen klassischer Keyboard-Untermalung und neuerer Synth-Unterstützung hängen, trägt sein Übriges dazu bei, dass bei “Acid River” trotz einiger guter Passagen (“The Verger”) ein Gefühl der Unbefriedigung bleibt.

DARK MILLENNIUM mühen sich, die Essenz des Dooms zu finden

Auch sonst kämpft die Band mit einer klaren Einordnung, als dass ich für mich persönlich zu wenig Doom ausfindig machen kann. Klar gibt es schleppende Passagen und entsprechend lange Songs, doch die düstere, beklemmende Atmosphäre und auch die Schwere – also die Essenz des Dooms – mag mich nicht erreichen. Dies wiegt dann gar etwas schwerer, als dass (vom Label) die Genre-Bezeichnung Atmospheric Death / Doom kommuniziert wird.

Daher ein schwierig zu verarbeitender und ja, auch schwierig lieb zu gewinnender Release, selbst wenn vor dem Versuch, neue Wege zu gehen – wenn etwa in “Godforgotten” nach Humppa-Rhythmus orientalische Melodien zu vernehmen sind und sich der Song dann mit leichter Doom-Tendenz etwas zieht – der Hut zu ziehen ist.

Veröffentlichungstermin: 07.01.2022

Spielzeit: 49:19 Min.

Line-Up:
Christian Mertens – Gesang
Hilton Theissen – Gitarren & Backing Vocals
Michael Burmann – Gitarren
Gerold Kukulenz – Bass & Keyboard
Andre Schaltenberg – Schlagzeug

Produziert von Hilton Theissen @ Wide Noise Studio

Label: Massacre Records

Mehr im Netz: https://www.darkmillennium.de
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Mehr im Netz: https://darkmillennium.bandcamp.com

DARK MILLENNIUM “Acid River” Tracklist

1. The Verger
2. Godforgotten
3. Threshold (Video bei YouTube)
4. Lunacy
5. Essence
6. Vessel
7. Death Comes In Waves