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CRUEL FORCE: Haneda

Drei Jahre nach dem großartigen Comeback „Dawn Of The Axe“ schließen CRUEL FORCE mit „Haneda“ qualitativ nahtlos an ihr letztes Album an.

In ihrer ersten Phase von 2008 bis 2012 haben CRUEL FORCE zwei starke Black / Thrash-Alben veröffentlicht, bevor die Band eine Pause einlegte. 2022 waren CRUEL FORCE dann wieder am Start und veröffentlichten im Jahr darauf mit „Dawn Of the Axe“ ihr drittes Album, welches bei mir erst etwas spät aufs Radar kam, letztendlich aber zu den stärksten Alben 2023 gehörte. War man in der ersten Phase der Band noch deutlich rumpeliger unterwegs, haben CRUEL FORCE sich nach der Reunion vom Black in Black / Thrash mehr oder weniger völlig verabschiedet und spielten nun mehr oder weniger klassischen Speed / Thrash Metal. Frontmann Carnivore hat sich von Growls auf deutlich melodisches Shouting verlegt, es gibt jede Menge melodische Leads und Soli und auch die Produktion klingt deutlich professioneller, ohne dabei auch nur in Verdacht zu stehen, zu poliert oder steril zu sein. Man wollte möglichst authentisch nach großer, echter Achtziger Produktion klingen – das ist der Band definitiv gelungen.

CRUEL FORCE haben sich vom leicht rumpeligen Black Thrash zum spielerisch starken Speed Metal gewandelt

Musikalisch klingt „Haneda“ wie der logische Nachfolger zu „Dawn Of The Axe“. Stilistisch bleibt man sich treu, klingt dabei einfach noch etwas ausgereifter und erweitert den Bandsound behutsam. Das anderthalbminütige Intro „The Cross“ baut gekonnt Stimmung auf, bevor CRUEL FORCE mit „Whips A Swinging“ gnadenlos aufs Gas treten. Das Riffing erinnert an frühe KREATOR, Carnivores Shouting und die Soli setzen den melodischen Gegenpol. Angetrieben von Drummer GG Alex ballern CRUEL FORCE straight durch, bis der Song nach zwei Minuten mit einem gekonnten Break überrascht. Aber keine Sorge, es geht zügig weiter, CRUEL FORCE machen keine Gefangenen und nehmen auch bei den folgenden Stücken den Fuß nur mal zwischendurch vom Gas, um die Songs mit melodischen Passagen aufzuwerten. Total geil finde ich das, direkt nach dem ersten Refrain unter die Riffs gelegte Schwerterklirren bei „Swords Of Iron“. Nur eine Kleinigkeit, welche aber von hoher Liebe zum Detail zeugt. Und das gilt für das ganze Album, alle Songs wirken sehr durchdacht arrangiert, vom rumpeligen Geballer der ersten Jahre keine Spur mehr.

„Haneda“ ist ein Fest für Heavy Metal Maniacs! Der zweite Kracher in Folge von CRUEL FORCE!

Wenn man mal ehrlich ist, liegen Welten zwischen den fraglos charmanten und starken ersten zwei Alben und dem, was die Band hier auf „Haneda“ abzieht. Neben dem souveränen, kommandierenden Gesang von Carnivore und dem starken Gitarrenspiel von Slaughter muss ich aber auch mal das überragende Drumming von GG Alex herausstellen. Wenn es sein muss, kloppt der Kerl stur den Beat durch, aber seine breaks und tom rolls sind das Salz in der Rhythmus-Suppe. Nach all dem Gekloppe geben CRUEL FORCE uns mit dem sehr verspielten, abwechslungsreichen Instrumental „Crystal Skull“ etwas Zeit zum Durchatmen und Genießen, bevor bei „Warlords“ wieder der Speed Metal regiert, wenn auch aufgelockert durch diverse Mid-Tempo-Passagen. „Black Talon“ nimmt das Tempo noch mehr raus, werden da gegen Ende etwa die Finger müde? Natürlich nicht, „Titan’s Awakening“ geht wieder gnadenlos nach vorne. Mit dem gut neun Minuten langen Titelsong haben CRUEL FORCE ganz am Ende nochmal ein ganz großes Highlight platziert, ein großes Epos, bei dem von Speed Metal-Abfahren über mächtige Mid-Tempo-Passagen bis zu atmosphärischen Passagen alles am Start ist. Was für ein geiler Abschluss!

Ich bin mir noch nicht sicher, ob „Haneda“ das bereits herausragende „Dawn Of The Axe“ übertrifft oder nicht, beide Alben sind in ihrem Genre absolute Spitze. „Dawn Of The Axe“ war einen Hauch kompakter, „Haneda“ verspielter. So oder so, haben CRUEL FORCE mit ihrem vierten Album erneut ein kleines Meisterwerk geschaffen, welches unter Garantie seinen Weg in meine Jahres-Hitliste finden wird. Echter, authentischer Speed / Heavy Metal auf Weltklasse-Niveau.

Veröffentlichungsdatum: 27.03.2026

Spielzeit: 42:37

Line-Up:
Carnivore – vocals
Slaughter – guitars
Spider – bass
GG Alex – drums

Label: Shadow Kingdom Records

Bandcamp: https://cruelforceofficial.bandcamp.com
Facebook: https://www.facebook.com/CruelForce
Instagram: https://www.instagram.com/cruelforceofficial

CRUEL FORCE „Haneda“ Tracklist

1. The Cross
2. Whips A Swinging (Video bei YouTube)
3. Savage Gods (Video bei YouTube)
4. Sword Of Iron
5. Crystal Skull
6. Warlords
7. Black Talon
8. Titan’s Awakening
9. Haneda