ALKEMYST: Meeting In The Mist

Ein sehr beachtliches Debüt in der Schnittmenge von EDGUY und SYMPHONY X.

Mit ihrem Debüt Meeting In The Mist haben die Franzosen ein absolutes Topalbum am Start, mit dem ALKEMYST problemlos die neuen SYMPHONY X werden könnten!

Denn so wie SYMPHONY X vor mehr als zehn Jahren anfingen, Prog Metal der Marke DREAM THEATER mit der dramatischen Melodieführung eines YNGWIE MALMSTEEN zu einem eigenen Stil zu verschmelzen, so paaren ALKEMYST scheinbar mühelos die gleichen Prog-Einflüsse mit Melodic Speed Metal HELLOWEENscher Prägung.

Schon beim Opener Still Alive gibt es keine Kompromisse. Pfeilschnelle Gitarren treffen auf hohen, klaren Gesang. Zwischendurch gibt es etliche Breaks und Einschübe, die deutlich machen, dass ALKEMYST ihre Instrumente beherrschen. Die einzelnen Songteile harmonieren dabei prächtig miteinander und der Refrain hätte auch einem Stück wie Eagly Fly Free gut zu Gesicht gestanden.
It`s Time erinnert sogar ein wenig an SYMPHONY X. Allerdings spielen Keyboards hier nur eine Nebenrolle. Spätestens beim folgenden Up To Heaven`s Gate sind ALKEMYST dann wieder ganz sie selbst. Die Gitarrensoli sind hier weniger eine Demonstration von technischem Können, sondern melodische Sahnehäubchen auf einer leckeren Speed Metal-Torte.
Die einzigen beiden Stücke, die gegenüber dem Rest etwas abfallen, sind Hold On To Your Dreams und Meeting In The Mist. Ersteres klingt etwas konfus, da hier balladeske Töne, epische Elemente und ein I Want Out-Rhythmus miteinander vermischt werden. Der Titeltrack wirkt dagegen wesentlich geschlossener, ist mir persönlich aber einfach zu kraftlos.
Bei Passage wird dann wieder aufs Gaspedal getreten, und auch Empty Skies ist trotz kleinerer Funk-Einsprengsel eindeutig Metal. Den Höhepunkt des Albums haben sich ALKEMYST für den Schluss aufgehoben. The Falling Star besticht durch abgestopptes Riffing, treibende Doublebass-Attacken und einen Mörderrefrain. Alle fünf Musiker geben noch einmal alles, wobei im Gesangs- und auch im Bassbereich einige Parallelen zu HELLOWEENs Keeper-Ära existieren. Außerdem werden Erinnerungen an das coole Chaos-Pilgrimage-Debüt der Japaner VIGILANTE wach, welches 1999 leider viel zu wenig Beachtung fand.

Ein Tick mehr Eigenständigkeit hätte dem Album sicher nicht geschadet. Bands wie JESTER´S FUNERAL oder FADING STARLIGHT haben zuletzt eindrucksvoll gezeigt, dass das im Metalbereich durchaus noch möglich ist. Andererseits sind ALKEMYST vermutlich noch immer innovativer als alle schwedischen Melodic Metal-Kapellen der letzten fünf Jahre. Und auch einem Album wie The Damnation Game steht Meeting In The Mist meines Erachtens in nichts nach.

Fazit: Daumen hoch für ALKEMYST!

Veröffentlichungstermin: 30.06.2003

Spielzeit: 60:35 Min.

Line-Up:
Ramon Messina: Gesang

Severin Bonneville: Gitarre

Arnaud Ménrad: Gitarre

Denis Mellion: Bass

Arnaud Corbaty: Schlagzeug
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.alkemyst.net

Tracklist:
1. Spells & Elixirs

2. Still Alive

3. It`s Time

4. Up To Heaven`s Gate

5. Hold Ono To Your Dreams

6. A Meeting In The Mist

7. Passage

8. Empty Skies

9. Nameless Son: Chapter I: The Awakening

10. Nameless Son: Chapter II: The Falling Star / Chapter III: Visions & Doubt