NORILSK: Le passage des glaciers

NORILSK: Le passage des glaciers

Als wäre es in ihrer kanadischen Heimat (gerade) nicht kalt genug, so haben sich NORILSK nach der nördlichsten Großstadt der Welt benannt. Und der Darkened Death-Doom Metal versucht ebendiese kalte Trostlosigkeit der russischen Industriestadt zu vermitteln. Passend dazu der kühle Titel des aktuellen Albums: „Le passage des glaciers“. Doch das zweite Album des kanadischen Duos überrascht, als dass die Melodie keineswegs zu kurz kommt. Dem nicht genug, schleichen sich auch gerne Tonabfolgen ein, die aufgrund ihrer Anordnung Hoffnung verbreiten.

NORILSK nehmen Anleihen bei Doom-Death-Größen

NORILSK nehmen in ihren Kompositionen Anleihen bei Genre prägenden Bands wie jeweils frühen MY DYING BRIDE, PARADISE LOST oder NOVEMBERS DOOM. Hinzu kommt die – nur aufgrund des Bandnamens – russische Färbung, als dass man immer wieder versucht ist, eine Band aus dem Solitude Productions-Roster vor sich zu haben. Doch falsch gedacht: „Le passage des glaciers“ wird vom kanadischen Label Hypnotic Dirge Records vertrieben, das sich ebenso einen Namen in Sachen Doom-Death Metal gemacht hat.

Mischung aus Trostlosigkeit und Hoffnung

Apropos Namen: mit Pim Blankenstein (OFFICIUM TRISTE) wurde der Gesang in „Ghosts of Loss“ aufgefettet. Aber auch sonst funktionieren die Vocals sehr gut. Nic Miquelon setzt seine Stimme großteils als tiefe Growls ein, zeigt aber durchaus Variantenreichtum, wenn etwa leichte Scream-Ansätze oder Spoken Words zu vernehmen sind. Wie bei der Musik ist es auch hier die Mischung aus Trostlosigkeit und Hoffnung, die NORILSK den speziellen Touch verleiht. Stark in dieser Hinsicht ist „Namolennye“.

„Le passage des glaciers“ wirkt gut ausbalanciert

Generell fühlt sich „Le passage des glaciers“ sehr ausbalanciert an. Die Songs haben oft die richtige Dynamik (für Doom-Death Metal) und setzen auch manches Gitarren-Solo ein. Weiterhin schaffen es NORILSK, den Hörer auf ihrer Reise mitzunehmen, als dass Tracks wie „La voie des morts“ oder das etwas Sludge-lastigere „Le puits de l´oubli“ einfach gut aufgebaut sind. Somit ein feiner kanadischer Release.

Veröffentlichungstermin: 24.11.2017

Spielzeit: 43:55 Min.

Line-Up:
Nic Miquelon – Bass, Gitarre & Gesang
Nick Richer – Schlagzeug & Backing Vocals

Gastmusiker:
Pim Blankenstein (OFFICIUM TRISTE) – Gesang („Ghosts of Loss“)
Mart „Mort“ Marion (OUTRAGE AD) – Gitarre („Noirceur intérieure“)

Produziert von Mike Bond @ Wolf Lake Studios, Lac-des-Loups (CAN)

Label: Hypnotic Dirge Records

Homepage: https://norilskdoom.bandcamp.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/NorilskDoom

NORILSK „Le passage des glaciers“ Tracklist:

1. Midnight Sun
2. Le puits de l´oubli
3. Namolennye
4. La voie des morts
5. Ghosts of Loss (Passage pt. I)
6. Noirceur intérieure (Video bei YouTube)
7. L´Érosion (Passage pt. II)
8. Ellesmere

Teilen macht Freude:

Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos. Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge