BENEATH OBLIVION: The Wayward and the Lost

BENEATH OBLIVION: The Wayward and the Lost

Mit dem Funeral Doom ist es so eine Sache. Zwar wird beileibe kein Feuerwerk an stilistischer Vielfalt erwartet, doch sollte dafür die Atmosphäre passen. Schließlich muss die Musik mit wenigen Elementen ihr Auslangen finden. BENEATH OBLIVION tun sich mit dieser Anforderung etwas schwer, wie das aktuelle Album „The Wayward and the Lost“ beweist. Dabei gibt einem das dritte Album des Quartetts aus Cincinnati keinen Anlass, fröhlich zu sein. Die Musik ist entsprechend dem Genre schleppend und düster. Dazu thematisieren die US-Amerikaner diverse Abhänigkeiten der Gesellschaft und somit auch die Hoffnungslosigkeit.

BENEATH OBLIVION mangelt es an Abwechslung

Die musikalische Umsetzung kann die Trostlosigkeit zwar widergeben, aber die Motivation, sich dieser über einstündigen Tristesse auszusetzen, ist nicht im oberen Bereich angesiedelt. Das hat der Hörer bereits beim über 15 Minuten langen Opener „The City, A Mausoleum (My Tomb)“ festzustellen. Hier wartet man immer wieder einmal auf eine Tempoverschärfung oder eine kleine Abwechslung, die als stilistischer Zwischenschub eingelegt wird – aber vergebens. Auch viele der anderen Songs leiden an diesem Mangel an Variantenreichtum und an der Spannung. Dass es BENEATH OBLIVION auch besser können, zeigt „Liar´s Cross“, das mit cleanen Gitarren und somit einer sanfteren Atmosphäre arbeitet und (zumindest) gegen Ende sogar eine Tempoverschärfung (mit tröpfelnder WINTER-Double-Bass) in petto hat.

„The Wayward and the Lost“ bewegt sich im Mittelmaß

Gesanglich wechselt Scotty T. Simpson zwischen tiefen Growls und klagendem Geschrei. Seine Performance ist ordentlich, wenn auch seine Stimme jetzt keine Alleinstellungsmerkmale besitzt. Somit ist „The Wayward and the Lost“ ein nur mittelmäßiges Album, das zwar eine trostlose Atmosphäre zu zeichnen vermag, aber letztlich daran scheitert, dass diese Trostlosigkeit nicht zwingend geung ist, um angehört werden zu müssen.

Veröffentlichungstermin: 27.03.2018

Spielzeit: 64:38 Min.

Line-Up:
Scotty T. Simpson – Gitarre & Gesang
Allen L. Scott II – Gitarre & Samples
Nate Bidwell – Schlagzeug
Keith Messerle – Bass

Produziert von Billy Anderson @ Cloud City Studios & Everything Hz Studios, Portland (Oregon)

Label: Weird Truth Productions

Homepage: http://www.beneathoblivion.info

Mehr im Netz: https://beneathoblivion.bandcamp.com
Mehr im Netz: https://www.facebook.com/BeneathOblivion

BENEATH OBLIVION „The Wayward and the Lost“ Tracklist:

1. The City, A Mausoleum (My Tomb)
2. Liar´s Cross
3. The Wayward and the Lost
4. Savior-Nemesis-Redeemer
5. Satyr

Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge