ARCH ENEMY: Wages Of Sin

ARCH ENEMY: Wages Of Sin

Lang, sehr lang hat der ARCH ENEMY-Fan auf den neuen Silberling “Wages Of Sin” warten müssen. Vor einiger Zeit wurde das Album zunächst nur im Land der aufgehenden Sonne veröffentlicht und wir Europäer mussten mal wieder in die Röhre schauen, bzw. „Wages Of Sin“ über teure Importwege beziehen.

Am 18. März 2002 ist es aber letztendlich soweit und der europäische ARCH ENEMY-Anhänger wird in Form einer Doppel-CD-Ausgabe von „Wages Of Sin“ mit 20-seitigem Booklet entschädigt. Das ganze Package zum Preis einer regulären CD.

Neben der 12 Song starken Haupt-CD „Wages Of Sin“ gibt es zusätzlich auf der zweiten Scheibe rares, teilweise bislang unveröffentlichtes Material mit dem ehemaligen Frontmann Johan Liiva zu hören. Sieben Songs (darunter z.B. auch die IRON MAIDEN-Coverversion „Aces High“) und ein Videoclip von „The Immortal“. Eine sehr fanfreundliche Aktion von Century Media Records!

Kommen wir aber nun auf das neue Werk „Wages Of Sin“ zu sprechen. Die Erwartungen waren hoch gesteckt. Vor allem warteten alle gespannt auf die neue Sängerin Angela Gossow, welche das Rennen um den vakanten Sängerposten machte. Konnte sie die genialen Vocals von Johan Liiva vergessen machen? Definitiv: Nein!

Angela besitzt zwar eine sehr heftige, markante Death Metal-Stimme, die auch gut zum Gesamtsound von ARCH ENEMY passt. Jedoch fehlt ihr gerade das Merkmal, was Liivas Gesangskünste ausmachte: Variabilität und Ausdruck von Emotionen. Angela grunzt, gröhlt und schreit die zwölf Songs zwar ordentlich durch, allerdings hatte Johan Liiva den früheren Tracks einen eigenen, unverkennbaren Stempel aufgesetzt, in dem er auch viel Melodie in die Death Metal-Vocals einfließen lies. Er schaffte es die verschiedenen Stimmungen der Songs gut umzusetzen. Daran sollte Frau Gossow noch ein wenig arbeiten.

Von musikalischer Seite her gesehen gibt es nicht allzu viel zu kritisieren. Vielleicht fehlt dieses Mal der ein oder andere Song mit Hitpotential, wie auf dem Vorgängeralbum „Burning Bridges“. Auf „Wages Of Sin“ reichen lediglich „Enemy Within“, „Heart Of Darkness“ oder „Dead Bury Their Dead“ an die alten Klassiker heran.

Festzustellen ist noch, dass ARCH ENEMY ein wenig melodischer und verspielter agieren. Vor allem die beiden Amott-Brüder an den Klampfen. Einerseits schütteln sie ein Killerriff nach dem anderen aus dem Ärmel, dann wiederum driften sie beinahe schon in STRATOVARIUS-Gefilde ab. Aber zum Glück nicht allzu oft. Sehr ansprechend finde noch die tighte Drumarbeit von Daniel Erlandsson, welche hart auf den Punkt gespielt kommt und sehr banddienlich herausragt.

Trotz der angesprochenen Kritikpunkte ist „Wages Of Sin“ ein sehr gutes ARCH ENEMY-Album geworden, welches durch die Bonus-CD ein Kaufansporn mehr darstellt.

Den Vorgänger „Burning Bridges“ können ARCH ENEMY allerdings nicht toppen.

VÖ: 18.03.2002

Spielzeit: 48:44 Min.

Line-Up:
Angela Gossow – vocals

Michael Amott – guitar

Christopher Amott – guitar

Sharlee D’Angelo – bass

Daniel Erlandsson – drums

Produziert von F. Nordström/A. Sneap
Label: Century Media

Homepage: http://www.archenemy.net

Tracklist:
WAGES OF SIN:

Enemy Within

Burning Angel

Heart Of Darkness

Ravenous

Savage Messiah

Dead Bury Their Dead

Web Of Lies

The First Deadly Sin

Behind The Smile

Snow Bound (Instrumental)

Shadows And Dust

Lament Of A Mortal Soul (Exclusive, unreleased bonus track)

Ravenous (Enhanced Video Clip)

A COLLECTION OF RARE & UNRELEASED SONGS FROM THE ARCH ENEMY VAULT:

Starbreaker (Previously unreleased Judas Priest cover)

Aces High (Iron Maiden cover, previously only available on a Japanese tribute album)

Scream Of Anger (Europe cover, previously only available as Japanese bonus track)

Diva Satanica (Previously only available as Japanese bonus track)

Fields of Desolation 1999 (Previously only available as Japanese bonus track)

Damnations Way (Previously only available as Japanese bonus track)

Hydra (Previously only available as Japanese bonus track)

The Immortal (Enhanced Video Clip)

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