CD-Review: HIGH ON FIRE: Blessed Black Wings. Mehr von HIGH ON FIRE

  • cdreview - HIGH ON FIRE: Blessed Black WingsLange hat es gedauert, bis ich mich mit dem kaputten Trio aus den Staaten anfreunden konnte. HIGH ON FIRE mit ihrem unfassbar dreckigem, doomigem Stoner Rock, machten es mir nicht leicht, allein schon wegen dem rotzigen Gesang des ehemaligen SLEEP-Recken Matt Pike. Wie sich jedoch inzwischen rumgesprochen haben dürfte, haben HIGH ON FIRE rein gar nichts mit dessen Vorgängerband zu tun, denn auch auf dem neuesten Output haben sich HIGH ON FIRE ganz dem doomigen Heavy Metal verschrieben, ohne Schnörkel, düster und voller Magie.

    Das Vorgängeralbum "Surrounded by Thieves" ist eine Scheibe, mit der ich mich noch immer nicht anfreunden kann, doch "Blessed Black Wings" ist anders, abwechslungsreicher, aggressiver und wilder. Heavy Metal wie er im Buche steht, wie er von MOTÖRHEAD seit Äonen am leben erhalten wird und wie er von Bands wie LAIR OF THE MINOTAUR jährlich frisch erweckt wird. Nein, hier gibt es keinen Eunuchengesang, auch filigrane Gitarrensoli sucht man verzweifelt. True Metal ist was anderes und doch sind HIGH ON FIRE tausend mal echter als sämtliche italienischen Drachentöter zusammen. Seien es die bluesigen und kratzigen Riffs, die groovigen Riffs und der uferlos grobe, aber doch melodische Gesang, der mir inzwischen ganz gut gefällt. Daraus ergeben sich Songs, die allesamt in sich geschlossen sind, einer klaren Linie folgen, aber dennoch immer neue Überraschungen beinhalten. Auch wenn manche Songs etwas länger sind, langatmig wirken sie nie, wie das fantastische Instrumental-Outro "Sons of Thunder" eindrucksvoll untermauert.

    Aber HIGH ON FIRE bieten auf "Blessed Black Wings" mehr als nur eine Ansammlung von dreckigen Rock-Songs, viel mehr erzählt das infernalische Trio neun Geschichten, die perfekt untermalt werden von der Musik. Seien es "Brother in the Wind", "Blessed Black Wings", "To Cross the Bridge" oder die SLAYER-Hommage "Silver Back", man merkt dass es HIGH ON FIRE darauf ankommt, mehr zu bieten als nur eine knappe Stunde Heavy Metal. Sicherlich ist dies schon erstaunlich genug, auch weil die Jungs in dieses Album mehr Herzblut gesteckt haben als jeder Bodybuilder in sein Training. Deshalb ist diese Scheibe auch so kompromisslos und wenn einige Passagen wie in "Anointing of Seer" mal unbequem erscheinen, so könnt ihr euch sicher sein, dass HIGH ON FIRE sie keineswegs anders klingen lassen wollen.

    "Blessed Black Wings" ist entsprechend dreckig und erdig produziert, Meister Steve Albini saß an den Reglern, weshalb Klasse gegeben ist, räudig hin oder her. Dreht ordentlich auf und ihr werdet mir zustimmen. Diese Scheibe ist zweifellos mächtig und zerschmettert so manche Wände. Keine Frage, das ist eine grandiose, tonnenschwere Heavy Metal-Scheibe, voller Dreck und Schmutz und doch voller Kreativität und entwaffnender Klasse. Und ich probier es nun doch nochmal mit "Surrounded by Thieves"...

    Veröffentlichungstermin: 7. Februar 2005

    Spielzeit: 52:41 Min.

    Line-Up:
    Matt Pike – Vocals, Guitars
    Joe Preston – Bass
    Des Kensel – Drums


    Produziert von Steve Albini
    Label: Relapse Records

    Homepage: http://www.highonfire.net


    Tracklist:
    1. Devilution
    2. The Face of Oblivion
    3. Brother in the Wind
    4. Cometh Down Hessian
    5. Blessed Black Wings
    6. Anointing of Seer
    7. To Cross the Bridge
    8. Silver Back
    9. Sons of Thunder


  •   Über Captain Chaos

    Über Captain Chaos

    Die vom RockHard haben sich gedacht, das sind alles Studenten, die können alle in die Zukunft reisen...

    Der Captain sieht Wacken 2002 aus einer anderen Perspektive

    « Weitere Infos und mehr Artikel von Captain Chaos »