Die AC/DC Story – Let There Be Rock [Buch]

Die AC/DC Story – Let There Be Rock [Buch]

Mit Biografien ist das so eine Sache. Bei „Die AC/DC Story – Let There Be Rock“ von Susan Masino soll es sich mal wieder um die definitive History handeln und sicherlich ist das Buch nicht uninteressant zu lesen, trotzdem hat es in mir eher zwiespältige Gefühle ausgelöst. Auf 330 Seiten enthält diese Biografie einiges an Lesestoff sowie etliche gelungene Abbildungen, die übliche Diskografie und ein Stichwortverzeichnis, die eigentliche Story hat aber für meinen Geschmack schon ziemliche Schwächen.

Die Autorin traf die Jungs von AC/DC zum ersten Mal bei einem ihrer frühen Gigs in den Staaten und unterhält zur Band laut eigenen Aussagen eine professionelle Freundschaft, was immer das auch heißen soll. Wer denkt bei „Let There Be Rock“ an großartige Hintergrundinformationen ranzukommen, die man nicht überall lesen kann, sieht sich schnell getäuscht. Die wenigen Infos, die Susan Masino nämlich selbst recherchiert hat bzw. aus ihrem eigenen Nähkästchen hervorzieht, sind meist eher uninteressant, zumindest empfinde ich das so.
Was nach einer kurzen Einführung folgt, ist mehr oder weniger der ununterbrochene „Album-Tour-Rhythmus“ der Band, der mal wieder aufzeigt, dass die Mannen aus Down Under hart für ihren Erfolg gekämpft haben. Auf Dauer – und vor allem gegen Ende des Buches – liest sich das dann aber etwas zäh, vor allem, da die Informationen zum größten Teil aus anderen Medien stammen und eben selten aus eigenen Interviews. Was mich am Anfang gewaltig gestört hat, waren die oft eingeschobenen Kurzkommentare der Autorin, die von einem etwas naiven und ziemlich biederen Humor zeugen, außerdem merkt der interessierte Rock/Metal-Hörer relativ schnell, dass Susan Masino trotz ihrer 29 Jahre dauernden Tätigkeit als Rockjournalistin, eher wenig Ahnung von der Szene hat und so einige Böcke schießt, sobald sie von der Materie etwas abweicht. Wenn sie dann noch teilweise ziemlich dämliche und vor Klischee nur triefende Review-Zitate aus alten Magazinen hervorkramt und diese als gelungen bezeichnet, muss man sich dann auch mal vorsichtig an den Kopf fassen. Kritikpunkte zur Band, egal ob zu den Alben, Shows oder dem Leben hinter den Kulissen, fehlen übrigens komplett, Susan Masino ist der Band quasi hörig und alle Mitglieder der Band sind supernette Typen ohne Schwächen. Wenn sie uns von ihren wenigen, kurzen Treffen mit AC/DC erzählt, tendiert der Informationsgehalt ´gen Null und man hat eher den Eindruck, es mit einem willenlosen, 14-jährigen Fan zu tun zu haben, als mit einer seriösen Journalistin. Wenn sie zum dritten Mal auftischt, dass ihr live die Tränen kommen, wenn Brian Johnson Bon Scott-Songs gelungen intoniert, kann man ein Gähnen nicht unterdrücken und wenn man dann eines der sinnfreien Zitate liest wie „…Während Jailbreak bewies Angus wieder einmal, dass er der sich am schnellsten bewegende Gitarrist im Business ist. Ich hätte schwören können, dass er in kürzester Zeit mehr aus einem Riff herausholt, als andere Bands in einem ganzen Jahr…“, dann klingt das wie von einem kleinen Fanboy geschrieben, der außer AC/DC noch nichts in seinem Leben gehört hat.

Für AC/DC-Fans ist das Buch natürlich trotzdem nicht uninteressant, zumal es deutlich aufzeigt, wieviel Feuer und Leidenschaft nach wie vor in der Band steckt und auch die unglaublich ausgedehnten Touren in der Anfangsphase lassen mich immer wieder den Hut ziehen, aber dennoch hätte man meines Erachtens mehr aus „Let There Be Rock“ machen können. Richtige Insiderinformationen bekommt der geneigte Fan jedenfalls nicht zu lesen, auch was gewisse Toureskapaden betrifft, erfährt man eigentlich rein gar nichts, trotzdem fühlt man sich über weite Strecken zumindest ganz gut unterhalten – nicht mehr und nicht weniger. Entscheidet selbst!

Veröffentlichungstermin: 2007

Line-Up:
Titel: Die AC/DC Story – Let There Be Rock
Verlag: Grosser & Stein GmbH
ISBN: 978-3-86735-289-5
Preis: 19,95 Euro

Homepage: http://www.storyofacdc.com

Ulle