PAIN OF SALVATION: Das Universum als Festplatte, oder: Das Ende der Kiefern-Ära

“BE“, das lang erwartete neue Album der ganz und gar eigenständigen Prog-Metaller, ist ein Werk, das sowohl musikalisch als auch textlich so voller Ideen steckt, dass es kaum möglich schien, in einem Interview, wo einem nur sehr begrenzt Zeit zur Verfügung steht, mehr als nur an der Oberfläche zu kratzen. Dass es dann doch möglich war, tiefere Einsichten in die Zusammenhänge und die zugrundeliegenden Hypothesen von Mastermind Daniel Gildenlöw zu erlangen, ist umso erfreulicher. Der Schwede setzte zu teilweise nicht enden wollenden, aber stets faszinierenden Monologen an über fraktale Muster und andere Dinge.

BE“, das lang erwartete neue Album der ganz und gar eigenständigen Prog-Metaller, ist ein Werk, das sowohl musikalisch als auch textlich so voller Ideen steckt, dass es kaum möglich schien, in einem Interview, wo einem nur sehr begrenzt Zeit zur Verfügung steht, mehr als nur an der Oberfläche zu kratzen. Dass es dann doch möglich war, tiefere Einsichten in die Zusammenhänge und die zugrundeliegenden Hypothesen von Mastermind Daniel Gildenlöw zu erlangen, ist umso erfreulicher. Der Schwede setzte zu teilweise nicht enden wollenden, aber stets faszinierenden Monologen an über fraktale Muster und andere Dinge.

Hallo Daniel, “BE” ist wirklich ein fantastisches Album. Aber ich bin sicher, bei der Entstehung hast du nicht an die armen Journalisten gedacht. Es finden sich ja sowohl musikalisch als auch textlich so viele interessante Ideen auf dem Album, dass es kein Problem wäre, mehrere Stunden darüber zu reden.

Oh ja. Die Frage, die mir immer gestellt wird, ist: “Kannst du mir eine kurze Zusammenfassung des Konzeptes geben?” (lacht)

Nun, ich habe nicht vor, diese Frage zu stellen.

Okay.

Wann habt ihr euch eigentlich entschieden, dieses Album zu machen und nicht das von vielen Fans lang erwartete “The Perfect Element II”?

Es muss im März des letzten Jahres gewesen sein. Wir waren in Gesprächen mit diesem Musikinstitut, das sich in unserer Heimatstadt befindet und in einem größeren Gebiet in diesem Teil Schwedens aktiv ist. Ihr Arbeit besteht unter anderem darin, kulturelle Veranstaltungen zu organisieren. Sie haben auch ein kleines Orchester, welches ständig angeheuert wird, und sie haben viele Kontakte, um weitere Musiker anheuern zu können. Wir haben also mit ihnen darüber diskutiert, etwas zusammen zu machen, denn das wäre für beide Seiten eine gute Möglichkeit, neue Erfahrungen zu machen und neue Arbeitsmethoden kennen zu lernen. Die erste kleine Sache, die wir machten, war dann diese Unplugged-Show. Beziehungsweise war das eigentlich nicht das Erste, es kam aber wahrscheinlich auch durch jene ersten Gespräche zustande. Aber egal, die erste Sache, die wir diskutierten, war eigentlich “The Perfect Element II” zu machen. Die Sache ist jedoch die, dass es zunächst als eine Live-Produktion gedacht war, und das sollte Schulaufführungen beinhalten, was wir für eine wirklich gute Idee hielten, weil wir somit unsere Musik für Kids spielen können, für jüngere Generationen, was natürlich immer eine tolle Sache ist. Wenn man aber “The Perfect Element II” machen will und man das live machen will, dann muss man auch immer den ersten Teil aufführen. Und wenn man das mit einem Orchester machen will, muss man den kompletten ersten Teil umarrangieren, welcher ja nicht als orchestrales Album gedacht war, was “The Perfect Element II” hingegen war.

Wir haben diese Idee also fallen gelassen, war auch gut so war, wenn man bedenkt, wie lange die Reise gedauert hat vom Punkt, wo wir angefangen haben, Material zu schreiben bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Album tatsächlich in den Geschäften erhältlich ist. Hätten wir “The Perfect Element II” in Angriff genommen, hätte es wahrscheinlich noch mindestens ein weiteres Jahr gedauert. Es war also die richtige Entscheidung. Wir haben uns also entschlossen, dass ich ein völlig neues Album mit einem ganz neuen Konzept erschaffen würde, und das war, glaube ich, im März des letzten Jahres, als wir uns schließlich dafür entschieden hatten und ich angefangen habe, die Musik dafür zu schreiben und alles zu arrangieren.

Und was war der Grund, zunächst das Album drei Wochen lang vor den Schulklassen aufzuführen, anstatt das Album zunächst aufzunehmen? Eine Art von progressiver Marktforschung?

Es war einfach so, dass wir die Möglichkeit hatten, denn wir fühlten von Anfang an, dass, wenn wir dies tun, dann auch eine Aufnahme davon machen müssen, weil es keinen Sinn macht, es zu tun und dann noch mal ganz von vorne anzufangen während der Aufnahmen. Wir haben also alle Orchesterinstrumente während dreier Aufführungen aufgenommen. Das Orchester auf dem Album ist also eigentlich eine Live-Aufnahme.

Es wurde schon ganz am Anfang entschieden, dass es ein Album werden würde, aber wir wussten, dass wir erst die Live-Aufführungen spielen würden, was für uns eine wirklich interessante Vorgehensweise war, da es das genaue Gegenteil von dem ist, was man normalerweise macht bei einem Album. Natürlich haben wir uns gefragt, wie das Ganze dann aussehen wird, aber es stellte sich als wirklich interessant heraus. Ich würde es nicht bei jedem Album so machen wollen, aber ich glaube definitiv, dass es uns sehr viel gebracht hat, es auf diese Art zu machen. Nun, wahrscheinlich gilt das besonders für die anderen Mitglieder der Band, denn normalerweise schreibe ich fast sämtliche Musik, und wenn wir ins Studio gehen, bin ich der einzige, der das ganze Album kennt, weil ich es mir in meinem Kopf anhören kann und ich hören kann, wie es klingen soll. Und dann geht es mehr oder weniger darum, dieser Vision, die ich höre, so nahe wie möglich zu kommen. Bei diesem Album hatten dagegen alle die Möglichkeit, es tatsächlich zu hören und daran teilzuhaben, bevor wir uns Studio gegangen sind, was wohl eine sehr ungewöhnliche Erfahrung war. Auf diese Art konnten sie sie eine Verbindung zu dem Material aufbauen und einen anderen Bezug zum Material haben, als wir schließlich ins Studio gingen.

Und habt ihr dann nach den Live-Shows und vor den Studioaufnahmen noch kleine Änderungen an den Stücken angebracht, weil ihr gemerkt habt, dass manche Sachen vielleicht anders besser funktionieren?

PAIN OF SALVATION: Daniel Gildenlöw live beim ProgPower
Daniel: ‘Perfektion ist wie Lichtgeschwindigkeit. Man kann sehr nahe herankommen, aber man kann sie niemals exakt erreichen.’

Das meiste war exakt so gedacht wie es war. Das einzige, was ich noch verändert habe waren einige Textzeilen. Grundsätzlich war es so, dass die Texte noch nicht fertig waren, als wir angefangen haben mit den Aufführungen, weil es normalerweise so ist: Wenn ich für ein Album ins Studio komme, habe ich meist drei oder vier Texte, die noch geschrieben werden müssen. Ich glaube, der Text von “Waking Every God” wurde am selben Tag geschrieben, an dem ich ihn eingesungen habe. Das ist also der Normalfall. Der einzige Unterschied, wenn man eine Live-Produktion macht und das Publikum da ist und man seine erste Show macht, dass man dann nicht mit einem der Texte warten kann. Was ich also tat und was auch eine sehr interessante Erfahrung war: Ich wusste, wovon die Songs handeln sollten. Ich würde also jeden Abend bei diesen speziellen Songs äußerst konzentriert sein müssen und die Texte erfinden, während wir voranschreiten. Und dann am nächsten Abend würde ich die guten Teile beibehalten und versuchen, für die anderen Teile Alternativen zu finden. Es ist wirklich interessant so vorzugehen, besondern weil man wirklich versucht, dass es sich auch noch reimt. Je weiter die Shows vorangeschritten waren und je länger die Produktionsphase ging, desto mehr Texte nahmen Form an und entwickelten sich, was ein wirklich interessanter Prozess war, und es zwang einen wirklich, zu hundert Prozent im Song zu sein und zu versuchen genau zu fühlen, worum es in dem Song geht, weil man jeden Abend einen Text erschaffen musste. Das war also eine wirklich interessante Erfahrung.

Aber danach, nach diesen ganzen Wochen der Produktion, war es noch fast ein Jahr bis zur Veröffentlichung des Albums, und während der Zeit wurden einige Texte noch umgeschrieben. Die Live-Version, die sich auf der DVD, die im Dezember erscheinen wird, befinden wird, wird also einige andere Texte haben, man wird einen Unterschied in den Texten von Album und DVD erkennen können.

Das klingt wirklich interessant. Wenn ich mir “BE” anhöre, bekomme ich, noch mehr als bei den anderen Alben, den Eindruck, dass du ein echter Perfektionist bist. Siehst du das auch so?

Nun, persönlich denke ich, dass ich niemals erfolgreich bin (lacht). Es ist so, dass ich nicht an Perfektion glaube, aber nicht von dieser Idee ablassen kann. Ich glaube, so etwas wie Perfektion gibt es nicht. Perfektion ist wie Lichtgeschwindigkeit. Man kann sehr nahe herankommen, aber man kann sie niemals exakt erreichen.

Dann ist es dennoch eine Art Besessenheit…

Ja. Ich meine, ich hasse es einfach, wenn hier in Schweden die Sportler nach Olympia fahren und sagen: “Mein Ziel ist es, unter die ersten Zwanzig zu kommen” – Ich denke dann nur: “Was? Warum? Wenn du es tust, musst dein Ziel die Nummer Eins sein, oder setze dir gar kein Ziel!” – Selbst wenn man weiß, dass zwanzig Leute besser als man selbst ist und einen schlagen werden, muss man sich dennoch denken: “Heute werde ich der Schnellste sein! Ich werde gewinnen oder aufhören!” – Das ist der Grund, warum ich mich nie für Sport begeistern konnte, das würde mich wahrscheinlich umbringen.

Wie hat die Tatsache, dass du die Stücke bereits mit dem Orchester im Kopf komponiert hast, anstatt es nur auf ansonsten fertige Stücke zu packen, eigentlich deine Art verändert, dein Instrument zu spielen und deine Stimme zu benutzen?

Nicht sehr stark. Ich meine, ich konnte weniger Gitarre spielen, weil es mehr Instrumente gab, die die ganze Struktur zusammenhielten. Ich konnte mich also mit der Gitarre etwas ausruhen, und das ist im Grunde die größte Veränderung. Es war aber auch von Anfang an eine Entscheidung. Ich dachte, dass, wenn wir das live aufführen, es dramatischer sein müsste als die normalen Konzeptalben. Ich wollte von der Gitarre etwas entlastet werden, um auf der Bühne eine stärkeres Auftreten an den Tag legen konnte. Das war wahrscheinlich der einzige Unterschied, was mich betrifft. Abgesehen davon habe ich einfach Musik gemacht, habe gesungen und gespielt, was die Musik nach meinem Gefühl benötigte, und das wäre dann unterschiedlich für unterschiedliche Songs.

Meiner Meinung nach ist “BE” musikalisch näher an einem Filmsoundtrack als an einem Rock- oder Metalalbum…

Ja, es hat seine Filmmomente. Ich glaube, besonders das Ende von “Diffidentia” hat ein starkes filmähnliches Feeling. Auch ist es ein Album, bei dem ich den meisten Stücke viel mehr als zuvor eine Persönlichkeit gelassen habe. Sie können ihrer ursprünglichen Persönlichkeit viel treuer sein und werden nicht in eine Richtung gedrückt oder in etwas anderes geändert. Dies ist im Rückblick, denn wenn ich mir das vorherige Album anschaue, eigentlich sogar alle bisherigen Alben, sehe ich, dass alle ein Konzept haben, das von einem bestimmten Standpunkt aus betrachtet wird. Es ist also so, dass man an einer bestimmten Stelle steht und auf das Konzept zurückschaut. Bei “Remedy Lane” und “The Perfect Element I” hat man ein Jetzt, einen Ort irgendwo im Konzept, von dem man gewissermaßen zurückschaut. Es ist wie der Unterschied dazwischen, sein Leben zu leben und sich an sein Leben zu erinnern. Und wenn man sich an sein Leben erinnert, ist es nur natürlich, dass alle Erinnerungen gefärbt sind durch diesen speziellen Ort, von dem man es sich anschaut. Sie verhalten sich wie ein Filter, der die Erinnerungen einander ähnlicher macht, während wir diesmal wirklich durch das Konzept reisen, was, so glaube ich, natürlicher ist. Aus dieser Perspektive ist es natürlicher, dass die Songs sich mehr verändern und sich stärker voneinander unterscheiden und eine stärkere Persönlichkeit aufweisen. Ich denke also, das ist einer der Gründe, auch wenn das wahrscheinlich unterbewusst geschah.

PAIN OF SALVATION: Johan Hallgren live beim ProgPower
PAIN OF SALVATION-Gitarrist Johan Hallgren beim ProgPower-Auftritt 2001

Ich finde außerdem, dass das Album weniger eingängige Hooklines hat. Es geht offenbar viel mehr darum, die jeweils passende Stimmung zu erzeugen.

Ja, die Themen werden irgendwie mit mehr Besonnenheit benutzt, und ich habe wirklich gründlich darüber entschieden, wie die verschiedenen musikalischen Themen einzusetzen sind. Das Thema in “Pluvius Aestivus” ist zum Beispiel das Thema für Wohlstand und Fruchtbarkeit, und dann gibt es Themen für unterschiedliche Kulturen zu diesem Thema, und eines dieser Kulturthemen ist das Hauptthema von “Martius”, welches, insbesondere zu Beginn, bevor es in “Nauticus II” übergeht, diese Schicksals- und Spiritualitätsstimmung hat. Und einfach dieses Kulturthema von Fruchtbarkeit und einer Anfangsstimmung im abschließenden Song mit seiner Endstimmung zu haben – selbst wenn man sich dessen nicht bewusst ist, glaube ich wirklich, dass das die Stimmung, in der man sich befinden soll, wenn man den Song hört, verstärkt oder unterstreicht. Es ist in etwa so, wie wenn man einen Film schaut, dort haben sie vielleicht verschiedene Farben und verschiedene Themen. Obwohl man nicht darüber nachdenkt, wird es die Art, wie man den Song wahrnimmt, beeinflussen.

Wo wir schon bei Filmvergleichen sind: “BE” schreit ja geradezu nach einer filmischen Umsetzung.

Oh, das wäre ein großer Film. Ich glaube nicht, dass wir die finanziellen mittel haben. Wenn Steven Spielberg mich anruft, könnten wir es Betracht ziehen (lacht).

Okay, dann lass uns mal in das Konzept des Albums eintauchen. Eine der zentralen Hypothesen ist ja, dass alles Erschaffen aus einem Drang, das Selbst zu verstehen, geschieht. Ist das nicht eine zu starke Verallgemeinerung?

Es ist einfach eine Theorie auf einer höheren Ebene. Lass mich so anfangen: Ich glaube an Fraktale, was ein mathematischer Ausdruck ist der sozusagen für ein Muster steht, das auf unterschiedlichen Maßstäben wiederholt wird, und wenn man es auf die Natur anwendet, kann man zum Beispiel einen Baum nehmen. Die Baumform findet sich in unterschiedlichen Teilen des Baumes wieder, wir haben sozusagen die Baumform im ganzen Baum. Und dann hat man den Ast, welcher auch die Baumform besitzt, und der Zweig dieses Astes hat auch eine Baumform, und dann am Ende dieser Anzahl von Zweigen oder Fraktalen hat man die Blätter mit der Grundstruktur, die auch wie ein Baum geformt ist, und die kleinen Teile der Hauptstruktur sind auch wieder Bäume, und auch die Wurzel des Baumes ist eine Baumform.

Ich glaube wirklich, dass dies auf das den ganzen Zustand des Seins zutrifft, dass das gesamte Universum und sogar darüber hinaus eine Wiederholung von Mustern ist. Sogar in sozialen Strukturen, in allem, kann man Fraktale erkennen. Und mit dieser Annahme stelle ich die Hypothese auf, dass man nur in der Lage ist, eine bestimmte Anzahl von Fraktalen über und unter einem selbst und seinem eigenen Fraktal zu sehen.

Und indem ich das gesagt habe, kann ich einen kleinen Vergleich machen. Die Leute fragen mich, ob dies ein religiöses Album ist, und meine Antwort ist, dass diese Frage auf die menschliche Existenz in meiner Welt nicht anwendbar ist, es ist eine unmögliche Frage. Es ist eine Frage mit entweder keiner Antwort oder einer Vielzahl von Antworten, die aber nicht wirklich etwas sagen. Und um dies zu unterstreichen, ziehe ich normalerweise einen Vergleich, den ich mir zusammengestellt habe, in dem ich eine Parabel ziehe zwischen der Menschheit und der jüngsten technologischen Revolution, in diesem Fall wäre das der Computer. Das ist ja, was wir immer tun, wir vergleichen die Menschheit immer mit den jüngsten technologischen Errungenschaften. Ich glaube, dass es eigentlich anders herum ist, dass, genau worüber wir sprechen, es kein Zufall ist, dass jede Erschaffung etwas ist, das uns viel über uns selbst lehren kann. Ganz plötzlich, wenn wir diese Computertechnologie haben, fangen wir an zu verstehen, wie viel von dem funktioniert, was in uns selbst vorgeht, und zwar wegen der Art und Weise, die der Computer funktioniert. Es mag uns nicht bewusst sein, das ist die einzige Sache, wir haben ein Fraktal von uns selbst erschaffen.

In diesem Vergleich benutze ich eine Parabel, bei der das ganze Universum, alles, was wir kennen, eine Festplatte in einem Computer ist. Und ich mache die Annahme, dass das Leben binär ist. Man hat den Zustand des Seins und den Zustand des Nicht-Seins. Und in dieser Festplatte ist das äquivalent zu einer Eins und einer Null. Eine Eins wäre also der Zustand des Seins, und eine Null wäre der Zustand des Nicht-Seins. Die Null ist das, was wir erfahren, bevor wir leben und nachdem wir leben, es ist die gleiche Erfahrung. Man wird also sozusagen, nachdem man gestorben ist, genauso seines Selbst bewusst sein wie bevor man gelebt hat. Aber lasst uns auch davon ausgehen, dass jedes Bit in dieser Festplatte etwas ist, was wir eine Person oder ein Wesen in dieser Welt nennen, denn ich sage ja nicht, dass die Welt eine Festplatte ist, es ist nur eine Parabel (lacht).

Lass uns also sagen, dass wir drei Bits haben, die gerade den Zustand Eins haben statt Null. Eine dieser Bits ist ein Wissenschaftler, der zweite ist eine religiöse Person. Das dritte Bit ist eines, das gerade in den Zustand Null wechselt, es geht also in den binären Gegensatz des Zustandes des Lebens über. Das religiöse Bit wird nun sagen, dass er davongegangen ist, dass er nun im Reich des Erschaffers ist, in einer anderen Welt, im Himmel. Er ist nicht hier, aber er ist immer noch hier oder woanders, die Seele dieser Eins lebt noch, obwohl sie zu einer Null wurde. Der Wissenschaftler würde sagen: “Diese Eins ist verschwunden, sie wurde zu einer Null und kann nirgendwo gefunden werden. Wir können wissenschaftlich beweisen, dass diese Eins verschwunden ist.” Und die Sache ist die, dass beide Recht haben. Lass uns sagen, dass sie tatsächlich die Möglichkeit haben, die gesamte Festplatte zu scannen, so als ob wir das gesamte Universum absuchen könnten um zu sehen, ob die Energie irgendeines Menschen noch irgendwo zu finden ist. Wir scannen also die gesamte Festplatte, aber für sie ist es natürlich die Welt, und dieses Bit ist nicht mehr da. Es ist weg, für immer verloren, die Informationen ist verloren, und das ist wahr.

Aber auf der anderen Seite sind sie sich nicht bewusst, dass von diesem Computer ein Kabel zu einem Monitor führt, und auf diesem Monitor habe gerade das Wort ‘JA’ geschrieben. Einfach indem ich das Wort tippe, lösche ich in ihrer Welt eine zufällige Menge von Einsen und erschaffe auch eine zufällige Menge von Einsen, und ich verändere den Zustand von vielen Einsen und Nullen, für sie scheinbar zufällig. Es gibt für sie kein System, nachdem die Einsen und die Nullen zerstört werden. Es gehört einfach zum Leben. Aber auf meinem Monitor erscheint das Wort ‘JA’. Wenn ich das Wort nun lösche, ist es weg. Lass uns, um der Diskussion Willen, sagen, dass es nicht möglich ist, diese Information nachträglich von der Festplatte zu entfernen, da wir ja eh nicht über eine echte Festplatte sprechen (lacht).

Zunächst einmal ist der ganze Prozess, wie die Information zum Bildschirm gelangt für ihre Welt, für die Fraktale der Festplatte unverständlich. Es ist ein Vorkommnis, dass so anders ist als ihre eigene Welt und alles, was sie über ihre Welt wissen, dass sie dies unmöglich vorhersehen können. Es steht nicht in Beziehung zur Festplatte in dem Sinne, es ist nicht einmal einer Festplatte ähnlich. Dennoch geht die Information zum Monitor, und noch magischer ist die Tatsache, dass von diesem Bildschirm die Information, die von diesen Nullen und Einsen geformt wird, wie Magie durch die Luft zu meinen Augen kommt, in mein Gehirn und dort gespeichert wird, auch wenn ich das Wort vom Bildschirm lösche.

In diesem Sinne haben also beide Recht. Die Information, die verloren ist, ist gespeichert, aber auf eine völlig andere Weise. Und wenn sie sich dann Fragen, ob es einen Gott gibt, gibt es darauf keine Antwort. Das ist einfach ein Fraktal über ihrem möglichen Blick auf die Welt, und sie können dies nur mit Begriffen aus dem Inneren der Festplatte diskutieren. Das ist ihre ganze Welt, alles dort ist gemäß einem System von Regeln, die nicht auf gleiche Weise außerhalb der Festplatte gelten. Information muss nicht auf eine bestimmte physikalische Weise weitergegeben werden wie es in der Festplatte der Fall ist, auch wenn es aus unserer Perspektive das gleiche ist. Ich meine, für den Kerl, der am Computer sitzt, gelten die gleichen Regeln. Aus der Perspektive in der Festplatte, ist es der Regelsatz des Computers. Auf diese Art erschafft und zerstört der Typ am Computer Welten, aber er ist kein Gott, und da ist keine Magie in diesem Prozess, es nichts Seltsames oder Mystisches an diesem Prozess. Es ist einfach nur so, dass dieser Prozess so weit entfernt von den Fraktalen der Welt in der Festplatte ist in dieser Parabel.

PAIN OF SALVATION 2004
Erstmals konnten die anderen Bandmitglieder schon vor dem Studioaufenthalt hören, wie das Album klingen würde.

Und das ist der Grund, warum ich, wenn ich mich frage, ob es einen Gott gibt, üblicherweise fühle, ob es etwas gibt, das darauf anwendbar ist… denn das ist es, was ich fühle, wenn ich mir das Gebiet der Wissenschaft angucke und das der Religion, weil viel von dem Konzept daraus abgeleitet ist, sich Mythen der Entstehung anzuschauen und sie ihrer Worte zu berauben, den semantischen Gehalt vieler unterschiedlicher Theorien wegzunehmen. Und wenn man das tut, kann man ein größeres Muster sehen, ein größeres Fraktal, wenn du so willst. Für einen Moment nur kann man manchmal einen größeren Plan oder ein größeres Muster erkennen. Aber das muss nicht zwangsläufig ein magisches oder erstaunliches sein. Es ist so wie der Baum einem der kleinen Zweige vorkommt, da ist nichts Lustiges dran, das ist einfach, wie es ist.

Aber das wirklich Frustrierende war, dass man dieses wortlose, fantastische Muster wieder in Worte bringen musste, um es auf ein Album zu packen, und da hat man wirklich das Gefühl, das Ganze wieder zu verlieren. Aber dann kann man dennoch versuchen, ein bisschen weiter zu sein. Aber die Sache ist die, dass ich fühle, dass Religion sowohl Recht hat als auch nicht, und die Wissenschaft hat auch Recht und doch nicht. Es ist einfach so, dass die Dinge, die sie behaupten, behaftet sind von dem Fraktal, von dem wir alle ein Teil sind, behaftet vom Kontext, dessen Teil wir sind, und es ist nichts falsch daran. Es ist nur so, dass es für uns unmöglich ist, das größere Fraktal zu sehen ohne die Worte, die wir brauchen, um es in unserem System zu interpretieren. Und so bekommen wir viele unterschiedliche Geschichten, die sich scheinbar völlig widersprechen, und die Leute werden sich für immer darüber streiten.

Das ist ein wirklich interessanter Vergleich. Um noch einmal auf den Computer zurückzukommen, wie er von uns benutzt wird, um uns selbst zu verstehen: dies geschieht ja in vielen Wissenschaften, darunter die Computermetapher des menschlichen Gedächtnisses.

Ganz genau. Und das Lustige ist dass wir während der Industrialisierung uns ständig auf die Industrie und Maschinen bezogen, um diese Sachen zu symbolisieren. Es gab kein Gerede davon, wie das Gehirn oder das Gedächtnis ähnlich einem Computer funktioniert, da sie ja noch nicht erfunden waren. Es ist immer noch dies: Es ist kein Zufall, dass der Speicher eines Computers ähnlich funktioniert, wir wussten das bereits, wir hatten dafür keine Wörter.

Wobei sich aber die Frage stellt, ob das menschliche Gedächtnis wirklich ähnlich einem Computer funktioniert oder wir nicht nur diese vereinfachte Modell benutzen, um versuchen zu verstehen, wie wir funktionieren.

Ja, genau. Es ist die Sache mit der Henne und dem Ei, denke ich. Aber so argumentiere ich, dass alles Erschaffen aus einem Drang das Selbst zu verstehen geschieht. Auch wenn wir uns dessen nicht jedes mal bewusst sind, erschaffen wir doch ständig Dinge, die uns etwas über uns selbst beibringen. Und ich glaube nicht, dass das ein Zufall ist. Wir sind uns unserer Muster bewusst, wir haben bloß keine Wörter dafür. Es ist wie wenn man eine Sprache lernt, ohne die grammatikalischen Ausdrücke für das, was man tut, zu kennen. Sobald man diese Ausdrücke kennt, kann man sie ganz einfach auf die Sprache, die man bereits beherrscht, anwenden. Man kannte schon vorher die sprachlichen Muster, man wusste zwar nicht, wie man sie benennen und voneinander unterscheiden kann, konnte aber dennoch Muster wahrnehmen.

Mir ist aufgefallen, dass einige der Songtitel eigentlich grammatisch nicht korrekt sind, zum Beispiel bei “Deus Nova”. Ich denke mal, dass hast du mit Absicht gemacht…

Nun, das ist auch eine der Wort-Sachen, von denen ich erwähnt habe so frustriert zu sein. Es gab drei unterschiedliche Gründe, warum ich mich für Latein entschieden habe. Zunächst einmal mag ich den Klang, auch wenn es etwas anmaßend ist. Zweitens sind die Konnotationen der Wörter nicht so eng gezogen wie es in den meisten Sprachen der Gegenwart der Fall ist. Zum Beispiel kann ‘anima’ in “Animae Partus” sehr viele verschiedene Bedeutungen haben, von denen man sich in modernen Sprachen für eine entscheiden müsste. Es kann also für einen Gott, einen Geist, einen Wind oder einen Atem stehen, man muss es also nicht einengen und Gott oder Wind sagen. Und dadurch gibt es einem eine größere Freiheit. In dem Prozess, diese wortlose Nachricht zu zerstören, kann man sich zumindest entscheiden, ein bisschen weniger davon zu zerstören (lacht).

Das war einer der Gründe, warum ich mich für Latein entschieden habe, und weiterhin gibt es einem mehr dichterische Freiheit, denn obwohl es Leute gibt, die Latein sprechen und es sogar fließend sprechen, ist es keine lebendige Sprache. Wenn man einen grammatikalischen Fehler macht oder sich gewisse dichterische Freiheit nimmt, wird es nicht so stören wie wenn man es in Englisch macht, da Englisch so viel lebendiger und die ganze Zeit um uns herum ist. Zum Beispiel macht Latein Dinge möglich wie in “Nihil Morari”. Da hast du ‘nihil’, was für nichts steht oder das, was übrig ist, wenn man alles weggenommen hat. Und dann hast du ‘morari’, die Überreste von etwas, die Überbleibsel, der Leichnam. Beide Wörter haben ihre eigene Bedeutung. Die beiden Wörter stehen also für sich, wie wenn man eine Person auf zwei Vornamen tauft. Diese beiden Namen müssen in keiner Beziehung stehen, aber sie sagen beide etwas über die Absichten dabei, den Jungen oder das Mädchen so zu nennen. Und die gute Sache ist die, dass, wenn man diese zwei Wörter hat, noch einen Schritt weiter gehen kann. Du kannst sie nämlich einfach Wort für Wort ins Englische übersetzen und bekommst dann die Phrase ‘nothing remains’, obwohl ‘remains’ eigentlich das falsche Wort ist. Aber dadurch hat man eine dritte Bedeutung für die ganze Sache, was ich für ziemlich witzig hielt. Es ist eigentlich das falsche Wort für ‘remains’, aber wenn man es ins Englische übersetzt, kann man daraus dennoch einen Satz bekommen.

PAIN OF SALVATION: Bassist Kristoffer Gildenlöw
Bassist Kristoffer Gildenlöw in Action

Es gibt einem also viel Freiheit, mit Wörtern herumspielen zu können. Das ist auch das, was ich mit den Kapiteln gemacht habe, nur noch schlimmer, da sind nicht mal richtige Wörter. Da gibt es grundsätzlich eine Mischung aus ‘China’, was für mich ein Symbol für verletzliche Schönheit ist, und ‘messiah’, was der Erlöser ist, aber auch ein Symbol der Sache, die wir als Erlöser sehen. Wenn wir uns an etwas wenden, dass dies uns retten wird, weil wir selbst nicht dazu in der Lage sind – beide Theorien sind für mich mit dem Begriff ‘messiah’ verbunden. Wir haben also ‘China’, ‘messiah’, und wir haben ‘geddon’ von Armageddon, und wir haben ‘Machina’ von Maschine. Wir können also ‘Machinassiah haben, ‘Machinageddon’, ‘Machinauticus’, wobei ‘nauticus’ das lateinische Wort für einen Seereisenden ist, aber wiederum ein Wortist, das mehr abdeckt als jemanden, der mit einem Boot reist, es geht ums Reisen und ums Suchen. In diesem Fall könnte es das Bereisen des Ozeans des Menschen sein oder des Ozeans des Raumes und des Ozeans der Religion. Da gibt es also auch eine Menge verrückter Wortspiele. Ich meine, ich mag Wortspiele irgendwie (lacht).

Ja, ich merke schon. Ich werde gerne noch auf “Vocari Dei” zu sprechen kommen, einer der bewegendsten Songs, die ich seit langem gehört habe. Wie kam die Idee, diese Nachrichten auf Gott Anrufbeantworter aufzunehmen?

Nun, ich wollte all die unterschiedlichen Seiten der Beziehung zwischen der Menschheit und der Religion zeigen. Mein erster Gedanke war also, sie von Leuten aufnehmen zu lassen oder es selbst zu tun. Dann fiel mir aber ein, dass wir viele Fans haben, die uns dabei helfen könnten und das Ganze zu einer viel zufälligeren Erfahrung machen könnten. Wir könnten es in die Hände von anderen geben, was wirklich interessant wäre. Wir haben diesen Newsletter mit vielen Abonnenten, und wir haben dann einen Newsletter herausgeschickt, in dem wir die Leute einluden und ihnen die Möglichkeit boten teilzunehmen, indem sie eine Nummer wählen und eine Nachricht an Gott hinterlassen. Die Regeln waren einfach: “Ihr könnt sagen, was ihr wollt.” Hier sind wieder die richtigen Worte ein Problem, denn man kann hasserfüllt sein, glücklich, dankbar, man kann witzig sein. “Tut, was immer ihr wünscht, aber was immer ihr tut, tut es aus vollem Herzen.” Wir kannten gutes Wort dafür. Ich würde sagen, tut es ernsthaft, aber das würde implizieren, dass sie dabei ernst sein müssen, was sie nicht mussten. Es mit vollem Herzen zu tun, das impliziert eine Art von Güte, die sie tatsächlich haben mussten, und es ehrlich zu tun hieße, dass sie nicht hätten lügen dürfen, was sie aber durften. Es gibt kein wirklich gutes Wort dafür, ich konnte also nur hoffen, dass die Leute unsere Nachricht in unserem Sinne interpretieren würden. Es aus vollem Herzen zu machen, das kommt der Sache von den dreien zumindest am nächsten. Wenn man einen Witz machte, sollte man dies während des Anrufs beachten.

Zunächst mussten sie Informationen preisgeben, bevor sie die Telefonnummer bekamen, hauptsächlich weil wir sicherstellen wollten, dass es keine Urheberrechtsprobleme geben würde. Sie mussten also eine Checkbox ankreuzen und damit sagen, dass es okay ist, wenn wir die Nachricht benutzen. Mehr als tausend Leute haben das gemacht, und davon haben zwischen hundert und zweihundert Leute tatsächlich angerufen und Nachrichten hinterlassen, von denen wir einige verloren haben, was uns wirklich sehr ärgert. Wir benutzten einen Online-Anrufbeantworter, keinen physikalischen, da dieser zu schnell voll werden würde. Das Problem war, dass wir direkt vor der Premiere nicht die Zeit hatten, uns alle Nachrichten anzuhören. Also haben wir sie erstmal da gelassen und gedacht, wir könnten sie noch später herunter laden und vielleicht in einem anderen Kontext oder für das Album verwenden. Aber es stellte sich heraus, dass sie nur für eine bestimmte Zahl von Tagen verfügbar waren, danach verschwanden sie. Wir haben also viele der Nachrichten verloren, und das ist wirklich schade.

Ja, das ist echt schade. Sag mal, da ja auf euren Alben und gerade auf “BE” so viele interessante Ideen enthalten sind, findest du, dass du als Künstler auch einen Bildungsauftrag hast? Bist du also traurig wenn Leute eure Musik ausschließlich zum Vergnügen anhören?

Das bleibt ihnen völlig überlassen, aber ich kann solch einen Standpunkt nicht verstehen. Es ist okay für mich, aber es ist für mich wirklich schwierig das zu begreifen. Wie kann man sich etwas anhören, das einem gefällt, es einem aber egal sein, wovon es handelt? Ich bin einer der Leute, die es wirklich mögen, sich Kommentare zu Filmen anzuschauen, ich möchte die Dinge auseinander nehmen und gucken, wie sie ticken.

Ich muss sagen, dass ich es wirklich faszinierend finde, dass das philosophische Konzept von “BE” im Grunde als eine Art von Meta-Theorie dient für einige der sozialen und politischen Themen, die ihr auch in der Vergangenheit schon behandelt habt. Zum Beispiel finde ich in “I Raise My Glass” auch ein bisschen was von der Thematik von “One Hour By The Concrete Lake” wieder.

Oh, das ist gut! Ich habe ja über Fraktale gesprochen. Ich denke, dass PAIN OF SALVATION-Alben so etwas sind wie Fraktale der gleichen Themen, nicht einmal so weit voneinander entfernt wie die Fraktale in der Parabel, in der Festplatte und der Typ, der am Computer sitzt, aber dennoch Fraktale auf unterschiedlichen Ebenen. Ich denke, wir haben auf eine Art ein Fraktal durch ein anderes betrachtet. Auf “Entropia” schauen wir uns eine Kriegssituation und Nationen an, es ist also ein großes Fraktal nach menschlichem Maßstab. Aber durch jenes Fraktal konzentrieren wir uns eigentlich auf die Personen in der Familie, wir gucken uns also die Familie durch ein größeres Fraktal an. Dann bewegen wir uns konstant zu “Remedy Lane”, wo es genau anders herum ist. Die Hauptstory handelt wirklich von diesen Personen, es ist ein sehr intimes und sehr nahes Fraktal, aber durch dieses Fraktal schauen wir auf einem größeren Maßstab auf die Gesellschaft.

Grundsätzlich haben wir uns verschiedene Teile des Baumes angeschaut und Vergleiche gezogen, wie wenn man die Blattstruktur an den Zweig hält und dann sagt: “Dieses Blatt ist diesem Zweig ziemlich ähnlich!” Oder anders: “Dieser Zweig ist diesem Blatt ziemlich ähnlich!” (lacht). Und was wir bei “BE” nun gemacht haben, ist, dass wir einen Schritt zurückgegangen sind und uns das erste Mal den gesamten Baum angucken. Wir haben also lange die Details studiert, und nun gehen wir einen Schritt zurück, sehen den ganzen Baum und mögen irgendwie das was wir sehen, und wir hassen andere Dinge, störende Dinge.

Und was könnt ihr nun bei eurem nächsten Album machen, wo ihr doch jetzt schon den ganzen Baum gezeigt habt?

Nun, wir müssen den Baum fällen (lacht). Oder wir müssen schauen, ob es eine Möglichkeit gibt, daraus einen Wald zu machen. Vielleicht sollten wir uns einfach einer anderen Baumsorte zuwenden. Erst hatten wir die Kiefern-Ära, und nach “BE” wechseln wir in die Birken-Ära (lacht).

Ich habe das schon mal gesagt, aber wahrscheinlich werden wir uns selbst wieder genauso überraschen wie unsere Hörer, das ist, wie wir es üblicherweise machen.

Promo-Bilder: InsideOut
Live-Bilder: Fierce