NEAERA: Selbstzerstörung beginnt im Individuum

NEAERAs viertes Album „Omnicide – Creation Unleashed“ ist nicht einfach nur brutal, düster und pessimistisch, sondern zeigt zugleich eine Band, die nun endgültig erwachsen geworden ist. Stilmittel, die bereits auf dem Vorgänger „Armamentarium“ im Ansatz Verwendung fanden, werden nun konsequent zu Ende geführt und kreieren einen erbarmungslos walzenden Sound, der sich vom bisherigen Schaffen der Münsteraner deutlich abhebt, dabei aber doch die musikalischen Wurzeln nie außer Acht lässt. Vor allem lyrisch blieb die Band ihrer Linie treu und spricht auf ihrem aktuellen Album eine ganze Menge sozialkritischer Themen an, die in unserer Gesellschaft mitunter viel zu wenig Beachtung finden. Schlagzeuger Sebastian nahm sich die Zeit, um mit mir auf elektronischem Weg ausführlich über die menschlichen Abgründe, den Teufelskreis Konsumgesellschaft und natürlich das aktuelle Album „Omnicide – Creation Unleashed“ zu sprechen.

Hi, alles klar bei dir? „Omnicide – Creation Unleashed“ ist bereits euer viertes Album in fünf Jahren. Viel Zeit scheint ihr euch beim Songwriting ja nicht zu lassen, oder?

Da könntest du Recht haben. Ich muss jedoch gestehen, dass wir das hier etwas anders empfinden. Haben wir erst einmal angefangen Songs zu schreiben, versuchen wir das Meiste aus diesem Fluss herauszuholen. Das sind dann ein paar sehr spannende Monate bis so ein Album fertig geschrieben ist. Zudem haben wir seit der zweiten Platte begonnen, die Songstrukturen nur noch zu dritt zu erarbeiten, was das Ganze demokratisch aber unkompliziert macht. Dazu kommt natürlich, dass wir nach wie vor sehr viel Spaß an der Sache haben und uns selbst bis jetzt noch nie wirklich Druck mit irgendwas gemacht haben. Wir wohnen alle in Münster und können uns schnell im Proberaum treffen. Und wirklich arbeiten tut eh keiner von uns, hehe.

Mit „Armamentarium“ bin ich ehrlich gesagt nie so richtig warm geworden. Jetzt glaube ich auch zu wissen warum. Das Album war vielmehr ein nötiger Zwischenschritt vom melodisch-eingängigen „Let The Tempest Come“ zum erbarmungslosen und niederwalzenden „Omnicide – Creation Unleashed„. Oder wie siehst du die eigene Entwicklung rückblickend betrachtet?

Das ist ein gutes Beispiel für die unterschiedlichen Reaktionen auf unsere Alben. Für manche war „Armamentarium“ der Höhepunkt und die Alben vorher nur Mittel zum Zweck, für andere war es das Abschiedsalbum, mit dem sie nicht warm wurden, weil davor alles besser war…

Da, wie bereits erwähnt, die Alben bei uns über einen konzentrierten Zeitraum entstehen und einem Fluss unterworfen sind, ist es meiner Meinung nach nicht verwunderlich, wenn sie sich im kreativen Ansatz auch hörbar unterscheiden. Ich denke, jedes der vier Alben hat einen eigenen, unverkennbaren Charakter. Man könnte sagen, es ist für Jeden etwas dabei. Jeder Hörer hat wiederum andere Erwartungen an unseren Sound. Wir selber wollen uns natürlich entwickeln und den eigenen kreativen Horizont ausloten. Wobei wir jedoch unsere Trademarks und die ursprünglichen Einflüsse niemals zu kurz kommen lassen.

„Omnicide“ haut etwas mehr auf die Fresse und ist etwas gnadenloser.

Was ich damit ausdrücken will, ist, dass „Omnicide – Creation Unleashed“ für meine Begriffe wesentlich erwachsener und reifer klingt. Es werden sehr wohl noch eine Menge Melodien eingebunden, die auch zweifellos den Sound komplettieren, aber diesmal als Stilmittel und nicht als Basis bzw. als tragendes Element.

NEAERA

Ich denke, jedes der vier Alben hat einen eigenen, unverkennbaren Charakter.

Also Melodien gibt es auf „Omnicide“ schon noch sehr viele. Wir wollten die Songs sehr brutal und roh. Das heißt, dass der Fokus der Songs eher in Richtung Brachialität und Groove geht. Die Melodiebögen kommen diesmal etwas unterschwelliger, was natürlich auch an der trockenen Produktion liegt. Auf Solos haben wir komplett verzichtet. Stattdessen gibt es auf „Omnicide“ unter anderem ein paar mehr Black Metal-Parts. Ein Stilelement, mit dem wir immer wieder gespielt haben, und das aufgrund der Eindringlichkeit mancher Songs auf „Omnicide“ nun auch voll zur Geltung kommen kann.

In diesem Sinne haben wir schon einen kleinen Schritt weg von der Eingängigkeit vorheriger Alben getan. Jedoch darf das meiner Meinung nach beim vierten Album auch schon mal gestattet sein, da wir hinter allen Alben stehen. „Omnicide“ haut etwas mehr auf die Fresse und ist etwas gnadenloser. Wir haben zudem viele Songs, die wir nun in unser Live-Set einbinden können und die einen, wenn auch geringen, Kontrast zu etwas melodiöseren Songs anderer Alben bieten.

Produktionstechnisch fällt die neue Platte wesentlich rauer und erdiger aus als die Vorgänger. „Omnicide – Creation Unleashed“ klingt immer noch verdammt brutal und modern, aber diesmal ist es die Musik selbst und nicht die Produktion, die den Härtelevel steuert. Wolltet ihr bewusst weg von den angesagten Bombast-Produktionen wie sie heutzutage jede zweite Band auffährt?

Das ist natürlich mal wieder reine Geschmacksache. Aber wir haben uns für „Omnicide“ im Vorhinein dafür entschieden, eine andere Richtung zu wählen, was den Produktionsprozess angeht. Zeuss ist bekannt für seinen brachialen Death-Sound. Ihn als Mann hinter den Reglern zu haben, war für uns sehr spannend. Die Korrespondenz lief per Mp3 und E-Mail. Er hat uns einige Mixes rübergeschickt und wir haben unsere Ideen mit einfließen lassen. Das Ergebnis ist, genau unseren Erwartungen entsprechend, roh und trocken. Das was dem Album wirklich gut tut, ist die Authentizität des Sounds. Die Produktion ist fett, aber gleichzeitig auch noch sehr authentisch. Wir haben bereits während den Aufnahmen mit Ali Dietz (Alexander Dietz, Produzent – Anm. d. Verf.) darauf geachtet, dass wir an unseren Instrumenten nicht zu viel rumschnippeln. Das heißt, dass es diesmal auch keinen Beat-Detective gab, der alles perfekt gerade gerückt hat. Dem Hörer ist das natürlich nicht so wichtig. Als Musiker jedoch gibt es einem viel Bestätigung für das Erarbeitete.

„Ich glaube Ali Dietz hat Benny diesmal so lange nicht aus der Gesangskabine herausgelassen, bis er wütend genug war…“

Was mir beim Anhören sofort aufgefallen ist, war die riesige Steigerung beim Gesang. Bennys Vocals klangen noch nie so aggressiv, die Growls noch nie so bitterböse. Liegt das einfach an der Erfahrung oder wurde er im Studio zusätzlich gepusht?

Das wird wohl ein bisschen von beidem sein. Er hat natürlich mittlerweile sehr viel Übung, die er mit einbringen kann. Nur ist bei ihm die Entwicklung, die wir alle gemacht haben, logischerweise am offensichtlichsten. Zugegebenermaßen war ich selbst wirklich überrascht von seiner Steigerung. Da er ja beim Songwriting nicht anwesend ist, bekommt man erst einen Eindruck von seinem Talent, wenn die Platte aufgenommen wird.

Er hat den sehr ernsten Songs eine ganz eigene, verzweifelte und wütende Note verpasst. Zudem hatte er bereits bei den Aufnahmen zur „Armamentarium“ mit Ali an den Vocals gefeilt. Die Tatsache, dass wir nun das komplette Album in dessen Studio aufgenommen haben, war sicherlich auch diesmal ein entspannter Vorteil für die beiden. Ali kennt Bennys Potential und weiß genau, wie man es zur Geltung bringen kann. Ich glaube er hat ihn auch diesmal so lange nicht aus der Gesangskabine herausgelassen, bis er wütend genug war…

Gibt es besondere Einflüsse auf dem neuen Album? BOLT THROWER und AT THE GATES sind Namen, die mir beim Hören des Öfteren in den Kopf geschossen sind. Vielleicht auch ein wenig HEAVEN SHALL BURN, aber die sind ja ihrerseits wiederum von Ersteren beeinflusst.

Klar. Jedoch hat sich an diesen Einflüssen bei uns auch nie etwas geändert. Viel mehr haben wir diesmal versucht, unsere eigenen Trademarks etwas weiter zu treiben. Das alles bewegt sich bei der Art von Musik natürlich in einem sehr engen Rahmen. Umso spannender ist es aber, wenn man trotzdem versucht, sich nicht mit jedem Album exakt zu wiederholen, sondern den eigenen musikalischen Horizont zu erweitern. Die oben genannten Bands sind per se Referenzen für den europäischen Death-Metal. Es kann nur eine Ehre sein, diesen auf eine eigenständige, etwas andere Art Tribut zu zollen, ohne sie bloß zu kopieren.

Der Albentitel „Omnicide – Creation Unleashed“ lässt eine Art Konzept bzw. ein übergeordnetes Motiv vermuten. Es scheint sich, so meine Interpretation des Titels, um den (Selbst)zerstörungstrieb der Menschheit zu drehen, der irgendwann zu ihrem Verhängnis und dem aller anderen Lebensformen werden wird.

Genau. Dieser menschliche Makel, diese Zweiseitigkeit, von erschaffen und vernichten, könnte nach unserer Auffassung zu einer fatalen Zukunft führen. Die Krone der Schöpfung unterliegt trotz aller Vernunft und Logik trotzdem ihren Ängsten und ihrem Egoismus. Wird ihre Identifikationsbasis bedroht, sei es der Glaube, die Gesellschaft oder die persönliche Weltsicht, sind Menschen, glaube ich, instinktiv dazu bereit, zum äußersten zu gehen. Und im bestreben sich selbst zu erhalten kann es zu Krieg, Unterdrückung und Vernichtung des Anderen kommen, welches als weniger wert erachtet wird. Das Konzept von „Omnicide – Creation Unleashed“ soll genau dies zum Ausdruck bringen.

Die Menschheit ist scheinbar seit Beginn der ersten Zivilisationen dieser Dualität untergeordnet. Es wurden Religionen, Feindbilder und Mythologien, wissenschaftliche Erkenntnisse, Staatssysteme und Föderationen gegründet, im gleichen Maße, wie sie wieder in Frage gestellt und vernichtet wurden. Und dass sich die Geschichte immer wieder irgendwie wiederholt, kann ebenfalls keiner bestreiten. Die Frage ist vielmehr, was die Ursache für diesen Zerstörungstrieb ist. Die Selbstzerstörung beginnt im Individuum. Der menschliche Verstand wird von Geburt an mit Informationen gefüttert. Diese Informationen führen zu Konzepten darüber, wie die Welt zu sein hat und wie sie nicht zu sein hat. Darüber wie sie gut, oder wie sie schlecht ist.

Und genau so funktioniert das auch auf kollektiver Ebene. Wir wissen, wie es läuft – die anderen müssen das erst noch eingeprügelt kriegen etc. So wird Unheil auf der Erde verteilt. Sich selbst gegenüber, der Umwelt, anderen Kulturen und Lebensformen. Wir wollen eine Art Spiegel auf aktuelle, und vergangene Begebenheiten und Sichtweisen richten, die diese Problematik zum Ausdruck bringen.

„Afrika ist eben ein trauriges Beispiel für die Gegensätzlichkeit unserer Welt im 21. Jahrhundert.“

Das Blut stellt eine Metapher für kürzlich geschehenes, menschliches Walten dar.

Dies unterstreicht auch das Cover-Artwork im düsteren Comicstil sehr schön. Die Großstadt, das Wahrzeichen der modernen Gesellschaft, ist befleckt mit Blut – dem eigenen und dem von anderen. Und nichts anderes produziert sie eigentlich Tag für Tag. Eine pessimistische Endzeit-Vision?

Tja. Das ist natürlich dem Klischee nach sehr plakativ dargestellt. Aber es trifft den Ansatz. Das Blut stellt eine Metapher für kürzlich geschehenes, menschliches Walten dar. Ein letztes Aufbäumen zerstörerischer Kraft. Die Welt ist also soeben untergegangen. Gute Nacht.

Lass uns ein wenig über einzelne Songs reden. Den Titel „Grave New World“ verstehe ich als eine Anspielung auf Aldous Huxleys Dystopie „Brave New World“. Kann man das Stück als Aufforderung zum Widerstand gegen Gewaltregime verstehen?

Da hast du dir natürlich gerade den Text ausgesucht, der am offensten gehalten und dadurch am schwierigsten zu erklären ist. Es geht um Macht und Widerstand, jedoch auch um grundsätzliches Misstrauen der herrschenden Schicht und der vorherrschenden Glaubenssysteme gegenüber.

„The Wretched Of The Earth“ handelt meines Wissens von den Taten der LRA (Lord’s Resistance Army) in Uganda. Mit „Anthem Of Despair“ über den Genozid in Ruanda hattet ihr auf eurem Debüt schon mal einen Song, der sich mit Gräueltaten im heutigen Afrika befasst hatte. Seht ihr es auch als eure Aufgabe an, eure Hörerschaft auf Missstände in der heutigen Welt aufmerksam zu machen, die nicht jeden Tag die Titelblätter füllen?

Nun da muss ich Stefan, unseren Gitarristen, und Chef-Texter erwähnen. Ihn hat das Thema Afrika, insbesondere die humanitäre und politische Situation in manchen Regionen des Kontinents, immer schon inspiriert. Er hat selbst kürzlich ein Praktikum in einer Schule in Uganda gemacht. Afrika ist eben ein trauriges Beispiel für die Gegensätzlichkeit unserer Welt im 21. Jahrhundert. Die demokratische und humanitäre Entwicklung steht in vielen Gebieten dort immer noch hinter den Machtkämpfen und der Not des Augenblicks.

Ein weiterer Text auf „Omnicide„, nämlich der von „I Am The Rape“, handelt des Weiteren vom europäischen Kolonialismus und der Unterdrückung und Ausbeutung des Kontinents im 19. Jahrhundert. Es liegt meiner Meinung nach ganz einfach in der Verantwortung derer, die sich Gehör verschaffen können, auf solche Missstände einzugehen. Eben weil es, wie im Beispiel Afrika, nicht mehr so stark in den Medien präsent ist.

Über die LRA gibt es auch einen deutschen Dokumentarfilm namens „Lost Children“, den ich selbst aber leider noch nicht gesehen habe. Diente er als Inspirationsquelle für den Text zu „The Wretched Of The Earth“?

Ja. Ich habe ihn zwar auch noch nicht gesehen, aber Stefan hat ihn mir stark empfohlen.

„Das Problem besteht doch einfach darin, dass wir nicht mehr reflektieren können, bzw. es aufgegeben haben.“

Falls ich es richtig verstanden habe, richtet sich „I Loathe“ gegen die Methoden des modernen Marktes und prangert zugleich die dekadente, kaufwütige Gesellschaft an, in der wir leben. Mir geht es oft ähnlich, wenn ich in der U-Bahn stehe, oder einfach nur den Fernseher anmache…

Das Problem besteht doch einfach darin, dass wir nicht mehr reflektieren können, bzw. es aufgegeben haben. Die neuen Medien setzen dem Ganzen dann die Krone auf. Vor einigen Jahren war es das Privatfernsehen, heute ist es das Internet. Werbung ist einfach Alltag.

Doch da unsere Gesellschaft, nebst der Annehmlichkeiten, auf die wir nicht mehr verzichten können, auf eben diesem Markt beruht, beißt sich die Schlange natürlich irgendwo in ihren eigenen Schwanz. „I Loathe“ beschreibt subjektiv das ungehemmte und eben unreflektierte Begehren, die eigene innere Leere mit Konsum auszugleichen. Diese Einstellung ist zwar gegen die Wand, auf der anderen Seite gehen uns aber die Alternativen aus, da wir und unsere Nachfolgegenerationen bereits durch Werbung erzogen werden.

NEAERA

Es liegt meiner Meinung nach ganz einfach in der Verantwortung derer, die sich Gehör verschaffen können, auf solche Missstände einzugehen.

Auch „Omnicide – Creation Unleashed“ ist gegen einen Aufpreis als aufwendige Special-Edition im Digipak erhältlich. Als Sammler habe ich ja selbst eine Schwäche für solche Dinger, aber zu ein wenig Selbstreflexion sollte solch ein Thema schon anregen. Ist so etwas wirklich nötig? MUSS man es unbedingt haben, nur weil es der eigene, konsumorientierte Teil suggeriert?

Lass uns das Spiel mal durchspielen:

Band X spielt gerne, Zuhörer Y findet es interessant und kann dem ganzen etwas abgewinnen.

Band X und Zuhörer Y sind Teil unserer Konsumgesellschaft. Dann wird Zuhörer Y solange Band X unterstützen, wie er dem Ganzen etwas abgewinnen kann. Natürlich durch den Faktor Geld, der die Konsumgesellschaft antreibt.

Die Gründe, die Zuhörer Y der Band etwas abgewinnen lassen, entspringen jedoch ebenfalls dieser Gesellschaft. Das ganze ist quasi ein geschlossenes System.

Solange Band X und Zuhörer Y nach den Regeln des Systems spielen, werden beide bereichert, da Zuhörer Y bereit ist, die Arbeit der Band als erbrachte Leistung, ihm gegenüber, zu akzeptieren. Eine Art Gleichgewicht entsteht.

Oh, Mann. Sorry, aber das musste ich gerade ausschreiben, um es selbst zu raffen, hehe. Ich glaube, dass unsere Bonus-Disc primär etwas für Fans und Sammler ist. Der Aufpreis ist meiner Meinung nach fair und entspricht dem Extra an Aufwand, das wir hatten. Jeder, der mit daran gearbeitet hat, hat sich zu 100% ins Zeug gelegt und das Ergebnis ist sein Geld auf jeden Fall wert.

„Ich glaube eine richtige DVD hat noch etwas Zeit.“

Sehr gut argumentiert, kann ich da nur sagen. Auf eurer Homepage habt ihr bekannt gegeben, dass die Record Release-Show von einem professionellen Team gefilmt wurde, um das Material später zu veröffentlichen. Sammelt ihr etwa für die erste richtige NEAERA-DVD?

Im Moment ist nur ein kleines Live-Video geplant. Ich glaube eine richtige DVD hat noch etwas Zeit.

Dort wurde auch ein Video zum Song „Prey To Anguish“ gedreht. Ich habe gehört, dass das die Kamera den ersten Anlauf nicht überlebt hat. Wie ging es weiter?

Ha, ha. Na, wir mussten den Song noch einmal spielen. Das habe ich so auch noch nicht erlebt. Jedenfalls steht das Material jetzt.

Habt ihr „Prey To Anguish“ für den Videodreh ausgewählt, weil er am ehesten noch dem klassischen NEAERA-Song entspricht?

„Prey To Anguish“ ist einer der Songs auf „Omnicide„, der weniger experimentell und etwas eingängiger ist. Somit war es logisch, ihn für ein Video zu nehmen, da er einem Publikum, dass uns noch nicht so gut kennt, einen guten, Album-übergreifenden, Eindruck von uns vermitteln kann.

Zum Abschluss noch ein kurzer Ausblick. Wie sieht’s mit kommenden Live-Shows aus? Wird es nach der Festivalsaison im Herbst/Winter eine Tour geben? Das neue Material funktioniert live bestimmt großartig.

Wir sind mitten drin. Zwar spielen wir in diesem Jahr keine großen Festivals mehr, allerdings sind wir mal wieder bei der „Hell on Earth“-Tour Anfang September am Start. Die neuen Songs, die wir bis jetzt mit ins Set genommen haben, funktionieren großartig. Insbesondere durch die Mischung mit älteren Songs ergeben sich viele Möglichkeiten für ein abwechslungsreiches Live-Set.

Cover-Artwork und Fotos © Metal Blade Records

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.