ILL NINO: Interview mit Laz Pina

ILL NINO: Interview mit Laz Pina


Interview im Hotel Cristall in Köln. Irgendein verdammt gemeiner
Stadtplaner hat es tatsächlich geschafft dieses Hotel in einem, für
mein orientierungsloses Gehirn absolut totem Winkel dieser Stadt, in einem
Gässchen hinter dem Bahnhof, zu verstecken. Nicht nur, dass ich da
ja schon mehrmals gewesen bin wg. Interviews, nein nein, nicht nur dass
mein Orientierungssinn sowieso Banane ist, und geregnet hat es auch noch.
Nein, nein,… immer schön rumlaufen, irgendwann kommt man schon
an… glaubt also nicht, dass ich da jemals ohne Umwege und freundliche
Nachfrage bei Kölner Taxi-Fahrern hingefunden hätte (Jung, dat
is ja up der janz anneren Seit vom Dom, da musse hei lings john, und dann
bisse do…).
So auch diesmal. Aber arrived just in time, um vom extrem freundlichen
LAZ PINA, dem Bassisten der extrem hoffnungsvollen und wirklich auch sehr
guten Latino-Metaller ILL NINO, erstmal Kaffe serviert zu bekommen. Wann
gibt es das schon mal? (Kaffee gibt es eh viel zu selten bei Interviews…)
Aber Bassisten sind ja immer nett, und singen bzw. Stimme schonen müssen
sie auch nicht, also kollektiv Kippen an, und los geht ein Gespräch
über die neue Platte Confession,
Ehrlichkeit, SLAYER,
Freddy und Jason, die Beichte und Gott (und zwar wirklich der
Gott) und die Welt…

Als erstes erzählte ich ihm, dass nach dem Marathon-Hören
der neuen, zwar fantastischen, aber leider nur in der Audio-Stamped-Version
verfügbaren (d.h. um die bösen Netz-Piraten zu bekämpfen
sagt irgendein Hansel alle paar Minuten mitten in die Musik den Namen
der Band und das Release-Date, und zwar im schmierigsten Shopping-Channel-Tonfall)
CD Confession,
eben dieser Typ mir im Traum erschienen ist, um in den verschiedensten
Materialisationen das Erscheinen eben dieser Platte anzukündigen.
Die Frage, die sich aufdrängt ist natürlich: Ist das wirklich
nötig?

L: Das ist die Idee der Plattenfirma, und die sehen die Notwendigkeit
dafür, denn wenn die Leute sich die Musik nur runterladen, verdienen
sie kein Geld. Für uns macht das keinen Unterschied, mir wäre
es liebe es wäre nicht so. Aber die Plattenfirma will ihre Investitionen
schützen.



Ich denke aber, das gerade im Metal-Bereich die Gefahr nicht so groß
ist, da die Fans sich viel mehr mit den Bands identifizieren, und dann
auch die Platten kaufen wollen…

L: Ja, ich bin selber auch Fan, und wenn mir etwas gefällt, will
ich auch das Artwork und das Original. Aber, wie gesagt, es war nicht
unsere Entscheidung, die Plattenfirma hat vor einigen Monaten damit angefangen,
bei anderen Bands und jetzt ist es eben Routine. Ich hoffe nur, das sie
später die Vollversion der Presse und den Kritikern schicken. Im
Moment hat noch niemand außerhalb des US-Büros von ROADRUNNER
das Original. Sie beschützen es sogar vor sich selber.

Na ja, aber mal zur Musik. Das Album klingt für mich sehr positiv,
positiver als das erste


L: Es ist wirklich sehr positiv. Es ist sehr ehrlich. Es sind echte Gefühle.
Nichts gegen die erste Platte, ich liebe sie immer noch. Wenn ich zurückdenke,
bin ich froh, dass sie so geworden ist. Es ist ein bestimmter Moment,
der festgehalten wurde. Auf dieser Platte wollten wir aber musikalischer
sein. Unsere ganze Integrität als Heavy-Band sollte mehr verschmelzen
mit unserer Kultur, mit dem Latin-American-Background. Ich bin sehr glücklich
damit, wie es geworden ist. Es ist genauso, wie wir es haben wollten.

Die Musik ist etwas weniger aggressiv, ohne wimpy zu sein, es ist halt
sehr positiv, obwohl die Texte eigentlich alles andere als positiv sind…

L: Ja, textlich ist es vielleicht weniger positiv, aber das alles raus
zu lassen, ist eine positive Sache. Und das macht die positive Atmosphäre
aus. Wir geben aber nur Beispiele, wir sind ja nicht die Eltern der Kids,
die es hören.
Vielleicht liegt es aber auch an der besseren Aufnahmequalität, dass
es weniger aggressiv klingt. Es klingt einfach klarer als die erste Platte.
Wir hatten ein größeres Budget. Bei der ersten Platte hieß
es: Verstärker an und spiel! Dieses mal hatten wir mehr Zeit zum
Planen.

CHRISTIAN MACHADO (Voc.) hat zu diesem Album gesagt, es gehe darum,
die Wahrheit zu sagen, zu sich und zu anderen…

L: Ja, das stimmt. Es ist viel detaillierter und tiefergehend, was die
Texte angeht. Auf der ersten sang CHRIS über bestimmte Gefühle,
auf dieser erzählt er warum und wie es zu diesen Gefühlen kommt.
Es geht sehr tief in das Leben von CHRIS MACHADO. Er entblößt
sich total auf dieser Platte. Mir fällt so etwas schon schwer vor
einer Person, und er tut es vor allen unseren Fans. Aber er fühlt
sich besser, seine Beichte vor den Fans abzulegen, als vor einem Priester
in der Kirche.

Besteht da nicht die Gefahr sich verletzbar zu machen, durch zuviel
Entblößung in der Öffentlichkeit?

L: Oh, ja, diese Gefahr besteht. Aber wir alle sind Menschen und machen
ähnliche Erfahrungen, haben ähnliche Gefühle. Die Leute
können sich damit identifizieren, und fühlen sich dann vielleicht
besser, wenn sie sehen, dass sie mit ihren Gefühlen nicht alleine
sind. Ich bin zwar in einer Band und kann auf Tour gehen, aber ich fühle
dieselben Sachen wie du, oder jeder andere in bestimmten Situationen.

Ist diese Entwicklung auch ein Spiegelbild von euch als Personen, wie
auch als Band?

L: Absolut.
Als Band sind wir viel enger zusammengewachsen. Wir leben jeden Tag zusammen,
seit wir diesen Plattenvertrag unterschrieben haben. Da lernt man sich
kennen und weiß wie der andere tickt. Man wächst zusammen und
man wächst miteinander. Und diese Platte steht für Wachstum.
Wir haben dieses mal auch die Musik als Band zusammen geschrieben, wir
alle haben unseren Input. Es ist ein wahres ILL NINO Album.

Auch schon mit den neuen Bandmitgliedern ( DANNY COUTO- Perc.; AHRUE
LUSTER- Guit.)?

L: Ja. Zwei Tage bevor wir mit den Recordingsessions anfingen, fiel die
Entscheidung sich zu trennen. MARC (RIZZO-Ex-Guit.) entschied sich die
Band zu verlassen, wollte aber bei den Aufnahmen noch dabei sein. Er war
lange in der Band und wir haben sehr viel Respekt für ihn, also sagten
wir, OK, du musst tun, was du tun musst. Wenn er sich einen bestimmten
Punkt setzt, die Band zu verlassen ist das in Ordnung. Er kam ins Studio
und spielte auf 8 Songs mit. Dann kam direkt AHRUE und es fühlte
sich sehr natürlich und gut an. DANNY spielt bereits auf dem ganzen
Album mit. Und er hat wirklich einen fantastischen Job gemacht. Er brachte
neue Percussion-Elemente in die Band, neue Rhythmen und neue, andere Instrumente.
Es kam zu einer Kombination der alten und der neuen ILL NINO. Auch AHRUE
spielt schon auf der Platte mit, mit seiner persönlichen Ausdrucksweise.

Es ist zweifellos ILL NINO zu hören auf dieser Platte, aber es gibt
so viele unterschiedliche Elemente, die dennoch zusammen passen.

Das stimmt, es klingt wie aus einem Gus…

L: Ja. Wenn man neuen Songs schreibt, macht man sich keine Gedanken über
Sachen wie Tracklist, aber auch das hat einfach und natürlich zusammengepasst.

Die Texte in Verbindung mit dem Cover haben schon fast einen spirituellen
Anstrich…

L: Das stimmt, man kann diesen Eindruck bekommen, aber wir sind definitiv
keine religiöse Band. Aber wir sind schon auf einem spirituellen
Level. Die Hände auf dem Cover, das ist etwas das uns allen bekannt
ist, jeder hat Erfahrungen damit. Auch wenn es dieses sarkastische Detail
hat…



Die gekreuzten Finger…

L: Ja, genau. Nicht viele Leute bemerken das. Ehrlich gesagt bist du der
erste Interviewer, der das bemerkt hat.

Das ist doch offensichtlich…

L: Das dachte ich auch.

Das ist doch das, was das Cover so gut macht. Vor allem wenn man weiß,
das es in diesem Album um Wahrheit geht. Denn niemand kann komplett ohne
Lügen und manchmal eben gekreuzte Finger leben. Solche Sachen haben
ja auch Schutzfunktionen, Schutz für sich und auch für andere…

L: Sicherlich. Lügen sind Teil des Lebens. Wir lügen um die
Gefühle anderer zu schützen, oder unsere eigenen. Um Negatives
von anderen fern zu halten. Das ist ein natürlicher Teil des Lebens.
Wer sagt, er lügt nie, hat schon gelogen.

Kommt dieser kirchliche Bezug auf dem Cover auch durch euren Latin-Background,
denn da gibt es doch starke, katholische Traditionen?

L: Ich bin schon als Katholik aufgewachsen, nicht zu religiös, aber
nach diesen Prinzipien. Ich sehe die Hintergründe für Religionen,
was sie aussagen möchten, und das ist nichts Negatives. Viele Leute
brauchen Religionen, etwas zum Festhalten, das sie durch ihr Leben leitet.
Ich bin an einem Punkt in meinem Leben, an dem ich keine bestimmte Religion
brauche. Ich habe meinen eigene Weg, die Dinge anzugehen, meinen eigenen
Glauben. Mann muss nicht irgendwo hingehen um zu beten, das kann man überall
tun. Wenn es so etwas wie eine Kirche gibt, also einen Ort um Religion
zu praktizieren, ist es in deinem Inneren. Du kannst es überall finden,
denn es ist in dir.



Die Leute suchen aber oft nach einer Gemeinschaft, um zu beten und
Spiritualität zu erfahren…

L: Ja, sie haben diesen falschen Gedanken, dass sie einen Tempel, eine
Synagoge oder eine Kirche brauchen, aber das macht dich nicht zu etwas
besonderem und bringt dich nicht näher zu Gott.

Glaubst du an Gott, oder wie sieht dein persönlicher Glaube aus?

L: Manchmal glaube ich, und dann stelle ich es wieder in Frage. Man kommt
an den Punkt im Leben, wo man sich selber in Frage stellt und damit auch
seinen Glauben. Eigentlich weiß ich nicht mehr, an was ich glauben
soll.

Das Leben stellt sich oft als unendliche Suche dar, aber ich denke,
das sollte es auch sein…

L: Momentan fühle ich mich zu frei, um durch einen bestimmten Glauben,
oder eine bestimmte Art zu leben eingeengt zu werden. Es gibt keine Religion,
die zu meiner Einstellung und zu meinem Glauben passt, also mache ich
meine eigene Religion für mich. Und das funktioniert wunderbar.

Was denkst du wenn du Bands siehst, die religiöse Inhalte mit
ihrer Musik verbreiten, ob es nun Christen oder Satanisten sind…

L: Die meisten tun es nur aus Show.

Ich habe schon einige getroffen, die es verdammt ernst meinen…

L: Ja,
aber die sind meistens genauso lächerlich, wie es religiöse
Fanatiker nun mal sind. Aber die meistens machen es eher aus Show- oder
Imagegründen. Eigentlich stehen sie nicht dahinter. Letztes Jahr
haben wir einige Shows mit SLAYER gespielt, und wir hatten das Glück TOM ARAYA zu treffen. Er hat das
ja auch durchgezogen, allerdings hat er sehr religiöse Eltern. Wirklich
extrem religiös. Aber sie hatten auch sehr viel Liebe für ihre
Kinder und haben seinen persönlichen Glauben nie in Frage gestellt,
oder ihn anders behandelt. Als Satanisten eben. Sie haben ihn immer als
ihren Sohn gesehen. Sie kannten ihn besser und wussten, dass er nicht
die dunkle Persönlichkeit ist, die seinem Image, oder dem Image von
SLAYER entsprechen würde.

Allerdings würde ich SLAYER
auch nicht unbedingt als satanische Band sehen….

L: Naja, aber damals als sie anfingen, gab es nicht viele Bands dieser
Art. Es gab VENOM oder MERCIFUL FATE, die dieses düstere Element
in ihrer Musik hatten. Als Hell Awaits rauskam, hast du damals
wirklich geglaubt, du hörst dem Teufel persönlich zu.

Oh ja, ich war 15 und weiß noch genau, wie meine Eltern reagiert
haben, als sie nur schon das Cover gesehen haben. Und das war ja auch
das Tolle, der Schockeffekt…

L: Ja, das ist auch das Faszinierende daran für die meisten. Es gibt
diese wenigen Bands, die in die Extreme gehen und deren Glaube auch auf
der dunklen Seite ist.

Wäre so etwas denn heute überhaupt noch möglich? Wie
weit müsste man gehen um denselben Schockeffekt zu erzielen?


L: Alles Schockierende wurde schon gemacht. Die Zeit schreitet voran,
alles entwickelt sich, und auch das Level, das man überschreiten
muss, um zu schockieren, hat sich verschoben. Vor einigen Jahren war es
noch schockierend, jemanden mit einer gepiercten Nase zu sehen. Oder ein
gepiercter Schwanz, das out of this fucking world. (Lachen)

Das Erscheinungsbild der Leute hat sich sehr verändert, und von daher
ist es schwerer geworden zu schockieren, denn so vieles ist normal geworden.

Man kann ja sogar schon das Phänomen beobachten, das die Jugendlichen
mit konservativen Werten rebellieren. Mit 21 zwei Kinder, Haus, Auto und
toller Job. Und die Alt-Hippie-Eltern schlagen die Hände über
dem Kopf zusammen…

L: Das ist tatsächlich komisch. Wenn du noch keine 30 bist und heiraten
willst, sagen sie, dass man zu jung ist und noch nicht genug gelebt hat.
Früher war das normal. Heute sagt man, heirate bloß nicht vor
35…(Lachen)

Der Song How can I Live ist auch auf dem Soundtrack zu
Freddy vs Jason vertreten. Hast du eine Beziehung zu solchen Filmen?


L: Eigentlich nicht. Als wir mitten in den Aufnahmen waren, und Roadrunner
schon einige Sachen gehört hatte, dachten sie, dass dieser Song gut
auf den Soundtrack, den sie ja auch machten, passen würde. Als er
dann fertig war haben sie ihn bekommen, und wir haben weiter aufgenommen.
Es passierte einfach. Natürlich kennt jeder Freddy und Jason, diese
Filme waren immer präsent. Als Jugendlicher hat man sie angeschaut,
obwohl, oder gerade weil man es nicht durfte, and they scared the
fucking shit outta you. Man weiß aber nie wie diese Filme
heute wirklich aussehen, oder wie sie bei den Leuten ankommen. Aber in
Amerika vergessen die Leute ihre Horror-Ikonen nicht. Der Film war auf
Nr.1 für zwei Wochen. Und die Leute haben auch sofort das Album gekauft.

Für eine Band kann so etwas eine große Chance sein…

L: Ja, es kann. Aber nur wenn der Film auch funktioniert, und für
uns ist es eine Super-Chance geworden. Es muss schon was besonderes sein,
von dem sich die Leute auch angezogen fühlen, und das ist es. Wir
sind stolz ein Teil davon zu sein. Sollte ich mal Kinder haben, werden
sie sicher irgendwann auch mal diese Filme sehen, und ich kann dann sagen,
das ich auch Teil daran hatte, wenn auch nur auf dem Soundtrack.

Hast du den Film schon gesehen?

L: Noch nicht. Ich habe es noch versucht, vor dieser Promo-Tour, aber
ich kam nicht rein. Es war ständig ausverkauft! Da dachte ich, was
für ein Glück, das wir da dabei sind! Eigentlich wollte ich
doch nur unseren Song am Ende des Films hören. (Lachen)…

Bekommt ihr eigentlich auf eure Musik auch viele Reaktionen aus der
Latino-Kultur?

L: Oh ja, sehr viele! Viele sind sehr stolz, dass wir sie in unsrer Musik
mit einschließen. Wenn deine Musik etwas davon beinhaltet, beinhaltet
sie automatisch auch die ganze Kultur und alle Leute, die aus ihr kommen.
Wir konnten viele Leute beeinflussen, unsere Kultur auch mehr in die Musik
einfließen zu lassen, ohne darüber zu viel nach zu denken.
Es macht sie stolzer auf sich, und dadurch auch uns stolz. Wir geben etwas,
und bekommen sehr viel zurück. Speziell die Latein-Amerikanische
Kultur fühlt sich von uns angezogen, weil wir dieses Besondere haben.
Wir möchten aber auch den Rest der Welt auf diese Kultur aufmerksam
machen, sie anregen sich damit zu beschäftigen.

Im Oktober seid ihr auf der Roadrage Tour mit SPINESHANK
und CHIMAIRA

L: Ja, es ist unsere zweite Tour mit SPINESHANK.
Erst in den USA, zum Warmwerden und dann in Europa.

Läuft es in den USA auch nach demselben Prinzip, gute neue Bands
für relativ wenig Geld?

L: Nein, es ist eine normale SPINESHANK
Tour, auf die wir aufspringen. Es spielen noch SCRAPE und 40BELOW.

Ich halte diese Roadrage Touren für eine gute Idee. Auch beim
letzten Mal waren schon mehr Leute da, als normalerweise bei Konzerten
dieser Größenordnung, mitten in der Woche….

L: Oh ja, das ist eine gute Idee um Leute zu erreichen. Es ist gut dabei
zu sein.

Vor allem weil ja auch die normalen Ticketpreise explodiert sind….

L: Absolut. Es ist echt schwierig sich das ansehen zu können, was
man will.

Welchen Effekt haben derartige Entwicklungen auf euch als Band? Spürt
ihr das schon?

L: Wir haben damit weniger
Probleme, da wir einer neuen Generation von Bands entspringen, die auch eine neue Generation
von Fans hat, und die sind es leider gewohnt hohe Eintrittspreise zu zahlen. Wir versuchen
unsere Garantie-Gagen so niedrig wie möglich zu halten, damit die Ticketpreise
auch niedrig bleiben. Es sollte zwischen 10 oder 15 Dollar liegen. Es
geht hier auch um Gier, und wir wollen uns nicht auf so etwas fixieren,
denn so ein Karma kommt zurück zu dir. Ich verdiene lieber weniger und
spiele dafür öfter, als bei einem mal viel zu verdienen. Die Fans
geben schon so genug aus, um ihre Bands zu sehen.

Es zieht auch die Aufmerksamkeit von kleineren Bands ab, wenn die großen
Bands kommen und das Budget der Fans schon mit einem Konzert aufbrauchen.
Die Fans können sich dann andere Konzerte, zu denen sie sonst vielleicht
gegangen wären, schlicht und einfach nicht mehr leisten…

L: Das ist richtig. Denn natürlich geben die Fans ihr Geld dann lieber
für die großen Bands aus. Aber so gierig möchte ich nicht sein.
Ich möchte dass sie sich beides leisten können.

Vielleicht hängt ja damit auch ein Teil der Einbrüche bei
Plattenverkäufen ab, denn Konzerte sind immer noch der Motor für
Verkaufszahlen…

L: Ja, das mag sein. Aber das Live-Spielen ist auch etwas, das wir einfach
lieben. Das ist etwas, das wir immer machen werden. Es gibt auch nicht
viel, daß wir sonst tun können, oder auch tun wollen. Es hat
einen positiven Effekt auf uns, also werden wir immer wieder kommen.

Interviewlayout: Andonis Dragassias